Preisträger 2002: Elfriede Jelinek
„Macht Nichts“ - Schauspielhaus Zürich, Foto: Leonard Zubler
Preisträger 2006: René Pollesch
„Cappuccetto Rosso“ - Volksbühne Berlin/Salzburger Festspiele, Foto: Thomas Aurin
Preisträger 2016: Wolfram Höll
„Drei sind wir“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträgerin 2013: Katja Brunner
„Von den Beinen zu kurz“ - Schauspiel Hannover, Foto: Katrin Ribbe
Preisträger 2015: Ewald Palmetshofer
„die unverheiratete“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Georg Soulek
Preisträgerin 2011: Elfriede Jelinek
„Winterreise“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Julian Röder
Preisträgerin 2008: Dea Loher
„Das letzte Feuer“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2005: Lukas Bärfuss
„Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2012: Peter Handke
„Immer noch Sturm“ - Thalia Theater Hamburg/Salzburger Festspiele, Foto: Armin Smailovic
Preisträger 2014: Wolfram Höll
„Und dann“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträgerin 2017: Anne Lepper
„Mädchen in Not“ - Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
Preisträger 2010: Roland Schimmelpfennig
„Der goldene Drache“ - Burgtheater Wien, Foto: Reinhard Werner
Preisträger 2007: Helgard Haug & Daniel Wetzel, Rimini Protokoll
„Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ - Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Sebastian Hoppe
Preisträger 2003: Fritz Kater
 „zeit zu lieben zeit zu sterben“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträgerin 2009: Elfriede Jelinek
„Rechnitz (Der Würgeengel)“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Arno Declair
Preisträger 2004: Elfriede Jelinek
 „Das Werk“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Christian Brachwitz

Cappuccetto Rosso

Szene aus Cappuccetto Rosso von René Pollesch
von René Pollesch

Stücke 2006

Volksbühne Berlin / Salzburger Festspiele

Die Schauspielerin hat ihren Zauber verloren! Dieses zarte Etwas, ihren einzigen Kontakt zur Wirklichkeit, mit dem sie Nazinutten und linksprogressive Intellektuelle verkörpern kann, dass die Kassen der bürgerlichen Unterhaltungsindustrie nur so klingeln. Nun sitzt sie wie ein eingetrocknetes Häuflein Elend in ihrer Garderobe und wartet auf das Wunder, das sie wieder ins Leben zurückruft...
René Pollesch, der seit Mitte der 90er Jahre die deutschsprachigen Bühnen mit seinen theorie-bewaffneten Schnellfeuerattacken überzieht und 2001 für "world wide web-slums" bereits mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet wurde, misstraut den Mechanismen der Repräsentation auf gesunde Weise, indem er sie gezielt ins Messer unserer neoliberalen Wirk-lichkeit laufen lässt. Denn wie kann Tobias Moretti noch Adolf Hitler spielen, wenn er mit einem Schäferhund an seiner Seite ein für allemal Kommissar Richie Moser sein wird?
Mit "Cappuccetto Rosso", einer scharfsinnig-subtilen Reflexion über die Grenzen des Als-ob, kehrt René Pollesch zu seiner Homebase, dem Prater der Berliner Volksbühne, den er seit 2001 leitet, zurück, wo er sich auf ein bewährtes Team aus Mitstreitern der ersten Stunde wie Christine Groß, Caroline Peters, Sophie Rois und Volker Spengler verlassen kann.
Und während gerade im SPIEGEL und andernorts in einer ressentimentgesättigten Debatte die Rückkehr zu einer heilen, sauberen und damit abgrundtief verlogenen Theaterwelt gefordert wird, legt Pollesch seinen Finger in die wahre Wunde des modernen Regietheaters, denn "das Leben kommunizieren ist nicht so leicht, wie die in der Scheißrepräsentation sich das denken".

