„Die Vernichtung“ von Olga Bach
Konzert Theater Bern, Foto: Birgit Hupfeld
„Empire“ von Milo Rau
IIPM, Foto: Marc Stephan
„der thermale widerstand“ von Ferdinand Schmalz
Schauspielhaus Zürich, Foto: Raphael Hadad
„Mädchen in Not“ von Anne Lepper
Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
„Vereinte Nationen“ von Clemens J. Setz
Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
„Wut“ von Elfriede Jelinek
Münchner Kammerspiele, Foto: Thomas Aurin
„europa verteidigen“ von Konstantin Küspert
ETA Hoffmann Theater Bamberg, Foto: Martin Kaufhold

Vereinte Nationen

von Clemens J. Setz
Nationaltheater Mannheim

Mittwoch, 17. Mai + Donnerstag, 18. Mai, 19.30 Uhr, Stadthalle Studio

Clemens J. Setz: Vereinte Nationen / Foto: Christian Kleiner

 

Eigentlich lieben Anton und Karin ihre Tochter. Wie die Idee entstanden ist, die „kleine süße Maus“ bei spezifischen Erziehungssituationen zu filmen und diese Sequenzen übers Internet zu verkaufen, das erzählt Clemens J. Setz in seinem ersten Theaterstück nicht. Doch das perfide Geschäftsmodell hat eingeschlagen.
„Den Ton kannst du vor den Vereinten Nationen anschlagen, aber nicht bei mir“, herrscht der Vater in der ersten Szene die 7-jährige Martina an, die stumm und trotzig vor dem vollen Teller sitzt und partout nicht aufessen will. Für diesen (titelgebenden) Spruch und seine überzeugende Performance wird Karin ihren Mann wenig später loben: „Ich meine, wie geil ist das. Also wirklich. Ist dir das einfach so eingefallen?“ Der Zuspruch von außen ist nicht weniger euphorisch: Die Kundschaft wächst, das Familiengeschäft floriert und bald schon taucht der Wunsch auf, neben „Natural-Szenen“ auch Aufträge entgegenzunehmen. Wie wärs z.B. damit, das gesamte Spielzeug direkt vor den Augen des Kindes zu verbrennen? Als Strafe für eine Tat, die noch zu (er)finden wäre …
Clemens J. Setz erzählt gnadenlos präzise und ohne moralischen Druck. Wann ist das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit, Realität und Performance, Tätern und Opfern gekippt? Wo beginnt der Missbrauch? – Setz überlässt die Bewertung und die Anteilnahme dem Publikum.

Dagmar Walser

Uraufführung am 15. Februar 2017, Nationaltheater Mannheim

Mit: Holly Bratek, Julia Duda, Nina Gamet, David Lau, Anne-Marie Lux, David Müller
Regie: Tim Egloff
Ausstattung: Thea Hoffmann-Axthelm
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Carolin Losch

Aufführungsdauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag, Berlin
Vereinte Nationen ist ein Werkauftrag für die Frankfurter Positionen 2017 – Eine Initiative der BHF-Bank-Stiftung    
  

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www.nationaltheater-mannheim.de