Yoko Tawada

Yoko TawadaGeboren 1960 in Tokyo/Japan.
Seit 1982 lebt sie in Deutschland (seit 2006 in Berlin).
Studium der Literaturwissenschaft in Tokyo und in Hamburg.
Promotion bei Sigrid Weigel.
Bis jetzt 752 Lesungen in Europa, Asien, Amerika und Afrika.
Für 2011 bekommt Yoko Tawada eine neu eingerichtete Gastprofessur in Hamburg für Interkulturelle Poetik.

 

 

Theaterstücke (Auswahl)

Die Kranichmaske die bei Nacht strahlt UA: 04.10.1993, "steirischer herbst 93", Volkshaus Graz, Regie: Ernst M. Binder, DE: Novermber 1993, Theater am Halleschen Ufer Berlin, Regie: Ernst M. Binder
Wie der Wind im Ei UA: Oktober 1997, Thalia Graz, Regie: Ernst M. Binder DE: Novermber 1997, Theater am Halleschen Ufer Berlin, Regie: Ernst M. Binder
Till- Orpheus oder Izanagi Ein Hörspiel und ein Theaterstück, UA: 1998 in Hannover
Mein kleiner Zeh war ein Wort UA: 19.06.2010, Theaterwerkstatt Pilkentafel Flensburg

 

Buchpublikationen (Auswahl)

Nur da wo du bist da ist nichts, Gedichte und Prosa, konkursbuch 1987
Das Bad, Ein Kurzroman, konkursbuch 1989
Wo Europa anfängt, Gedichte und Prosa, konkursbuch 1991
Ein Gast, Eine Erzählung, konkursbuch 1993
Die Kranichmaske die bei Nacht strahlt, Ein Theaterstück, konkursbuch 1993
Tintenfisch auf Reisen, 3 Erzählungen, konkursbuch 1994
Talisman, Literarische Essays, konkursbuch 1996
Aber die Mandarinen müssen heute Abend noch geraubt werden, Traumtexte, konkursbuch 1997
Wie der Wind im Ei, Ein Theaterstück, konkursbuch 1997
Verwandlungen, Tübinger Poetikvorlesungen, konkursbuch 1998
Till- Orpheus oder Izanagi, Ein Hörspiel und ein Theaterstück, konkursbuch 1998
Opium für Ovid. Ein Kopfkissenbuch für 22 Frauen, Prosa, konkursbuch 2000
Überseezungen, Prosa, konkursbuch 2002
Das nackte Auge, Erzählung, konkursbuch 2004
Was ändert der Regen an unserem Leben?, Ein Opernprojekt mit Peter Ablinger, konkursbuch 2005
Sprachpolizei und Spielpolyglotte, konkursbuch 2007
Schwager in Bordeaux, konkursbuch 2008

 

Preise, Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl)

2005 Goethe-Medaille
2003 Ito-Sei-Literaturpreis
2000 Izumi-Kyooka-Literaturpreis, Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, Stipendium des Deutschen Literaturfonds
1997 Stipendiatin der Villa Aurora, Kalifornien
1996 Adelbert-von-Chamisso-Preis
1994 Lessing-Förderpreis
1991 Literaturpreis Gunzo-Shinjin-Bungaku-Sho
1990 Förderpreis für Literatur der Hansestadt Hamburg

 

Stand: Mai 2011

Mein kleiner Zeh war ein Wort

von Yoko Tawada
Theaterwerkstatt Pilkentafel, Flensburg

Das Stück und die Inszenierung „Mein kleiner Zeh war ein Wort“ sind im Rahmen von „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“ ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e. V. mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes gefördert worden.

Mein kleiner Zeh war ein WortDas Alphabet als Welt, jeder Buchstabe ein Wort und Beginn einer Szene - das Spiel damit fügt sich zu einem kleinen Kosmos als Theater der erzählten Dinge.  
Yoko Tawada, in Japan geboren und seit fast 30 Jahren in Deutschland, thematisiert in ihrem schriftstellerischen Werk ihre Beobachtungen an der deutschen Sprache, zum Beispiel deren von Muttersprachlern oft gar nicht wahrgenommene Bildhaftigkeit, wie sie manchmal aber von Kindern bemerkt und hinterfragt wird – auf A folgt B, aber „Mein kleiner Zeh war ein Wort“.
In ihrem zweiten Kinder-Stück für die Flensburger Theaterwerkstatt Pilkentafel hat Tawada ein 'Alphabeet' bereitet, auf dem die Schauspieler Elisabeth Bohde und Torsten Schütte Geschichten sprießen lassen, von A wie anders bis Z wie zählen - "Neun wie Nein / Zehn wie Zehenspitzen". Jeder Buchstabe erscheint konkret auf der Bühne, aber nicht nur sieht jeder anders aus, sondern wird auch jedes Mal anders angefasst und angeschaut. Im Erzählrahmen verliert Tawadas kleine Familie ihr Haus, doch das verlorene Heim wird durch ein Zuhause in der Sprache ersetzt. Die poetischen Sprachspiele zeigt diese immer wieder verblüffend bildstarke Inszenierung mit intelligentem Humor. Ein Spiel als Anregung, die eigene Sprache mit Tawadas staunendem Blick zu begreifen.
Thomas Irmer

Uraufführung am 19.06.2010, Theaterwerkstatt Pilkentafel, Flensburg

Mit: Elisabeth Bohde, Torsten Schütte, Bele Wollesen (Stimme des Kindes)

Regie: Das Ensemble
Raum, Objekte: Roy Spahn
Kostüme: Gesine Hansen
Musik: Matthias Kaul

Aufführungsdauer: 55 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag, Reinbek bei Hamburg

Ab 7 Jahren

http://pilkentafel.de

Fotos: Ina Steinhusen