Preisträgerin 2017: Anne Lepper
„Mädchen in Not“ - Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
Preisträgerin 2009: Elfriede Jelinek
„Rechnitz (Der Würgeengel)“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Arno Declair
Preisträger 2014: Wolfram Höll
„Und dann“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträger 2007: Helgard Haug & Daniel Wetzel, Rimini Protokoll
„Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ - Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Sebastian Hoppe
Preisträger 2004: Elfriede Jelinek
 „Das Werk“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Christian Brachwitz
Preisträgerin 2011: Elfriede Jelinek
„Winterreise“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Julian Röder
Preisträger 2002: Elfriede Jelinek
„Macht Nichts“ - Schauspielhaus Zürich, Foto: Leonard Zubler
Preisträgerin 2013: Katja Brunner
„Von den Beinen zu kurz“ - Schauspiel Hannover, Foto: Katrin Ribbe
Preisträger 2016: Wolfram Höll
„Drei sind wir“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträger 2010: Roland Schimmelpfennig
„Der goldene Drache“ - Burgtheater Wien, Foto: Reinhard Werner
Preisträger 2003: Fritz Kater
 „zeit zu lieben zeit zu sterben“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2006: René Pollesch
„Cappuccetto Rosso“ - Volksbühne Berlin/Salzburger Festspiele, Foto: Thomas Aurin
Preisträgerin 2008: Dea Loher
„Das letzte Feuer“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2005: Lukas Bärfuss
„Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2015: Ewald Palmetshofer
„die unverheiratete“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Georg Soulek
Preisträger 2012: Peter Handke
„Immer noch Sturm“ - Thalia Theater Hamburg/Salzburger Festspiele, Foto: Armin Smailovic

Karl Marx - Das Kapital, Erster Band

Szene aus Karl Marx: Das Kapital, Erster Band von Helgard Haug & Daniel Wetzel
von Helgard Haug & Daniel Wetzel

Stücke 2007

 

 

 



Düsseldorfer Schauspielhaus / Hebbel am Ufer Berlin / Schauspielhaus Zürich / Schauspiel Frankfurt

Auf der Weltbühne hat „Das Kapital“ mittlerweile fast ausgespielt – ganz im Gegensatz zu dem Ding, das es beschreibt. Vielmehr hat der Kapitalismus so gründlich gesiegt, dass Marx’ Hauptwerk heute nur noch als Bühnenstück für Interesse sorgt. Das Theaterkollektiv „Rimini Protokoll“ stellt die 1867 erschienene „Kritik der politischen Ökonomie“ in den Mittelpunkt ihrer Produktion „Das Kapital“. Gemäß der Arbeitsweise der drei Mitglieder Daniel Wetzel, Helgard Haug und Stefan Kaegi, die stets „Experten“ zu einem bestimmten Thema engagieren, um dann aus deren persönlichen Erfahrungen ein Stück zu komponieren, versammelt der Abend Fachleute zu dem Buch, das den Regisseuren des Sozialismus als Stoff für ihre dramatische Weltsicht diente. Der letzte Direktor des Instituts für Wirtschaftsgeschichte in der DDR, ein Gründungsmitglied des KBW, ein dissidenter Filmregisseur aus der ehemaligen UdSSR, aber auch ein blinder Schallplattenfreund, der das Buch in Blindenschrift gelesen hat, beschreiben die Wirkungsmacht des Werks in biografischen Splittern. Mal ironisch, mal nostalgisch, dann wieder absurd oder ernst zeugen die acht Lebensgeschichten in ihrer ausschnitthaften Kürze von der bewegenden Verbindung von Theorie und Praxis. Ob es sich bei der gemeinsam erarbeiteten Textvorlage um ein Drama im eigentlichen Sinne handelt, muss zur Diskussion gestellt werden. Eins aber ist offensichtlich: In diesem Fall verderben viele Köche nicht das Kapital.

Till Briegleb

Mit:
Thomas Kuczynski
Ulf Mailänder
Talivaldis Margevics
Jochen Noth
Archibald Peeters
Christian Spremberg
Ralph Warnholz
Franziska Zwerg

Inszenierung: Helgard Haug & Daniel Wetzel
Bühne: Helgard Haug & Daniel Wetzel, Daniel T. Schulz
Video: Michael Koch / Rimini Protokoll

Uraufführung am 4. November 2006 im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses


Aufführungsrechte: Hartmann & Stauffacher, Köln

 

Szene aus Karl Marx: Das Kapital, Erster Band von Helgard Haug & Daniel Wetzel
Szene aus Karl Marx: Das Kapital, Erster Band von Helgard Haug & Daniel Wetzel