Silvia Stammen

Inszenierung: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Video: Ute Schall

Mit:
Sophie Rois
Caroline Peters
Christine Groß
Volker Spengler

Uraufführung in Salzburg am 24. August 2005

Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek

 

Szene aus Cappuccetto Rosso von René Pollesch
Szene aus Cappuccetto Rosse von René Pollesch

 

 

 

 

 

René Pollesch

René Pollesch / Foto: Thomas Aurin
Geboren 1962 in Friedberg/Hessen.
Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen. Anschließend Arbeit mit eigenem Ensemble in Frankenthal. Ab 1992 erste Auftragsarbeiten für das Theater am Turm, Frankfurt am Main (TAT) und Inszenierungen eigener Stücke auf der TAT-Probebühne. 1996 erhält er ein Arbeitsstipendium am Royal Court Theatre London mit Seminaren bei Harold Pinter und Caryl Churchill. 1997 Stipendium der Akademie Schloß Solitude in Stuttgart.
In der Spielzeit 1999/2000 war René Pollesch Hausautor am Luzerner Theater, im Herbst 2000 Hausautor am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, von 2001 bis 2007 künstlerischer Leiter des Praters der Volksbühne Berlin.
Er inszeniert seine eigenen Stücke u. a. in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, München, Wien und Zürich.

 

