Interview

„Die Stücke sind nie fertig“

Anne Lepper ist mit „Mädchen in Not“ zum zweiten Mal zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Blog-Autorin Isabelle Bach hat der Autorin vorab per Email ein paar Fragen zum Festivalkonzept, zu ihren Figuren und zu fehlenden Satzzeichen gestellt. 

Wie stehen Sie zum Festivalkonzept der „Stücke“ (der Trennung von Text und Inszenierung)? Denken Sie, dass es wichtig ist einen Theatertext unabhängig von der Inszenierung zu bewerten?

Anne Lepper: Der Versuch der Mülheimer Stücke, den Schwerpunkt auf die Texte zu legen, ist mir naturgemäß sympathisch. Im besten Fall macht es Spaß den Text zu lesen, die Inszenierung zu sehen. Vielleicht sind ja beide nicht entstanden, um bewertet zu werden. 

Schließen Sie nach Fertigstellung eines Stücks mit ihren Figuren ab oder denken sie weiter über diese Figuren nach und die Figuren leben und entwickeln sich weiter?

Anne Lepper: Die Stücke sind eigentlich nie fertig, und oft fällt mir später auf, dass ich alles ganz anders hätte schreiben sollen und viel besser.

Sie verwenden im Text zu „Mädchen in Not“ weder Satzzeichen, noch Groß- und Kleinschreibung. Machen Sie das in jedem Stück so? Hat das eine Bedeutung? 

Anne Lepper: Das hat keine große Bedeutung und es ist ja auch auf der Bühne gar nicht zu sehen. Es fällt mir leichter, ohne Satzzeichen zu schreiben und vielleicht ist es ja auch leichter, ohne Satzzeichen zu lesen. 

Wo genau haben Sie „Mädchen in Not“ geschrieben? Hatte dieser Ort irgendeinen Einfluss auf den Verlauf des Geschehens?

Anne Lepper: Am Schreibtisch, manchmal auch am Küchentisch.

Ist die „Gesellschaft der Freunde des Verbrechens“ ein europäischer Verein?

Anne Lepper: Die Gesellschaft der Freunde des Verbrechens findet sich überall.

Was bedeutet es für Sie Europäerin zu sein?

Anne Lepper: Ich tue mich schwer mit der Frage. Es ist nichts, an das ich denke, wenn ich an mich denke.

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