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Sebastian Hoppe

 

Helgard Haug und Daniel Wetzel

Helgard Haug & Daniel Wetzel/ Foto: LP Lorentzen
Helgard Haug und Daniel Wetzel (beide 1969 geboren) haben am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft studiert und arbeiten seit 1995 zusammen.
Seither haben sie in unterschiedlichen Konstellationen mit scharfsinnigen Interventionen im öffentlichen Raum sowie mit dokumentarischen Theaterstücken und Hörspielen auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Performer sind zumeist „Experten des Alltags“, die als Ready-Made-Darsteller mit ihren eigenen Biografien in theatralische Zusammenhänge gebracht werden.
2002 gründeten sie mit Stefan Kaegi und Bernd Ernst das Label Rimini Protokoll, unter dem sie sich schnell einen Namen gemacht haben.
Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film, Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie solo. Sie gelten als die „Protagonisten und Begründer eines neuen Reality Trends auf den Bühnen“ (Theater der Zeit), der die junge Theaterszene geprägt hat.

 

Stücke / Theaterprojekte / Produktionen (Auswahl)

Kreuzworträtsel Boxenstopp Premiere 14.04.2001, Frankfurt am Main, Künstlerhaus Mousonturm
Shooting Bourbaki - Ein Knabenschiessen Premiere 24.01.2002, Luzerner Theater - Preisträger Festival Impulse 2002
Sonde Hannover Premiere 08.06.2002, Festival Theaterformen Hannover
Deadline Premiere 24.04.2003, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel
Zeugen! Ein Strafkammerspiel Premiere 10.01.2004, Hebbel am Ufer, Berlin, Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel
Schwarzenbergplatz Premiere 04.12.2004, Burgtheater Wien, Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel
Wallenstein - eine dokumentarische Inszenierung Premiere 05.06.2005, Schillertage am Nationaltheater Mannheim, Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Karl Marx: Das Kapital, Erster Band UA 04.11.2006, Düsseldorfer Schauspielhaus, Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich, Schauspiel Frankfurt und Hebbel am Ufer, Berlin, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel - Mülheimer Dramatikerpreis und Publikumspreis der „Stücke 2007“
Peymannbeschimpfung UA 22.09.2007, Staatstheater Stuttgart, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Breaking News UA 05.01.2008, Hebbel am Ufer, Berlin, Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Hannover und Wiener Festwochen, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Black Tie UA 11.12.2008, Hebbel am Ufer, Berlin, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Der Zauberlehrling UA 22.05.2009, Rimini Apparat in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Düsseldorf und Hebbel am Ufer, Berlin, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Jung biên gió’i UA 09.10.2009, Staatsschauspiel Dresden, Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte / Staatsschauspiel Dresden / Pražský divadelní festival německého jazyka (Prager Theaterfestival deutscher Sprache) / Národní divadlo (Nationaltheater Prag), Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Prometheus in Athen UA 15.07.2010, Herodes Atticus-Theater, Athen, Athens & Epidaurus Festivals in Kooperation mit der Kulturhauptstadt Istanbul 2010 und der Stiftung Zollverein, Inszenierung: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Herrmann’s Battle UA 14.11.2011, Hebbel am Ufer, Berlin, Rimini Apparat in Koproduktion mit Hebbel am Ufer, Berlin, dem Staatsschauspiel Dresden und der Comédie de Reims / Festival Reims Scènes d'Europe in Zusammenarbeit mit der Messe und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder), Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Qualitätskontrolle UA 07.06.2013, Staatstheater Stuttgart, Rimini Protokoll in Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart, Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel - Publikumspreis der "Stücke 2014“
Situations Room – eine Multi Player Video-Stück UA 23.08.2013, Ruhrtriennale, Rimini Apparat und Ruhrtriennale in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich, SPIELART festival & Münchner Kammerspiele, Perth International Arts Festival, Grande Halle et Parc de la Villette Paris, Hebbel am Ufer, Berlin, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, Onassis Cultural Center – Athens, Konzept und Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel

Hörspiele

O-Ton Ü-Tek, 2000, DeutschlandRadio Berlin
Sitzgymnastik Boxenstopp, 2001, SWR2
Apparat Herz, 2001, DeutschlandRadio Berlin
Glühkäferkomplott, 2002, DRS DLF/intermedium 2
Undo, 2002, SFB/ORB
Deutschland 2, 2002, WDR3
Wundersame Welt der Übertragung I-III, 2003, SWR2
Zeugen! Ein Verhör, 2004, DeutschlandRadio Berlin
Alles muss raus, 2004, WDR3
Miles & More. Rücktrittsdramaturgien in der Politik, 2006, WDR/DeutschlandRadio
Peymannbeschimpfung, 2007, Deutschlandfunk/WDR
Karl Marx: Das Kapital, Erster Band, 2007, Deutschlandfunk/WDR
Waldeinsamskype, 2009, Deutschlandfunk
Welcome to you, 2009, WDR3
Payday – little america in der hessischen Provinz, 2011, WDR/SWR
50 Aktenkilometer, 2011, Deutschlandradio Kultur

