+++ Sivan Ben Yishai gewinnt den Mülheimer Dramatikpreis 2022 +++
+++ Milan Gather gewinnt den Mülheimer KinderStückePreis 2022 +++

Stücke

Sa, 7.5., 19:30 Uhr  Was wäre, wenn das Vermögen reicher Menschen nach deren Tod nicht automatisch an die Nachkommen vererbt, sondern per Losverfahren verteilt würde? In der Komödie „Jeeps" wurde durch eine Gesetzesreform genau dies eingeführt. Zuständig für das neue „Erb-Wichteln“ ist das Jobcenter, wo nun alles zusammenkommt, die Arbeits- und die Erbschaftslosigkeit, Hartz IV-Empfänger und Geländewagenfahrer. Deutsche Bürokratie versus „Eierstock-Lotterie“. Was die Münchner Autorin und ... weiterlesen
Do, 12.5., 19:30 Uhr und Fr, 13.5., 19:30 Uhr Gerade noch haben Sivan Ben Yishais israelische Eltern zum Auftakt von „Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)" der Autorin zum neuen Job als Hausautorin am Mannheimer Nationaltheater gratuliert („Glückwunsch! Jetzt bist du offiziell eine Nazihure“), da begibt sich die Protagonistin schon auf einen vielstimmigen, sprachgewaltigen Trip, der Wonderwoman erblassen ließe: Sie tötet im Versteck vor den Nazis ihr Neugeborenes, versucht ... weiterlesen
Sa, 14.5., 19:30 Uhr Das vierte Stück der österreichischen Dramatikerin Teresa Dopler spielt in den Alpen, wo der Klimawandel die Gletscher schmelzen und die Gipfel bröckeln lässt. Doch weder Umweltschutz noch Alpinismus sind in „Monte Rosa“ das Thema, sondern die Menschen. Wie Versuchstiere lässt Dopler Bergsteiger aufeinandertreffen; gnadenlos genau beobachtet sie, wie sozial oder asozial sie sich verhalten. In knappen Dialogen beweist die Autorin feines Gespür für Sprache und einen scharfen ... weiterlesen
Do, 19.5., 19:30 Uhr Im März 2014 verschwindet die Passagiermaschine MH370 auf dem Flug von Peking nach Kuala Lumpur kurz nach ihrem Start vom Radar. Etwa zur selben Zeit wird beim Vater der Autorin und Regisseurin Helgard Haug Demenz diagnostiziert. In ihrer Produktion „All right. Good night“ verbindet die Theatermacherin vom Regiekollektiv Rimini Protokoll diese Ereignisse zu einer komplexen Reflexion über das Verschwinden, in der sich beide Perspektiven wechselseitig durchdringen. Der Text ... weiterlesen
So, 22.5., 18:00 Uhr Das Stück zur Pandemie. Wobei Elfriede Jelinek als das schlimmste Virus den Menschen selbst ausmacht: schlecht von und schlecht zur Natur. Ausgehend vom orgiastischen Après-Ski-Treiben im Tiroler Corona-Hotspot Ischgl kurvt die österreichische Literaturnobelpreisträgerin auf einer Piste aus Nachrichten, Gerüchten, Chats und Verschwörungstheorien durch das mediale Gebrabbel unserer Zeit. Der kalauerfreudige Satzslalom führt bis in die griechische Mythologie, seit je ... weiterlesen
Do, 26.5., 18:00 Uhr Die feinen Unterschiede sind manchmal gar nicht so leicht zu lesen, ob zwischen Stadtteilen, Fashion-Accessoires oder Menschen, denen man ihre Herkunft nicht sofort ansieht: reich oder arm, high oder low, von hier oder fremd. Die 1994 geborene Berliner Autorin Sarah Kilter fädelt in ihrem Stück „White Passing“, dt. „als weiß durchgehen“, ein raffiniert-schmerzhaftes Spiel unterschiedlicher Stimmen und Blickweisen ein. Sie lässt Lehrer*innen, Zuschauer*innen und Freund*innen ... weiterlesen
Mi, 25.5., 19:30 Uhr Im Jahr 1914 bohrt Ur-Opa sein Bajonett in den Bauch eines Feindes. Im Jahr 1957 warnt das Generalkonsulat der BRD das „sehr geehrte Fräulein“ Oma aus Wanne-Eickel „vor der Ehe mit einem Mohammedaner“. Im Jahr 1973 verlässt die fünfjährige Mutter Istanbul und atmet den Kohlestaub von Gelsenkirchen. So kommt es, dass im Jahr 2018 das „Alter Ego“ des jungen Autors Akın Emanuel Şipal mit den Identitäten seiner Familie mindestens so hadert wie mit Vorurteilen über Deutschtürken ... weiterlesen