Stücke

Metamorphosen Nach Ovid, UA 14.10.1990, Theater der Stadt Heidelberg, Regie: Wolfgang Hofmann
Harakiri einer Bauchrednertagung, UA 25.05.2000, Bremer Theater, Regie: Barbara Bilabel
Ich schneide schneller „Version 4”, UA 06.05.1993, Theater Am Turm, Frankfurt am Main, Regie: René Pollesch, auch als ZDF-Fernsehspiel (1998)
Pool – A Snuff Comedy, UA 28.10.1994, Theater Am Turm, Frankfurt am Main, Regie: René Pollesch
Oskarnacht „California-Suite-Rip off”, UA 30.01.1998, Hamburger Kammerspiele, Regie: Ulrike Maack
Drei hysterische Frauen, UA 02.07.1998, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Superblock, UA 07.12.1998, Berliner Ensemble, Regie: René Pollesch
Heidi Hoh, UA 15.05.1999, Podewil, Berlin, Regie: René Pollesch
Java™ in a Box, 13-teilige Soap UA 24.09.1999 (1. Folge), Luzerner Theater, Regie René Pollesch
Bambi Sickafossee, UA 17.02.2000, Junges Theater Göttingen, Regie: Lukas Langhoff
Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr, UA 10.05.2000, Podewil Berlin in Koproduktion mit dem Luzerner Theater, Regie: René Pollesch
Frau unter Einfluß, UA 07.12.2000, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
world wide web-slums, UA 08.11.2000, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch -  Mülheimer Dramatikerpreis 2001
ufos&interviews, UA 02.03.2001, Luzerner Theater, Regie: René Pollesch
Smarthouse 1+2, UA 16./17.11.2001, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Heidi Hoh - die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, UA 28.06.2001, Podewil Berlin, Regie: René Pollesch
Prater Trilogie (Stadt als Beute, UA 26.09.2001, Insourcing des Zuhauses. Menschen in Scheißhotels, UA 30.10.2001 und Sex, UA 30.01.2002), Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch - „Stücke 2002“
Der Kandidat (1980). Sie leben!, UA 07.06.2002, Theaterformen Braunschweig / Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
24 Stunden sind kein Tag, UA 12.10.2002, Grosses Haus/Neustadt in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Soylent Green ist Menschenfleisch, sagt es allen weiter!, UA 09.01.2003, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Freedom, Beauty, Truth & Love. Das revolutionäre Unternehmen, UA 06.03.2003, Grosses Haus/Neustadt in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Bei Banküberfällen wird mit wahrer Liebe gehandelt, UA 24.05.2003, Schauspielhaus Zürich, Regie: Stefan Pucher
LSD, UA 11.07.2003, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Splatterboulevard, UA 19.09.2003, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
Der Leopard von Singapur, UA 16.10.2003, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Telefavela (Zeltsaga), UA 12.01.2004, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Svetlana in a Favela, UA 27.02.2004, Theater Luzern / Theater Basel, Regie: René Pollesch
Pablo in der Plusfiliale, UA 02.05.2004, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Regie: René Pollesch
Hallo Hotel …!, UA 18.06.2004, Theaterformen Braunschweig / Burgtheater Wien, Regie: René Pollesch
Prater Saga, UA fünf Folgen ab Oktober 2004, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Der okkulte Charme der Bourgeoisie bei der Erzeugung von Reichtum, UA 27.02.2005, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
Häuser gegen Etuis, UA 03.06.2005, Burgtheater Wien, Regie: René Pollesch
Menschen im Etui, UA 05.11.2005, Schauspiel Hannover, Regie: René Pollesch
Cappuccetto Rosso, UA 24.08.2005, Salzburger Festspiele / Volksbühne Berlin, Regie: René Pollesch - Mülheimer Dramatikerpreis und Publikumspreis der "Stücke 2006"
Schändet eure neoliberalen Biografien, UA 20.10.2005, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch
Notti senza cuore - life is the new hard!, UA 19.12.2005, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Strepitolino - i giovanotti disgraziati, UA 16.02.2006, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Um 20 Uhr, während die Tagesschau läuft, leidet niemand Hunger, UA 29.04.2006, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Wann kann ich endlich in einen Supermarkt gehn und kaufen was ich brauche allein mit meinem guten Aussehen?, UA 29.04.2006, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
L Affaire Martin! Occupe-toi de Sophie. Par la fenêtre, Caroline! Le mariage de Spengler. Christine est en avance., UA 11.10.2006, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Das purpurne Muttermal, UA 26.11.2006, Burgtheater (Akademietheater) Wien, Regie: René Pollesch
Tod eines Praktikanten, UA 11.01.2007, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Solidarität ist Selbstmord, UA 27.02.2007, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch
Ragazzo dell Europa, UA 26.05.2007, Teatr Rozmaitosci, Warschau, Regie: René Pollesch
Liebe ist kälter als das Kapital, UA 21.09.2007, Schauspiel Stuttgart, Regie: René Pollesch - „Stücke ´08“
Diktatorengattinnen, UA 17.10.2007, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Die Welt zu Gast bei reichen Eltern, UA 22.11.2007, Thalia Theater Hamburg, Regie: René Pollesch
Darwin-win & Martin Loser-Drag King & Hygiene auf Tauris, UA 28.04.2008, Hinterbühne der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Tal der fliegenden Messer - Ruhrtrilogie Teil 1, UA 07.06.2008, Ringlokschuppen Mülheim / Theaterbüro Mülheim / Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Fantasma, UA 06.12.2008, Burgtheater (Akademietheater) Wien, Regie: René Pollesch - Publikumspreis der „Stücke 2009“
Du hast mir die Pfanne versaut, du Spiegelei des Terrors! - Ein Gesellschaftsspiel, UA 07.01.2009, Sternfoyer in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Ping Pong d Amour, UA 14.02.2009, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch
Ein Chor irrt sich gewaltig, UA 02.04.2009, Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Hedley Lamarr, UA 20.05.2009, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Peking-Opel, UA 28.05.2009, Burgtheater Wien, Regie: René Pollesch Cinecitta Aperta - Ruhrtrilogie Teil 2, UA 19.06.2009, Ringlokschuppen Mülheim / Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Calvinismus Klein, UA 04.12.2009, Schauspielhaus Zürich, Regie: René Pollesch
Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang, UA 13.01.2010, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
Mädchen in Uniform - Wege aus der Selbstverwirklichung, UA 25.02.2010, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
Der perfekte Tag - Ruhrtrilogie Teil 3, UA 18.06.2010, Ringlokschuppen Mülheim / Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Drei Western UA 25.09.10, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen, UA 09.10.2010, Schauspiel Frankfurt, Regie: René Pollesch
XY BEAT, UA 27.11.2010, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch
Schmeiß dein Ego weg!, UA 12.01.2011, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Was du auch machst, mach es nicht selbst, UA 18.03.2011, Theater Freiburg, Regie: René Pollesch
Die Kunst war viel populärer als ihr noch keine Künstler wart, UA 17.06.2011, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin / Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
Jackson Pollesch, UA 16.09.2011, Teatr Rozmaitosci, Warschau, Regie: René Pollesch
Die Liebe zum Nochniedagewesenen, UA 03.12.2011, Burgtheater Wien, Regie: René Pollesch
Kill your Darlings! Streets of Berladelphia, UA 18.01.2012, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin - „Stücke 2012“
Wir sind schon gut genug!, UA 03.03.2012, Schauspiel Frankfurt, Regie: René Pollesch
Eure ganz großen Themen sind weg!, UA 14.04.2012, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch
Neues vom Dauerzustand, UA 06.09.2012, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: René Pollesch
Don Juan - nach Molière, UA 15.09.2012, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Macht es für euch!, UA 19.12.2012, Schauspielhaus Zürich, Regie: René Pollesch
KapiTal der Puppen, UA 15.02.2013, Staatsschauspiel Dresden, Regie: René Pollesch
Die Revolver der Überschüsse, UA 12.04.2013, Staatstheater Stuttgart, Regie: René Pollesch
Der General, UA 23.05.2013, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Glanz und Elend der Kurtisanen – nach Balzac, UA 06.09.2013, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Regie: René Pollesch
Cavalcade or Being a Holy Motor, UA 27.09.2013, Burgtheater (Akademietheater) Wien, Regie: René Pollesch
Gasoline Bill, UA 16.11.2013, Münchner Kammerspiele, Regie: René Pollesch - „Stücke 2014“
Herein! Herein! Ich atme euch ein!, UA 11.01.2014, Schauspielhaus Zürich, Regie: René Pollesch
Je t’adorno, UA 08.03.2014, Schauspiel Frankfurt, Regie: René Pollesch
Cruel to be kind, UA 25.06.2014, Volksbühne Berlin, Regie: René Pollesch
 

