Kevin Rittberger

Geboren 1977 in Stuttgart.
Studium der Neueren Deutschen Literatur, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin
Arbeitet als Autor und Regisseur
2008 war er Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg und nahm im selben Jahr an den Werkstatttagen am Burgtheater Wien teil. 2009 war er Stipendiat des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt.
2009 gewann er am Schauspielhaus Wien mit „Puppen“ das Hans-Gratzer-Stipendium im Rahmen des Autorenprojektes stück/für/stück.
 

 

Text- und Regiearbeiten


Hunger nach Sinn. Fünf Szenen nach Alexander Kluge
UA 17.11.2004, Staatstheater Stuttgart
Beyond History UA 11.10.2007, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Fake for Real UA 17.6.2007, Haus 73, Hamburg
Ostend nach dem Roman von Manfred Esser. UA 2007, Schauspiel Stuttgart
Hunger nach Sinn. Zweiter Teil nach Alexander Kluge. UA 13.3.2008, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Fast Tracking oder der Tod der Kunqu-Oper UA 9.11.2008, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Koro. Diesseits des Lustprinzips. Freud und die Folgen. (Folge 9)
UA 19.3.2009, Schauspielhaus Wien
Die Abschaffung der Arten nach dem Roman von Dietmar Dath
UA 9.11.2009, Deutsches Theater Berlin
Nachrichten aus der ideologischen Antike nach Alexander Kluge
UA 30.1.2010, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung UA 01.04.2010, Schauspielhaus Wien - "Stücke 2011"
Die Marquise von O. nach Heinrich von Kleist. In einer Bearbeitung von Kevin Rittberger und Nora Khuon. UA 02.06.2010, Ruhrfestspiele Recklinghausen (23.9.2010 Schauspiel Frankfurt)
Man kann vielleicht aus Terroristen Demokraten machen, nicht aber aus Depressiven. Kreisky (Folge 6) UA 17.2.2011, Schauspielhaus Wien

www.kevinrittberger.de

 
(Stand 2011)

Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung

von Kevin Rittberger

Stücke 2011

Schauspielhaus Wien

In der „Orestie“ ist Kassandra eine trojanische Seherin, die das Unheil prophezeit, ohne gehört zu werden. Bei Kevin Rittberger bezeichnet „Kassandra“ keine bestimmte Figur, sondern ein Dilemma: Es gibt Situationen, in denen Aufklärung zwecklos ist, wenn nicht sogar kontraproduktiv. Der erstmals für Mülheim nominierte Rittberger (geb. 1977) bringt in „Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung“ ein ebenso brisantes wie komplexes Thema auf die Bühne. Der Tragödie afrikanischer Boat People, die unter Lebensgefahr die Flucht nach Europa wagen, stellt Rittberger das Dilemma westlicher „Gutmenschen“ gegenüber, die helfen wollen.
Das Stück, das auf Interviews des Autors basiert, ist eine eigenwillige Mischung aus dokumentarischem Theater und gesellschaftskritischer Satire. Im ersten Teil wird in Form eines „Lehrstücks“ die Geschichte einer Afrikanerin erzählt, die es nach jahrelanger Odyssee endlich ins Boot nach Spanien schafft – und bei der Überfahrt samt ihren Kindern ums Leben kommt. Im zweiten Teil wechselt Rittberger die Perspektive: Jetzt treten Europäer auf den Plan, deren Engagement fatale Konsequenzen hat. Eine Dolmetscherin etwa zeigt Missstände in einem griechischen Asylheim auf – und macht dadurch alles nur noch schlimmer. Wie das afrikanische Dilemma gelöst werden könnte, weiß Rittberger auch nicht. Aber „Kassandra“ macht auf kluge und originelle Weise deutlich, worin das Dilemma überhaupt besteht.

Wolfgang Kralicek



Uraufführung am 1. April 2010


Regie: Felicitas Brucker
Bühne: Frauke Löffel
Kostüme: Sara Schwartz


Mit
Vincent Glander
Bettina Kerl
Steffen Höld
Katja Jung
Max Mayer
Nicola Kirsch


Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden, keine Pause
Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main

Stückabdruck in Theater heute, Heft 05/11

 

 

 

 

 

Fotos: Alexi Pelekanos

 

Rittberger, Kevin