+++ 48. Mülheimer Theatertage: 13.5.-3.6.23 +++

Theater übersetzen – Internationale Werkstatt Mülheim

Die Gläsernen Übersetzer*innen im Foyer der Stadthalle. / Foto: Daniela Motzkus

Jährlich laden die Mülheimer Theatertage gemeinsam mit dem Internationalen Theaterinstitut (ITI) professionelle Dramatik-Übersetzer*innen verschiedener Nationalitäten ein, die aus dem Deutschen in ihre jeweiligen Muttersprachen übersetzen. Sie arbeiten eng mit den Theatern ihres Landes zusammen und tragen so dazu bei, die deutschsprachige Gegenwartsdramatik weltweit bekannt zu machen.

Im Zentrum der Werkstatt stehen die konkrete Arbeit an ausgewählten Texten und der Erfahrungsaustausch mit Kolleg*innen und Autor*innen. Die Mülheimer Theatertage bieten die einmalige Chance, nicht nur an Theatertexten zu arbeiten, sondern sie auch auf der Bühne zu erleben. Gespräche mit Expert*innen aus Verlagen, Medien und Theaterpraxis geben zudem Einblick in das kulturelle und politische Umfeld der Stücke und des gegenwärtigen deutschsprachigen Theaters.

Einen Eindruck von der Übersetzungsarbeit vermitteln die Gläsernen Übersetzer*innen. Sie werden vor einigen Vorstellungen im Festivalzentrum öffentlich an der Übersetzung eines Textes arbeiten und zum Gespräch zur Verfügung stehen.

Die Teilnehmer*innen der Internationalen Werkstatt „Theater übersetzen“ unter Leitung von Barbara Christ und Andrea Zagorski sind:

Salman Abbas, Indien
Amrita Dhara, Indien
Alice Do Vale, Brasilien
Mariam Gurzadyan, Armenien
Jayashree Joshi, Indien
Michal Kotrouš, Tschechische Republik
Mykola Lipisivitskyi, Ukraine
Chen Lyu, China
Ashani Ranasinghe, Sri Lanka
Tatiana Zborovskaya, Russland

Um den Diskurs über die Bedeutung von Theatertexten und aktuelle Fragen der Übersetzungsarbeit zu intensivieren, vergibt das Goethe-Institut zudem ein Stipendium für einen internationalen Gast der Theaterpraxis, in diesem Jahr an die tschechische Autorin, Dramatikerin und Übersetzerin Radka Denemarková. Sie studierte an der Karls-Universität in Prag Germanistik und Bohemistik. 1997 promovierte Radka Denemarková über die semiotische Problematik von Dramatisierungen. Später arbeitete sie am Institut für tschechische Literatur der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und war gleichzeitig Lektorin und Dramaturgin am Prager Divadlo Na zábradli (Theater am Geländer). Seit 2004 ist sie freiberuflich tätig. Mehrfach wurde ihr der tschechische Literaturpreis Magnesia Litera verliehen. Radka Denemarková übersetzt Theaterstücke und Prosa aus dem Deutschen und schreibt Drehbücher und Essays für den tschechischen Rundfunk.

Am Montag, 23.5., 19.00 Uhr, ermöglichte Radka Denemarková bei einer Lesung in der vier.zentrale Einblicke in ihr Werk.

Eine Veranstaltung des ITI Deutschland und der Mülheimer Theatertage

Unterstützt vom Goethe-Institut