Buchpublikationen

2002 Wohnfront 2001- 2002, Alexander Verlag Berlin
2003 www-slums, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg
2003 24 Stunden sind kein Tag, Synwolt-Verlag
2003 Zeltsaga, Synwolt-Verlag Berlin
2004 Pratersaga, Alexander Verlag Berlin
2009 Liebe ist kälter als das Kapital, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg

Film und Fernsehen

Ich schneide schneller, Kleines Fernsehspiel, ZDF, 1997
Ich schneide schneller, Soap, ZDF, 1998
24 Stunden sind kein Tag, 3sat/Theaterkanal, 2003
Stadt als Beute, Regie: Irene von Alberti, Miriam Dehne, Esther Gronenborn, 2005
Portrait aus Desinteresse, 2008

Hörspiele

Heidi Hoh, 2000, DLR/WDR
Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr, 2001, DLR
Heidi Hoh - die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, 2003, NDR
Tod eines Praktikanten, 2007, DLR

Preise und Auszeichnungen

1996 Arbeitsstipendium am Royal Court Theatre London
1997 Stipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart
2001 Mülheimer Dramatikerpreis für world wide web-slums
2002 Autor des Jahres der Kritikerumfrage von Theater heute
2006 Mülheimer Dramatikerpreis für Cappuccetto Rosso
2007 Nestroy-Theaterpreis für Das purpurne Muttermal
2012 Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für das Gesamtwerk

 

world wide web-slums

von René Pollesch

Stücke 2001

Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Intendant: Tom Stromberg

Ostern Weihnachten: Caroline Peters
Gong Titelbaum: Catrin Striebeck
Drahos Kuba: Bernd Moss
Frank Olyphant: Stefan Merki


Regie: René Pollesch
Bühne und Kostüme: Janina Audick, Tabea Braun
Dramaturgische Mitarbeit: Andreas Beck
Regieassistenz: Jörg Karrenbauer
Bühnen-/Kostümassistenz: Michael Walter
Souffleuse: Renate Prozesky


Technische Direktion: Eberhard Bothe
Technische Produktionsleitung: Christian Voß
Leiter der Beleuchtung: Dierk Breimeier
Licht: Peter Dittrich
Beleuchtung: Sina Rohrlack
Leiterin der Tonabteilung: Gabriele Kronenberg
Ton: Gunnar Becher
Maske und Haartrachten: Sonja Rödel
Leiter des Kostümwesens: Rainer H. Gawenda
Gewandmeister: Hans Joachim Vorwerg, Maren Voß, Anne Scheerer, Susanne Günther Kostümmalerei: Constanze Schuster
Leiter der Requsite: Michael Burow
Requsite: Michael Burow, Hartmut Wahlen
Werkstattleitung: Dieter Purrmann
Malsaal: Udo Beschoner
1. Theatermaler: Reinhold Leuckfeld
Dekorationsabteilung: Uwe Pape
Tischlerei: Horst Welling
Schlosserei: Walter Engel
Theaterplastik: Michael Meier


Uraufführung am 8. November 2000 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg
Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag, Reinbek


 

