Azar Mortazavi

Azar Mortazavi/Foto: Wiebke FrerichsGeboren 1984 in Wittlich.
Studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim.
Sie wurde 2007 in das internationale Förderprogramm für junge Dramatiker Interplay Europe aufgenommen und nahm am Festival of young European Playwrights in Utrecht teil. Ihr Kurzdrama HIMMEL UND HÖLLE wurde beim 1. Karlsruher Dramatikerfestival am Badischen Staastheater gezeigt. 2011 nahm sie am Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater teil. Seit 2012 ist sie Stipendiatin des interkulturellen Autorenprojekts der Wiener Wortstaetten. Sie war im Rahmen eines Workshops von Feridun Zaimoglu Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung sowie der Neuköllner Oper. Neben dramatischen Texten arbeitet sie momentan außerdem an einer längeren Erzählung, in der sie sich mit ihrer zweiten Heimat, dem Iran, beschäftigt. ICH WÜNSCH MIR EINS wird im Juni 2013 im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater zu sehen sein.
Azar Mortazavi lebt in Berlin, wo sie 2011 konzeptionell wie dramaturgisch für das Bon Voyage! Festival anlässlich des 60. Jubiläums der Genfer Flüchtlingskonvention arbeitete.

Stücke

Todesnachricht UA: 13.01.2011, Pfalztheater Kaiserslautern, Regie: Antje Schupp
Himmel und Hölle UA: 02.10.2011, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Regie: Manuel Braun (Kurzdrama beim 1. Karlsruher Dramatikerfestival)
Ich wünsch mir eins UA: 07.12.2012, Theater Osnabrück, Regie: Annette Pullen - „Stücke 2013"

Preise

2010 Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Todesnachricht
2010 Einladung zum Heidelberger Stückemarkt für Ich wünsch mir eins
2012 exil-DramatikerInnenpreis der wiener wortstaetten

Foto: Wiebke Frerichs

(Stand: 2013)

Ich wünsch mir eins

Ich wünsch mir einsvon Azar Mortazavi
Theater Osnabrück

Lange hat es gedauert, aber mittlerweile werden Autoren, Regisseure und Stücke mit migrantischem Hintergrund selbstverständlich an deutschen Bühnen. Nachdem die komplizierte Situation von Einwanderern zunächst nur von eingesessenen Autoren und Regisseuren in Szene gesetzt wurde, die dabei oft den Eindruck erweckten, als habe das Theater moralische Therapielösungen für die Gesellschaft parat, ist der neue Stil der persönlichen Erfahrung erfreulich unsentimental. Azar Mortazavis erst zweites Stück Ich wünsch mir eins ist für diese Erdung des Themas ein Paradebeispiel. Ihre Hauptfigur, die allein lebende Leila, ist eine zielstrebige junge Frau, die sich von Konventionen und Enttäuschungen nicht daran hindern lässt, ihre große Sehnsucht nach einem Kind zu verfolgen. Sie reißt sich einen Mann in der Kneipe auf oder versucht, der Nachbarin ihr ungeliebtes Baby abzuschwatzen. Leila zerbricht nicht tragisch an ihren Misserfolgen, an der rohen Behandlung durch den falschen Mann, den sie sich ausgesucht hat, oder durch das Auftauchen ihres verschollenen Vaters, der leider nicht der Verkündigungsengel neuen Glücks ist, zu dem sie ihn verklärt hat. Leila meistert ihre Krisen mit einer emotionalen Robustheit, die sie zu einer ergreifenden Figur schöner Tapferkeit macht. Annette Pullen hat das Stück in Osnabrück in einer präzise konturierten Inszenierung trotzig lebensecht uraufgeführt.
Till Briegleb

Regie: Annette Pullen
Bühne und Kostüme: Gregor Sturm
Dramaturgie: Anja Sackarendt

Mit:
Leila: Andrea Casabianchi
George: Thomas Kienast
Sybille: Maria Goldmann
Sahid: Oliver Meskendahl

Uraufführung am 07.12.2012 im Theater Osnabrück

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater und Medien GbR Köln

www.theater-osnabrueck.de

Ich wünsch mir einsIch wünsch mir eins

 

 

 

 

 

Ich wünsch mir eins

 

 

 

 

Fotos: Uwe Lewandowski

 

 

Alle Videos von Max Büch und Alexander Viktorin

 

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