Patricks Trick

von Kristo Šagor
Theater der Jungen Welt Leipzig

Mutter und Vater sind jetzt oft ernst und bedrückt; sie schließen die Tür vor Patrick, wenn sie miteinander reden – was ist los, trennen sie sich? Ist er selbst mal wieder schuld?
Nein, das nicht, findet er heraus. Er bekommt einen Bruder. Gut, ein älterer, lässig-starker, großer Bruder, ein „Bro“, wäre ihm lieber, aber sollten die Eltern nicht strahlen und „guter Hoffnung“ sein, wie es heißt? So ratlos hat er sie noch nie gesehen.
Patrick erfährt den Grund: Der Bruder wird behindert sein, da hofft es sich eben nicht mehr so leicht. Er wird besonders sein, der Bruder. Viel Zeit, Geduld und Zuwendung benötigen. Die Eltern fragen sich, ob sie die Kraft dafür finden, und Patrick?
Cool ist er nicht, dieser Bruder, und wird es nie. Oder doch? Wie genau wird er sein, was kann und will und schafft er überhaupt? Was werden die Freunde sagen? Das ist ihm wichtig, noch wichtiger ist aber: Was kann er, Patrick, für ihn tun? Essen, trinken, fühlen wird er schon können, aber soll das alles sein? Das darf nicht alles sein! Wäre es so, ließe er seinen Bruder schäbig mit sich allein. Also was, was genau, könnte dagegen helfen?
Eine Frage, vor der selbst Philosophen tief Luft holen, aber Patrick ist kein Philosoph, Patrick ist elf. Wie und wo auch immer, er braucht Hilfe – und er holt sie sich. Ob bei Freunden, Eltern, Lehrern, Gemüsefrauen, kroatischen Boxern und Professoren: Nichts hält ihn auf. Rund ein halbes Dutzend verschiedene Ansichten, Gedanken, Welten in Vergangenheit, Gegenwart, sogar Zukunft, für die Autor Kristo Šagor siebzig Minuten und nicht mehr als zwei großartige Darsteller benötigt. Kein Trick, einfach Theater mit all seinen Möglichkeiten und in bester Form.
Oliver Bukowski


Uraufführung am 18.09.2014, Theater der Jungen Welt Leipzig

Mit:
Patrick: Kevin Körber
Sein Bruder: Stephan Fiedler

Regie: Jörg Wesemüller
Ausstattung: Jasna Bošnjak
Dramaturgie: Jörn Kalbitz

Aufführungsdauer: 70 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, Berlin

Ab 11 Jahren

www.theaterderjungenweltleipzig.de

Fotos: Tom Schulze

 

Kristo Šagor

Geboren 1976 in Stadtoldendorf
Kristo Šagor studierte Neuere Deutsche Literatur, Theaterwissenschaften und Linguistik an der Freien Universität Berlin. Während seines Studiums wirkte er beim studentischen Theater TREKJOP mit. In dieser Zeit entstand sein Stück „Dreier ohne Simone“, das 1999 uraufgeführt wurde. Sein professionelles Regiedebut feierte Kristo Šagor 2002 mit „Durstige Vögel“ am Volkstheater München. Von 2002 bis 2004 war er Hausautor am Theater Bremen. Es folgten Regiearbeiten an zahlreichen Theatern in Deutschland, unter anderem die Uraufführungen „Heldenhaft“ von Katharina Schlender im Theater Erlangen (2004), „Traumpaar“ von Zoran Drvenkar am Theater an der Parkaue in Berlin (2006) und „Genannt Gospodin“ von Philipp Löhle am Schauspielhaus Bochum (2007). In der Spielzeit 2008/09 war Kristo Šagor künstlerischer Leiter des Theater unter Tage (heute: Oval office) am Schauspielhaus Bochum. Kristo Šagor ist Theaterautor, Regisseur, gibt Workshops und Seminare und hat Lehraufträge an der Universität der Künste Berlin, der FU Berlin, der ZHdK in Zürich und der Universität Hildesheim inne. Er lebt in Berlin.

