Demokratiekonferenz 2018

 "Wie wollen wir miteinander leben?"

130 Teilnehmende zählte die Veranstaltung am 1. Oktober 2018 in der Aula der Willy-Brandt-Schule.Interessierte aus den Mülheimer Schulen, Studenten der Hochschule Ruhr West und Mitarbeitende aus Verwaltung und Vereinen aber auch Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um über das Zusammenleben in der Stadtgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wurde die Konferenz von dem Poetry-Slammer Dennis Kirschbaum (I-Slam) der in der angesagten Dichtkunst des „Poetry-Slams“ einen Text vortrug. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Oberbürgermeister wurde das Publikum von Moderator Dr. Serge Embacher mit einem Warm-up auf einen diskussionsreichen Tag eingestimmt.

Ulrich Scholten verdeutlichte bereits in seiner Eröffnungsrede, dass

"Die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören, sei auch in Mülheim an der Ruhr keine Randerscheinung. Denn sie sei leider auch bei uns in der Mitte der Gesellschaft verankert."

 

Diese These vertiefte Professor Dr. Thomas Kron von der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen in seinem Impulsvortrag, indem er bundesweite Zahlen zu den aktuellen Ausgrenzungstendenzen vorstellte. Asylsuchenden und geflüchtete Menschen, Langzeitarbeitslose und Neuankömmlinge erfahren am häufigsten Ausgrenzungs- und Abwertungstendenzen.

"Die anderen sogenannten „Syndrome“ der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dürfe man nicht Außerachtlassen."

Als Erklärungen für eine Ideologie der Ungleichwertigkeit zog Kron zwei mögliche Erklärungen heran. So benannte er das unternehmerische Selbst und den permanenten Zwang zur Selbstoptimierung als einen der wesentlichen Gründe. Ein weiterer Grund sei das sogenannte Schwarz-Weiß-Denken vieler Menschen. Im Anschluss stellte sich Professor Kron in einer Diskussionsrunde den Fragen des Publikums.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden sich auf einer Ausstellung über umgesetzte Vorhaben zur Demokratieförderung im Rahmen des Bundesprogramms informieren. Nach einer kurzen Pause gab es dann die Wahl zwischen acht Workshops, um über Ansätze und Methoden zu sprechen, wie man als Bürgerinnen und Bürger wertschätzend miteinander umgehen kann. So gab es einen Crashkurs zum Thema Stammtischparolen. In einem argumentativen Training wurden Gesprächsstrategien entwickelt, wie man mit provokanten Rednern umgeht und richtig argumentiert. Eine weitere praktische Übung bot Gilberte Driesen vom Mülheimer Verein Axatin e.V. an, die mit ihrer Workshoprunde unter partizipativem Einsatz Vorurteile und Stereotypen beleuchtete. In zwei freieren Workshopformaten, organisiert vom Barcamp Ruhr und der Initiative der offenen Gesellschaft, lernten die Teilnehmenden neue Beteiligungsformate kennen wie die Kneipen-Box oder das Lichtermeer und sammelten Impulse für ihre tägliche Arbeit. 

Die Demokratiekonferenz, welche am 01.10.2018 das erste Mal stattfand, ist eine Konferenz, welche in Rahmen der Mülheimer Partnerschaft für Demokratie umgesetzt und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Sie wurde vom Centrum für bürgerschaftliches Engagement e.V. und dem Amt für Kinder, Jugend und Schule organsisiert.

Fotos (Walter Schernstein)

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