Pollesch, René
Cappuccetto Rosso

Prater-Trilogie. Stadt als Beute / Insourcing des Zuhause - Menschen in Scheiss-Hotels / Sex

von René Pollesch

Stücke 2002

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Intendant: Frank Castorf

Stadt als Beute
nach spaceLab

mit
Fabian Hinrichs
Philipp Hochmair
Astrid Meyerfeldt
Bernhard Schütz

Regie: René Pollesch
Raum und Kostüme: Bert Neumann
Dramaturgie: Bettina Masuch

Premiere am 26. September 2001, Volksbühne im Prater

 


Szene aus Prater-Trilogie. Insourcing des Zuhause - Menschen in Scheiss-Hotels von René Pollesch

 

 

 

 

Insourcing des Zuhause
Menschen in Scheiss-Hotels
nach Lorenz/Kuster/Boudry

mit
Christine Groß
Nina Kronjäger
Claudia Splitt

Regie: René Pollesch
Raum: Bert Neumann
Kostüme: Janina Audick
Dramaturgie: Bettina Masuch

Premiere am 27. Oktober 2001, Volksbühne im Prater
 

 

Szene aus Prater-Trilogie. Sex von René Pollesch

 

 

 

 

Sex
von René Pollesch nach Mae West

mit
Inga Busch
Caroline Peters
Sophie Rois

und Percy Ashong, Moise Ngolwa, Ahmed Salako

Regie: René Pollesch
Raum und Kostüme: Bert Neumann
Dramaturgie: Bettina Masuch
Musikalische Einrichtung: „Songs“ Sir Henry

Premiere am 30. Januar 2002, Volksbühne im Prater
 

Ton: Christoph Kalkowski/Martin Renning
Licht: Frank Novak
Regieassistenz: Boris Nikitin
Bühnenbildassistenz: Alexander Tiller
Kostümassistenz: Martina Begemann / Gabriel Bertschler
Video: Lisa Böffgen
Souffleusen: Gabriela Anschütz / Tina Pfurr / Christiane Schult
Chefmaskenbildnerinnen: Doretta Kraatz/Ilona Siefert
Technische Direktion: Stefan Pelz
Theatermeister: Andreas Speichert
Bühnentechnik: Olaf Streck
Chefrequisiteur: Georg Buchmann
Requisiteur: Eike Grögel
Kostümdirektion: Ellen Hofmann / Ulrike Köhler / Rita Sauerteig
Damenkostüme: Bärbel Gröppler / Birgit Reif
Herrenkostüme: Udo Höft
Kostümmalerin: Margot Deutschmann
Damen-/Herrengarderobe: Jutta Rommel
Werkstättenleitung: Frank Mittmann
Tischlerei: Colin Mitchell
Malsaal: Günter Altmann / Rolf-Jürgen Windorf
Schlosserei: Klaus Koal
Dekoarbeiten: Frank Halling / Ramona Zimmermann
Dank den Praktikanten der Werkstätten

Übersetzung von „SEX“ von Mae West: Thomas Rach


 

Pollesch, René

Liebe ist kälter als das Kapital

Szene aus Liebe ist kälter als das Kapital von René Pollesch
von René Pollesch

Stücke 2008

Schauspiel Stuttgart

Es geht um die „Beeindruckungsmaschine", die das Theater ist – und um die Schauspieler, die ihr vergeblich zu entkommen trachten. Ein altes Pollesch-Thema, in „Liebe ist kälter als das Kapital" wird es miterhellender Verzweiflungskomik und rasenden Gedanken-Loops neu durchgespielt.
Da proben also fünf Schauspieler unter schönstem Slapstick-Einsatz ein Stück, und immer wenn sie aus der bürgerlichen Theaterkulisse nach hinten abtreten, sind sie mitten in den Dreharbeiten zu einem Film. Wie soll da einer sein Gefühl für die Wirklichkeit bewahren, wenn er sie dauernd repräsentieren muss? Was ist überhaupt noch real, und gibt es ein wahres Leben im Theater? Der mediale Inszenierungsdruck produziert Hysterie („Dieses Multitasking halte ich auf Dauer nicht aus!") und die Sehnsucht nach Widerstand: „Ich will mein Nein kalt aus der Hüfte schießen, ohne Dienst an dem großen Ja!" Doch Rebellion ist kaum möglich. In Anlehnung an eine Szene aus John Cassavetes´ Film „Opening Night" weigert sich eine Schauspielerin, sich ohrfeigen zu lassen, obwohl ihre Rolle es verlangt. Also muss sie diszipliniert werden: „Es ist nun mal Tradition. Schauspieler werden geschlagen!“
Ohrfeigen gibt es in dieser Inszenierung dann jede Menge – handfeste wie rhetorische. Auch die RAF kriegt welche ab, denn das Stück entstand im Rahmen der Stuttgarter Projektwoche „Endstation Stammheim". Doch der Terror der Pose, auf den Pollesch hier abzielt, ist nicht tödlich, sondern täglich.
Christine Dössel

