Reicht es nicht zu sagen ich will leben

Foto: Thomas Aurin
ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause



Eine Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters Weimar mit dem Schauspiel Leipzig
Für „Reicht es nicht zu sagen ich will leben“ haben Claudia Grehn (geb. 1982) und Darja Stocker (geb. 1983) Interviews mit Menschen aus Leipzig und Weimar geführt.
Aus dem Material haben die Autorinnen Figuren, Szenen und Dialoge entwickelt; der endgültige Stücktext entstand schließlich auf der Probe, gemeinsam mit Regisseurin Nora Schlocker und dem Ensemble.
Widerstand ist die thematische Klammer, die die knapp 30 Szenen des Stücks zusammen hält. Ein Mann verliert kurz vor der Pensionierung seinen Job und damit den Boden unter den Füßen,Stücke 2012: Hagen Ritschel in REICHT ES NICHT ZU SAGEN ICH WILL LEBEN von Claudia Grehn und Darja Stocker, eine Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters Weimar mit dem Schauspiel Leipzig
er landet im Obdachlosenheim und deckt die Behörden mit aussichtslosen Klagen ein. Ein zorniger Gymnasiast schlägt einen Ausländer zusammen und wird aus Protest zum Penner.
Seine Mitschülerinnen verstehen ihn nicht, wissen aber selbst nicht so genau, wie sie ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen sollen. Eine arbeitslose Akademikerin unterstützt Asylwerber, die von den Behörden schikaniert werden oder von Abschiebung bedroht sind. Sie alle nehmen am Ende an einer Demonstration teil, bei der es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt.
Stücke 2012: Im Vordergrund Linda Pöppel in REICHT ES NICHT ZU SAGEN ICH WILL LEBEN von Claudia Grehn und Darja Stocker, eine Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters Weimar mit dem Schauspiel LeipzigAnders als in explizit dokumentarischen Theaterprojekten merkt man "Reicht es nicht zu sagen ich will leben" seinen Entstehungsprozess nicht an. Die Geschichten, die hier erzählt werden, hat zwar das Leben geschrieben. Grehn und Stocker aber haben sie zu einem Drama verdichtet. Sie zeichnen das Bild einer Gesellschaft, in der mit Wut immer auch Lebenswut gemeint ist.
Wolfgang Kralicek

Uraufführung: 
am 30. Juni 2011 am DNT Weimar, e-werk

Mit: Jeanne Devos, Markus Fennert, Carolin Haupt, Linda Pöppel, Hagen Ritschel, Barbara Trommer
Regie: Nora Schlocker
Bühne: Steffi Wurster
Kostüme: Sanna Dembowski
Dramaturgie: Elisa Liepsch, Hans-Peter Frings, Johannes Kirsten