Gasoline Bill

Foto von Lenore Blievernicht
1 Stunde 20 Minuten, keine Pause



Mit halbglamourösen Saloon-Klamotten und Cowboyhüten kreisen vier Schauspieler, Benny Claessens, Katja Bürkle, Kristof Van Boven und Sandra Hüller. Sie kreisen um sich, genauso wie um den anderen, sie kreisen und kreisen, um das Ich im Anderen und die Andersartigkeit des Ich. Und die Bühne kreist auch. Alles dreht sich. Bis zum Drehwurm. Ein regelrechter Kreißsaal ist das, eine Drehbühne für die Ideenproduktion à la Pollesch.
Auf jeden Fall ist Gasoline Bill eine Komödie. Hat man jemals bei Pollesch so befreit gelacht – und man lacht ja fast immer bei Pollesch. Es geht um die Möglichkeit oder viel mehr Unmöglichkeit der Einfühlung und des Mitgefühls in Gasoline Bill, die Unmöglichkeit der Beziehung, die schlechthinnige Andersartigkeit des anderen, es geht um den Terror der Liebe und den Terror des Erlösungsgedankens in ihr. Pollesch feiert sozusagen die unerträgliche Seichtigkeit des Seins, die wir mit dem Terror der Zwischenmenschlichkeit auszufüllen suchen. Das bleibt für die Schauspieler, diese Einfühlungskünstler, selbstverständlich nicht folgenlos. Und für die Bühne auch nicht. Pollesch verwendet wieder viel Theorie, diesmal vor allem aus der psychoanalytischen Ecke, er verwendet viel Pop, angefangen bei Monty Python, und er verquirlt das mit den Schauspielern gut gelaunt. Da werden seine Lieblingsthemen, Beziehung, Gefühle, Einfühlung und Schauspieler, auch zu den unseren.
Peter Michalzik

Uraufführung: 
am 16.11.2013, Münchner Kammerspiele

Mit: Katja Bürkle, Sandra Hüller, Benny Claessens, Kristof Van Boven
Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Tobias Staab

René Pollesch über "Gasoline Bill"
http://www.youtube.com/watch?v=dlESBBSpfVc

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