Uraufführung am 21. September 2007

Regie: René Pollesch
Bühne: Janina Audick
Kostüme: York Landgraf
Video: Alexander Schmidt
Dramaturgie: Christian Holtzhauer

Mit
Silja Bächli
Christian Brey
Katja Bürkle
Florian von Manteuffel
Bijan Zamani

Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek

Szene aus Liebe ist kälter als das Kapital
Szene aus Liebe ist kälter als das Kapital

 

 

 

 

 Fotos: David Graeter
 

Pollesch, René

Fantasma

Fantasma
von René Pollesch

Stücke 2009

 

 

 

 


Burgtheater Wien/ Akademietheater

Uraufführung am 6. Dezember 2008

Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow

Mit
Sachiko Hara
Sophie Rois
Daniel Jesch
Hermann Scheidleder
Stefan Wieland
Martin Wuttke

Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek


Foto: Georg Soulek
Foto: Georg Soulek

 

 

 

 

Foto 1: Reinhard Werner / Foto 2 und 3: Georg Soulek

 

Pollesch, René

Kill your Darlings! Streets of Berladelphia

Szene aus Kill you Darlings! Streets of Berladelphia von René Pollesch
von René Pollesch

Stücke 2012

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

René Pollesch ist das Perpetuum mobile des deutschen Theaters. ErStücke 2012: Fabian Hinrichs und Chor (Eduard Anselm, Johanna Berger, Christin Fust, Hannes Hirsch, Emma Laule, Ronny Lorenz, Martina Marti, Fynn Neb, Rudolph Perry, Simone Riccio, Nicola Rietmann, Paula Schöne, Anna Smith, Lukas Vernaldi, Claudia Vila Peremiquel) in KILL YOUR DARLINGS! STREETS OF BERLADELPHIA von René Pollesch, Inszenierung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. schreibt und inszeniert ununterbrochen Stücke, wobei er
aus der permanenten Produktion schier unerschöpfliche Energie zu gewinnen scheint. Zentrales Thema seines Werks ist die Liebe in Zeiten des Kapitalismus; lange hat Pollesch das nicht mehr so konzentriert und so sinnlich erfahrbar gemacht wie in „Kill your darlings!“. Der Bezugsrahmen, in den der Autor seine Texte gern stellt, ist diesmal keine Boulevardkomödie oder Filmklassiker, sondern ein Lied: Der Untertitel „Streets of Berladelphia“ verweist auf Bruce Springsteen.
Das Stück ist, wenn man so will, ein langer Song, ein dramatisches Stücke 2012: Fabian Hinrichs und Chor (Eduard Anselm, Johanna Berger, Christin Fust, Hannes Hirsch, Emma Laule, Ronny Lorenz, Martina Marti, Fynn Neb, Rudolph Perry, Simone Riccio, Nicola Rietmann, Paula Schöne, Anna Smith, Lukas Vernaldi, Claudia Vila Peremiquel) in KILL YOUR DARLINGS! STREETS OF BERLADELPHIA von René Pollesch, Inszenierung Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin.Gedicht. Der fabelhafte Fabian Hinrichs ist der einzige Schauspieler der an Polleschs Stammhaus, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, produzierten Aufführung. Mit Hinrichs sind „die 15 besten Turner Berlins“ auf der Bühne. Diese stellen das kapitalistische Netzwerk (im Unterschied zum linken Kollektiv) dar, und Pollesch demonstriert an diesen begnadeten Körpern sehr anschaulich, wie das mit dem „Mehrwert“ funktioniert.
Verschiedene Zitate (etwa ein Mutter-Courage-Planwagen auf der Stücke 2012: Fabian Hinrichs und der Chor (Eduard Anselm, Johanna Berger, Christin Fust, Hannes Hirsch, Emma Laule, Ronny Lorenz, Martina Marti, Fynn Neb, Rudolph Perry, Simone Riccio, Nicola Rietmann, Paula Schöne, Anna Smith, Lukas Vernaldi, Claudia Vila Peremiquel) in KILL YOUR DARLINGS! STREETS OF BERLADELPHIA von René Pollesch, Inszenierung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin.Bühne) verweisen auf einen älteren Spezialisten für Geld und Liebe, Bertolt Brecht.
„Das haben wir nicht für euch gemacht, sondern für uns“, sagt Hinrichs am Ende im Sinne von Brechts Lehrstück- theorie.
Solange wir dabei zuschauen dürfen, soll es uns recht sein.

