Speisekarte VI

Schwer im Magen

Manchmal ist Theater, oder das, was dazu gehört, nicht leicht verdaulich. Blog-Autorin Victoria Weich findet, dass es allerdings ein Gewinn sein kann, wenn Theater schwer im Magen liegt. 

Wenn der Applaus abgeebbt ist, das Licht den Saal nach der Vorstellung wieder erhellt und die Zuschauer*innen meist eher murmelnd denn diskutierend den Raum verlassen, beginnt er: der Verdauungsprozess. Die Eindrücke sickern ein und setzen sich, es bildet sich eine Meinung zum Gesehenen und man fängt an, miteinander zu sprechen und sich vielleicht sogar lustig zu streiten. Dabei verlangen gerade die Brocken, bei denen man nicht einer Meinung ist, die sich immer wieder in den eigenen Gedanken verkanten, die auch noch Tage nach dem Ereignis im Inneren rumoren, eine klare Positionierung. Und ist das nicht eine, vielleicht sogar die Qualität des Theaters?

Ich bin persönlich beteiligt und live dabei. Ich bin die Zuschauerin, die nach der Auflösung der Privatheit auf der Bühne giert! Ich bin auch gemeint, wenn ein Regisseur blasiert behauptet, man müsse eben gebildet sein, um seine Inszenierung zu verstehen!

So kann ich es manchmal nicht fassen, rege mich auf und halte dagegen. Dann sind die Steine im Magen doch Gold wert. 

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