Warteraum Zukunft

Foto: Maik Schuck
ca. 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause



Oliver Kluck hat ein kraftvolles Stück über den geistigen Zustand einer Generation ohne Perspektive geschrieben. „Warteraum Zukunft“ spielt unter den Ingenieuren eines größeren Betriebs, ein Ort an dem Biografien hierzulande zu sich zu kommen pflegen. Dieses Stück aber schildert die privilegierte Arbeitswelt mit dem schneidenden Blick der Verachtung. Kluck zeigt, wie die verkrusteten Hierarchien alles prägen: Beziehungen, Redeweisen, Rituale und Hoffnungen. Daneben gibt es keinen Platz mehr für was auch immer. Die alte Generation hat die Schaltstellen besetzt, und denkt nicht daran, die jüngeren hochkommen zu lassen. Kluck zeigt eine verstopfte Welt, die kein Jenseits, keine Freiräume oder Spielplätze lässt. Zurück bleibt der Blick auf ein erlahmtes, erschöpftes Land. Wir sehen die Bewohner einer durch und durch abgeschnittenen Welt, Firma, Auto, Heim. Da gibt es nur noch Feierabend, aber kein Leben. Die komfortable Welt des Angestellten schaut uns mit einem Mal ganz fremd an. Kluck beschreibt die Welt des Büros wesentlich über die Wahrnehmung des Protagonisten Daniel Putkammer. Die Weimarer Inszenierung nimmt das sehr geschickt auf, indem alle drei Darsteller Putkammer verkörpern und als solcher dann die anderen Rollen übernehmen.
Peter Michalzik

Uraufführung: 
3. Dezember 2010

Mit: Florian Jahr, Johannes Schmidt, Simon Zagermann
Regie: Daniela Kranz
Ausstattung: Jutta Burkhardt
Video: Bahadir Hamdemir
Dramaturgie: Angelika Rösser
Licht: Marcus Schale

Stückabdruck: 
Stückabdruck in Theater heute, 08/09 / 2010