Die Mülheimer Theatertage arbeiten eng mit verschiedenen Hochschulen zusammen. Studierende der Szenischen Forschung an der Ruhr-Universität Bochum setzen sich künstlerisch mit den Wettbewerbsstücken auseinander. An anderen Hochschulen finden Lehrveranstaltungen und Exkursionen zu den Mülheimer Theatertagen statt.
In diesem Jahr sind Studiengruppen der katho Aachen, der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, der Universität Duisburg-Essen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Folkwang Universität der Künste und der Ruhr-Universität Bochum beim Festival zu Gast. Die Studierenden diskutieren die Texte, besuchen Inszenierungen, betätigen sich als Theaterkritiker*innen oder bringen sich bei den Publikumsgesprächen ein.
Kooperationen bestehen überdies mit der TU Dortmund, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, der Universität Osnabrück sowie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Ayla Buchholz, Emma Khadija Herrmann, Kira Marie Jockers, Paul Umut Kahla, Elisavet Kenanoglou, Jule Petsch, Rafaela Range, Sarah Reithmeier, Rosanna Veza Schardt und Rebekka Schweizer aus der Szenischen Forschung an der Ruhr-Universität Bochum entwickeln eigene Arbeiten, die von den nominierten Texten inspiriert sind. Dabei nutzen sie unterschiedlichste theatrale und performative Mittel: von Performance über Installationen bis zu installativen oder performativen Videoarbeiten. Während des Festivals stellen die Studierenden, die von Prof. Dr. Sven Lindholm und Dr. Robin Junicke betreut werden, ihre Projekte vor:
When I had to grow up
20. Mai, ca. 19 Uhr, Stadthalle Mülheim
Performance zu Caren Jeß’ „To My Little Boy“ von Paul Umut Kahla, Kira Marie Jockers und Elisavet Kenanoglou
Aufzeichnungen eines gelben Automaten
24. und 25. Mai, 18.30 Uhr, Stadthalle Mülheim
Installation zu Anna Behringers „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ von Rebekka Schweizer und Emma Khadija Herrmann
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25. Mai, 18.30 Uhr, Stadthalle Mülheim
Installative Videoarbeit zu Anna Behringers „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ von Sarah Reithmeier und Rafaela Range.
Mind The Gap
27. Mai, 18.30 Uhr, Stadthalle Mülheim
Eine Videoperformance in Anlehnung an Kim de l’Horizons „Die kleinen Meerjungraun“ von Ayla Buchholz, Jule Petsch und Rosanna Veza Schardt
Kurzbiografien der Studierenden der Szenischen Forschung
Ayla Buchholz durchlief eine Berufsausbildung zur Tanzpädagogin und absolvierte den Bachelor im Fach Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Derzeit studiert sie im Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum. Vor dem Hintergrund des interdisziplinären Interesses lösen sich in ihren konzeptuellen Arbeiten die Grenzen zwischen bildenden und darstellenden Kunstformen auf.
Emma Khadija Herrmann (sie/ihr) wuchs in Mainz auf und zog zum Studieren nach Bochum, wo sie nach ihrem Bachelorabschluss in Theaterwissenschaft seit 2025 Szenische Forschung studiert. Seit 2022 ist sie als freie Regieassistentin tätig und entwickelt eigene szenische Projekte. Ihre künstlerische und dramaturgische Arbeit verknüpft sie mit darstellungspolitischen Fragen und mit einer kritischen Überarbeitung von „Die Konferenz der Tiere“ feierte sie 2026 ihr Regiedebüt am theaterkohlenpott Herne.
Kira Marie Jockers (sie/ihr) ist Performerin und Autorin für queere Anthologien. Sie studiert im Master Szenische Forschung in Bochum. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Schauspiel, Film und Performance. Sie ist bereits in verschiedenen Ensemble- und Festivalprojekten aktiv gewesen. Aktuell im Jungen Theater Leverkusen und im Schauspielhaus Bochum. Mit eigenen Kurzfilmen war sie bereits auf dem FiSH-Filmfestival Rostock und dem REC in Berlin nominiert. Ihre künstlerische Praxis verbindet Text, Körper und Experiment.
