+++ Herzlichen Glückwunsch an Ewe Benbenek und Nino Haratischwili
Die Stücke 2022 finden vom 7.–28.5.2022 statt. +++

Die Nominierten

8+
      +++ Di, 16.11., 08:45 Uhr / 11:00 Uhr, Ringlokschuppen +++   Anna hat ein schwieriges Zuhause. Ihre Eltern sind alkoholabhängig und nicht mehr in der Lage, sich um sie zu kümmern. Früher haben sie noch gemeinsam Pizza gebacken. Heute traut sich Anna nicht mehr in die Küche, um den lärmenden Eltern dort nicht zu begegnen. Sie wünscht sich so sehr ein Haustier, das bei ihr ist, wenn es in der Wohnung mal wieder laut wird. Und tatsächlich, kurz darauf findet sie eine Schnecke vor ihrer ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 28. und 29. Mai 2021 //  Sie selbst hat den weinroten Reisepass seit der Geburt, ihre Eltern dagegen mussten sich ins Land mit den Niedriglohnsektoren erst rein arbeiten. Und die Großmutter? Die lebt noch in Polen und stellt so nervige Frage wie die, ob es einen Mann an ihrer Seite gibt. Ewe Benbenek, die in Frankfurt an der Oder, London und Erfurt Kultur- und Politikwissenschaften studierte, könnte selbst diejenige sein, die sich fragt, ob sie ein so viel freieres ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 23. und 24. Mai 2021 // Bevor sie irgendwann ganz verschwindet, wäre es schön, wenn sie noch einmal richtig sichtbar werden könnte. Also lässt die Frau, der Sibylle Berg bereits drei Theatertexte gewidmet hat, alles raus, was sie schon immer sagen wollte. Dass Frauen nicht wirklich scharf auf Bauarbeiter sind und sie nicht versteht, warum ihre Tochter so anders ist, als sie selbst einmal war. Sebastian Nübling hat die sarkastische Lebensbilanz einer noch ziemlich ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 15. und 16. Mai 2021 //  Vier ehemalige Schulfreundinnen und Schulfreunde um die vierzig – intellektuelles, tendenziell kosmopolitisches Milieu – haben endlich mal wieder Zeit für einen gemeinsamen Abend gefunden. Esthers Kochkünste werden gelobt, frühere Flirts reaktiviert und Nachwendeerfahrungen memoriert. Bis unter exzessivem Weingenuss sorgsam verborgene Abgrenzungstendenzen zutage treten: Ein ausgeprägtes „Wir-Die“-Bewusstsein zeigt sich, teilweise bis hin zum ... weiterlesen
Digitale Vorstellung am 21. Mai 2021 // Rainald Goetz’ Königsdrama steigt hinab in die US-Demokratie nach dem 11. September. Dort wird im (Un-)Geist Carl Schmitts der Ausnahmezustand genutzt, um die Befugnisse des Staates auszuweiten. Die Misshandlungen von Abu Ghraib stehen im Windschatten eines nicht minder monströsen Zynismus: Karrierejustiz, narzisstische Politik und Bürokratie zimmern Krieg und Folter die Bühne. Goetz führt Machtmechanismen anhand eines böse komischen Figurenbestiariums ... weiterlesen
9+
        +++ Di, 30.11., 09:00 Uhr / 11:00 Uhr, Ringlokschuppen - GASTSPIELE ENTFALLEN CORONABEDINGT +++   Der Junge Anand näht in einer Textilfabrik in Bangladesch Löwen zusammen und möchte ein großer Zauberer werden. Für die Schule fehlt das Geld, seine Mutter will deshalb als Leihmutter ihren Bauch vermieten. Anand schreibt einen Brief an Gott und steckt ihn in den Löwen mit dem schiefen Auge, der gerade für den Versand nach Deutschland fertig wird. Dieser besondere Löwe kommt als Spielzeug ... weiterlesen
6+
