Mülheimer Bildungskonferenz macht den Umgang mit Rassismus zum Thema

Am 25. August fand die Mülheimer Bildungskonferenz *light* zum Thema „Politische Bildung – lebensnah gestalten“ statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage, was können wir aktuell in Mülheim tun, um demokratische Haltungen und demokratisches Handeln zu fördern? Dazu hatte sich ein vielfältiges Publikum, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus der Schule, der Jugendarbeit,  von Migrantenselbstorganisationen und aus der Stadtverwaltung in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ versammelt.

Die Konferenz wurde am Vormittag von Bürgermeisterin Margarete Wietelmann  und Moderator Dr. Jens Oboth eröffnet. Bürgermeisterin Wietelmann begrüßte die Teilnehmenden und verdeutlichte in ihrer Eröffnungsrede, dass auch in Mülheim an der Ruhr Rassismus ein Thema sei. Denn täglich sind Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer religiösen Zugehörigkeit rassistischen Äußerungen und Handlungen ausgesetzt. Wietelmann sprach sich deutlich dafür aus, dass es die Aufgabe aller Mülheimer sei, kontinuierlich  für dieses Thema zu sensibilisieren und daran zu arbeiten.

Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum thematisierte die Phänomene und Ursachen von Rassismus mit einem Impulsvortrag zum Thema „Rassismuskritische politische Bildung“. Er stellte von Anfang an klar: „Rassismus hat nichts mit realen Menschen zu tun, sondern mit Phantasmen über bestimmte Menschengruppe. Rassismus ist ein globales Phänomen. Daher ist es wichtig, sich die Bilder anzuschauen, die hinter den Gedanken liegen.“ Darüber hinaus forderte er das Publikum heraus, sich folgende Frage zu stellen: „Wie hat Rassismus mein Leben beeinflusst?“

Aus seiner beruflichen Zeit als Lehrer machte er deutlich, dass man sich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Rassismus in Schule“ häufig nur auf den Rechtsradikalismus fokussiere. Dies führe dazu, dass Rassismus, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt, nicht thematisiert wird. Dies wiederum habe zur Folge, dass die Beteiligten denken, Rassismus habe nichts mit ihnen zu tun. Fereidooni forderte außerdem, dass Rassismuskritik als „ganz normale Professionskompetenz des pädagogisches Personals“ verstanden werden sollte.

Am Ende gab Herr Fereidooni den Zuhörern Denkanstöße mit auf den Weg und verwies auf wissenschaftliche Studien für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die Konferenz können Sie sich unter folgendem Link anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=ztiqVn_Yxj8 

 

 

 

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