Paul Umut Kahla (er/ihm) lebt, arbeitet und forscht in Bochum. Seit 2025 studiert er Theaterwissenschaft und Performance Studies im Master, seit 2026 außerdem Szenische Forschung an der Ruhr Universität. Seit 2023 organisiert und kuratiert er ehrenamtlich das ZeitZeug_Festival für bildende und darstellende Kunst. Er schreibt, performt, produziert und bewegt sich dabei zwischen dem Autobiografischen und gesellschaftlich relevanten Themen. Mit dem Kollektiv JEEP entwickelte er 2024 eine Performance-Arbeit über Vaterschaft. Momentan interessiert er sich besonders für Choreografie und Raumpolitiken.
Elisavet Kenanoglou bewegt sich als Theaterwissenschaftlerin, Performerin und Regisseurin am liebsten dort, wo Theorie auf Praxis trifft. Ihr Fokus liegt auf Devised Theater und konzeptuellen Arbeiten – eine Leidenschaft, die sie aktuell im Master Szenische Forschung an der RUB vertieft. Zwischen Recherche und Bühne sucht sie immer nach neuen Ausdrucksformen; in Mülheim tritt sie zum ersten Mal seit langem mit der Geige auf.
Jule Petsch ist Kostümdesignerin und Performancekünstlerin aus Hannover und studiert derzeit im Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer künstlerischen Arbeit verknüpft sie Cyr Wheel Artistik mit ihrem Interesse an sozialen Fragestellungen und dem kritischen Blick auf unsere Gesellschaft. Zudem beschäftigt sie das Zusammenspiel von Körper, Bewegung, Material und Raum, wobei performative Prozesse und physische Präsenz im Mittelpunkt stehen.
Rafaela Range studierte Kulturwissenschaften & Ästhetische Praxis mit Schwerpunkt Medien an der Universität Hildesheim, mit einem Aufenthalt an der Facultad de Bellas Artes an der Universidad Complutense de Madrid. Sie interessiert sich für Medienkunst und Film im öffentlichen Raum. Seit 2026 studiert sie Szenische Forschung an der Ruhr-Universität-Bochum.
Sarah Reithmeier hat ihren Bachelor mit Schwerpunkt Theaterwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg abgeschlossen und studiert aktuell Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum. Sie interessiert sich insbesondere für Figuren und Beziehungen an emotionalen und gesellschaftlichen Bruchstellen sowie für psychologische und performative Zugänge im zeitgenössischen Theater. In ihren bisherigen theoretischen und praktischen Arbeiten beschäftigte sie sich unter anderem mit psychologischen Dynamiken, gesellschaftlicher Zuschreibung, Isolation und zwischenmenschlichen Beziehungen.
Rosanna Veza Schardt studierte Regionalstudien Lateinamerika und Neuere Geschichte an der Universität zu Köln. Sie ist ausgebildete Zirkuspädagogin und Performerin und studiert momentan im Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr Universität Bochum. In ihrer Arbeit versucht sie immer wieder, die Absurditäten unseres Alltags herauszukristallisieren und durch sie etwas über unsere Realitäten zu verstehen.
Rebekka Schweizer (sie/ihr) wuchs im Ruhrgebiet auf und studiert Szenische Forschung in Bochum, nachdem sie zwei Jahre lang als Projektmanagerin am Theater Basel gearbeitet hat. Ihre künstlerischen Arbeiten, die bisher vor allem in Form von szenischen Projekten auf den Bühnen des FIST e.V. in Freiburg zu sehen waren, beschäftigen sich vor allem mit dem gesellschaftlichen Umgang mit menschlichen Grenzerfahrungen sowie mit den Besonderheiten des Alltäglichen.