Filme

Wahl Kampf Wallenstein, im Auftrag von 3Sat, 2008

Installationen

Der Bundestagstrainer, Hebbel am Ufer, Berlin, 2008
Drei Fliegen mit einer Klappe. Eine Ausstellung, Heidelberger Kunstverein, 2010

Preise und Auszeichnungen

2002 Preis des Festivals Impulse für Shooting Bourbaki
2005 Jury-Preis des Festivals Politik im Freien Theater für Mnemopark
2005 Nestroy-Theaterpreis-Nominierung Spezialpreis für Schwarzenbergplatz
2007 Mülheimer Dramatikerpreis und Publikumspreis der „Stücke ´07“ für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band
2007 Faust-Theaterpreis (Spezialpreis)
2007 Mülheimer Dramatikerpreis für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band
2007 Hörspiel des Monats Oktober: Peymannbeschimpfung
2008 Europäischer Theaterpreis Premio Europa (Kategorie Neue Realitäten im Theater)
2008 Hörspielpreis der Kriegsblinden für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band
2011 Silberner Löwe der 41. Theaterbiennale Venedig für das Gesamtwerk
2012 Erste Saarbrücker Poetik-Dozentur für Dramatik
2014 Japan Medienpreis 2014, Excellence-Award

 

www.rimini-protokoll.de

 

Karl Marx - Das Kapital, Erster Band

Qualitätskontrolle

Foto: Cecilia Gläsker

Helgard Haug & Daniel Wetzel / Rimini Protokoll
Eine Produktion von Rimini Protokoll in Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart


Als sie sprang, hatte sie gerade ihr Abitur bestanden. Es war die falsche Seite des Swimmingpools: Kinderbecken, Genickbruch, Intensivstation. Zwanzig Jahre später denkt sie darüber nach, wie das war und wie es heute ist, vom Hals abwärts gelähmt zu sein, im Rollstuhl und immer mit dem Zwerchfellstimulator im Gepäck, der sie beim Atmen unterstützt. Maria-Cristina Hallwachs ist in jeder Sekunde ihres Lebens auf die Hilfe anderer angewiesen, meistert ihren Alltag aber souverän. Mit einem Stab zwischen den Zähnen blättert sie in Büchern, mit dem Kinn lenkt sie den Rollstuhl durch einen Parcours, den Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll für sie bauen ließen. Leben ist Wettbewerb, also geht es darum, die Fähigkeit des Rollstuhllenkens zu optimieren und zu gewinnen, wenn sie mit ihren Betreuern „Schiffe versenken” spielt.

Das Bühnenbild ist ein Schwimmbecken ohne Wasser und wie immer in den Abenden der Rimini Protokollanten repräsentiert der Mensch, um dessen Leben es geht, sich selbst. Während der Recherche und der Probe entstand der Text, mit dem Maria-Cristina Hallwachs ihr eigenes Leben unter die Lupe nimmt und die Frage stellt, wer denn bitte zu entscheiden hat, ab wann ein Leben lebenswert ist. Ihre Antwort ist eindeutig: Nur sie selbst kann und darf das. „Ich bin jetzt 38 Jahre alt und ich bin anfällig. Anfällig für den Tod. Anfällig für das Leben.“

Jürgen Berger

 

Uraufführung am 07.06.2013, Schauspiel Stuttgart

 

Mit:
Maria-Cristina Hallwachs, Timea Mihályi / Admir Dzinić

 

Regie: Helgard Haug & Daniel Wetzel / Rimini Protokoll
Bühne/Licht/Video: Marc Jungreithmeier
Interaction Design und Videomapping: Grit Schuster
Musik: Barbara Morgenstern
Dramaturgie und Recherche: Sebastian Brünger
Bühne: Marco Canevacci (Plastique Fantastique)

 

Aufführungsdauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: schaefersphilippen, Theater und Medien GbR, Köln

 

www.schauspiel-stuttgart.de
www.rimini-protokoll.de

Hier finden Sie den Trailer zu "Qualitätskontolle":


Helgard Haug und Daniel Wetzel über "Qualitätskontrolle"

Alle Filme von Max Büch und Alexander Viktorin


 

Haug, Helgard und Wetzel, Daniel