      +++ Di, 9.11., 09:00 Uhr / 11:00 Uhr, Theater an der Ruhr +++   „Mich gab es viele Milliarden Jahre nicht“, diese ernüchternde Erkenntnis lassen Ketterings Figuren nicht auf sich sitzen. Zwei clowneske Sisyphusse hangeln sich in Time out durch ewige Menschheitsfragen über Sein und Nichtsein, Anfang und Ende. Dabei werfen sie die Zeit selbst in die Luft, wie das nur im Theater möglich ist, wo aus „Jetzt“ eine Stunde, aus einer Stunde „ein Flügelschlag“ oder Milliarden Jahre werden. Das ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 26. und 27. Mai 2021 //  In der Märchenwelt der Brüder Grimm herrscht ausgleichende Gerechtigkeit – und eine sehr klare Vorstellung über Männer- und Frauenrollen: Von den Stiefschwestern gemobbt und von der Stiefmutter gedemütigt, bekommt das fleißige, sittsame Aschenputtel am Ende den reichen Prinzen. Zweihundert Jahre später, bei Rebekka Kricheldorf, stellt sich die Lage nicht nur deutlich komplexer, sondern auch um ein Vielfaches lustiger dar. Souverän nimmt die ... weiterlesen
5+
  In wen verliebt sich der letzte Eisbär? Benny taut unterm Hintern das Eis weg. Auf der Flucht findet er sein Glück: ein Huhn namens Polly. Nur kriegt Polly bei dem Gedanken, Hühnerbären auszubrüten, Albträume. Eine Partneranzeige für den Freund muss her! Es melden sich Gleichgesinnte; ob aus brennenden Wäldern oder vermüllten Meeren, alle eint das gleiche Los: Ihresgleichen gibt es nicht mehr. Eine absurde Partnersuche von lauter Aussterbenden. Loher nimmt die Klimakatastrophe zum Anlass für ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 18. und 19. Mai 2021 //  Waren Sie live dabei, als RTL vor 20 Jahren die neue Fernsehrealität erfand? Wenn nicht, kriegen Sie jetzt einen Eindruck, was „Big Brother“ mit hundskommunen Menschen macht, die sich wochenlang in einen Wohncontainer sperren und abfilmen lassen. Der Basler Theatermacher Boris Nikitin hat am Staatstheater Nürnberg eine Art Reenactment der legendären Reality-Show angezettelt – zum Beweis, dass mit diesem Format gleichsam die Ursuppe ... weiterlesen
6+
  Die Eine und Der Andere. Nachbarskinder. Heute ist wieder einer dieser Nachmittage, an denen sie allein zu Hause sitzen. Langeweile kriecht aus allen Ecken. Tassen und Möbelstücke werden zu Gesprächspartnern. Zur Abwechslung starrt man ein Loch in die Wand. Doch dann passiert das geradezu Unmögliche, das Loch wird plötzlich Wirklichkeit. Argwöhnisch kriecht Der Andere hindurch. Die Eine empfängt ihn erwartungsvoll mit einem Stück Kuchen. Und nun? Noch etwas schüchtern, doch dann, immer ... weiterlesen
Digitale Vorstellungen am 13. und 14. Mai 2021 // Im Herbst 1980 detonierte eine Bombe in München. Ausgerechnet im Oktoberfestgetümmel. Schlimmeres hat rechter Terror seit 1945 nicht verbrochen, gründlicher hat der deutsche Staatsschutz selten versagt. Die Münchner Kammerspiele rekonstruieren „Das Oktoberfestattentat“ aus der Opferperspektive. Autorin Christine Umpfenbach hat Überlebenden in Interviews zugehört und legt deren Aussagen dem Ensemble dokumentarisch in den Mund. Zur Qualität dieser ... weiterlesen

Aktuelles

Werkstatt Theater übersetzen 2019 / Foto: Marie-Luise Eberhardt
Die Mülheimer Theatertage "Stücke 2022" laden wieder zusammen mit dem Internationalen Theaterinstitut - Zentrum Deutschland und unterstützt vom Goethe-Institut Übersetzer:innen deutschsprachiger Dramatik zu einer Werkstatt ein.
Das Leben ist ein Wunschkonzert von Esther Becker / Foto: David Baltzer
Nach dem coronabedingt digitalen Festival im Mai war das große Ziel, noch einige Inszenierungen aus der KinderStücke-Auswahl live in Mülheim zu zeigen.
Die Stadthalle während der "Stücke 2021" / Foto: Caroline Zirves
Mit der Vergabe des Mülheimer Dramatikpreises an Ewe Benbenek gehen die 46. Mülheimer Theatertage, in ihrer ersten digitalen Ausgabe, zu Ende.