Stücke
Dreier ohne Simone
UA 22.7.1999, Theater Trekjop, Berlin, Regie: Kristo Šagor
Durstige Vögel UA 20.12.2000, Schauspielhaus Bochum, Regie: Sebastian Orlac
Fremdeln UA 25.5.2001, Moks am Bremer Theater, Regie: Klaus Schumacher
Adam Komma Eva UA 18.4.2002, Staatstheater Braunschweig, Regie: Dirk Engler
Unbeleckt UA 2.5.2002, Theater der Stadt Heidelberg, Regie: Jens Schmidl
FSK 16 UA 1.3.2003, Moks am Bremer Theater, Regie: Klaus Schumacher
Werther. Sprache der Liebe UA 8.3.2003, Nationaltheater Weimar, Regie: Stephan Märki
Federn lassen UA 17.5.2003, Schleswig-Holsteinisches Landestheater, Regie: Elena Breschkow
Die nächste Unschuld UA 19.12.2003, Nationaltheater Weimar, Regie: Florian Scholz
Trüffelschweine UA 13.11.2004, Moks am Bremer Theater, Regie: Jorinde Dröse
Tell UA 7.5.2005, Nationaltheater Mannheim, Mitautor: Marc Reisner, Regie: Kristo Šagor
Hautkopf UA 13.10.2005, Neuköllner Oper Berlin, Regie: Irina Roerig, Musik: Winfried Radeke
Ja UA 27.4.2006, Schnawwl, Nationaltheater Mannheim, Regie: Andrea Gronemeyer
Bevor wir gehen UA 26.1.2008, Schauspielhaus Bochum, Regie: Martina van Boxen
Der eigene Raum UA 12.10.2008, Schauspielhaus Bochum, Regie: Kristo Šagor
Keinem Keiner UA 7.1.2009, Schauspielhaus Wien / Konservatorium Wien, Regie: Marco Štorman
Alle kriegen dick und werden Kinder UA 23.10.2009, Schauspielhaus Hannover, Regie: Kristo Šagor
Gonzo UA 12.3.2011, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Regie: Daniel Wahl
Du Hitler UA 24.3.2011, Landestheater Linz, Regie: Dana Csapo
My Father frei zur UA, aufgeführt als Lesung am 24.9.2011 im Theater Beit Lessin, Tel Aviv
Neumond Libretto für eine Kammeroper für Jugendliche, UA 1.7.2012, Junge Oper am Nationaltheater Mannheim, Musik: Lucia Ronchetti, Musikalische Leitung: Joseph Trafton, Regie: Christian Pade
Patricks Trick UA 18.9.2014, Theater der Jungen Welt Leipzig, Regie: Jörg Wesemüller - „KinderStücke 2015“
Ich lieb dich UA 23.2.2018, Schauburg München, Regie: Ulrike Günther – „KinderStücke 2019“
Iason UA 18.5.2018, Junges Staatstheater Braunschweig, Regie: Jörg Wesemüller

E-Books
2014 FSK 16, Kiepenheuer Medien, Berlin
2014 Patricks Trick, Kiepenheuer Medien, Berlin

Auszeichnungen und Preise
2001 Publikumspreis des Heidelberger Stückemarktes für „Unbeleckt“
2001 Hallenser Dramatikerpreis für „Unbeleckt“
2001 Fördergabe des Friedrich-Schiller-Gedächtnispreises
2002 Autoren-Förderpreis der Landesbühnengruppe des Deutschen Bühnenvereins
2003 nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis mit „Fremdeln“
2003 „Kaas & Kappes" Kinder- und Jugenddramatikerpreis für „FSK 16“ (2. Preis)
2005 „Kaas & Kappes" Kinder- und Jugenddramatikerpreis für „Trüffelschweine“ (1. Preis)
2005 Kindertheaterpreis der Frankfurter Autorenstiftung für „Ja“
2008 Deutscher Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Beste Regie Kinder- und Jugendtheater für seine Inszenierung von „Törleß“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
2013 Förderpreis des Berliner Kindertheaterpreises für „Patricks Trick“
2014 nominiert für den Deutschen Kindertheaterpreis mit „Patricks Trick“
2014 Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg für „Patricks Trick“