Wolfgang Kralicek


Uraufführung am 18.01.2012 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin


Regie: René Pollesch
Bühne und Kostüme: Bert Neumann
Licht: Frank Novak
Dramaturgie: Henning Nass



Mit Fabian Hinrichs
Chor: Eduard Anselm, Johanna Berger, Christin Fust, Hannes Hirsch, Emma Laule, Ronny Lorenz, Martina Marti, Fynn Neb, Rudolph Perry, Simone Riccio, Nicola Rietmann, Paula Schöne, Anna Smith, Lukas Vernaldi, Claudia Vila Peremiquel


Eine Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin im Rahmen der Theaterpartnerschaft mit dem Teatro Stabile di Torino "Fatzer geht über die Alpen", gefördert im Fonds Wanderlust durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit besonderem Dank an Die Etage, Schule für die Darstellenden Künste e.V.


Aufführungsdauer: 70 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek


Das Stück konnte nicht gezeigt werden und war deshalb nicht Bestandteil des Wettbewerbs.
 

us Kill you Darlings! Streets of Berladelphia von René Pollesch
us Kill you Darlings! Streets of Berladelphia von René Pollesch

 

 

 

 

 

Fotos: Thomas Aurin
 

Pollesch, René

Gasoline Bill

Foto: Lenore Blievernicht

von René Pollesch
Münchner Kammerspiele

Mit halbglamourösen Saloon-Klamotten und Cowboyhüten kreisen vier Schauspieler, Benny Claessens, Katja Bürkle, Kristof Van Boven und Sandra Hüller. Sie kreisen um sich, genauso wie um den anderen, sie kreisen und kreisen, um das Ich im Anderen und die Andersartigkeit des Ich. Und die Bühne kreist auch. Alles dreht sich. Bis zum Drehwurm. Ein regelrechter Kreißsaal ist das, eine Drehbühne für die Ideenproduktion à la Pollesch.
Auf jeden Fall ist Gasoline Bill eine Komödie. Hat man jemals bei Pollesch so befreit gelacht – und man lacht ja fast immer bei Pollesch. Es geht um die Möglichkeit oder viel mehr Unmöglichkeit der Einfühlung und des Mitgefühls in Gasoline Bill, die Unmöglichkeit der Beziehung, die schlechthinnige Andersartigkeit des anderen, es geht um den Terror der Liebe und den Terror des Erlösungsgedankens in ihr. Pollesch feiert sozusagen die unerträgliche Seichtigkeit des Seins, die wir mit dem Terror der Zwischenmenschlichkeit auszufüllen suchen. Das bleibt für die Schauspieler, diese Einfühlungskünstler, selbstverständlich nicht folgenlos. Und für die Bühne auch nicht. Pollesch verwendet wieder viel Theorie, diesmal vor allem aus der psychoanalytischen Ecke, er verwendet viel Pop, angefangen bei Monty Python, und er verquirlt das mit den Schauspielern gut gelaunt. Da werden seine Lieblingsthemen, Beziehung, Gefühle, Einfühlung und Schauspieler, auch zu den unseren.

Peter Michalzik

 

Uraufführung am 16.11.2013, Münchner Kammerspiele

 

Mit:
Katja Bürkle, Sandra Hüller, Benny Claessens, Kristof Van Boven


Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Tobias Staab

 

Aufführungsdauer: 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg
 

www.muenchner-kammerspiele.de
 

 

Foto: Lenore Blievernicht
Foto: Lenore Blievernicht

  


René Pollesch über "Gasoline Bill"


Alle Filme von Max Büch und Alexander Viktorin


 

 

Pollesch, René