Jeeps

1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Sa, 7.5., 19:30 Uhr 

Was wäre, wenn das Vermögen reicher Menschen nach deren Tod nicht automatisch an die Nachkommen vererbt, sondern per Losverfahren verteilt würde? In der Komödie „Jeeps" wurde durch eine Gesetzesreform genau dies eingeführt. Zuständig für das neue „Erb-Wichteln“ ist das Jobcenter, wo nun alles zusammenkommt, die Arbeits- und die Erbschaftslosigkeit, Hartz IV-Empfänger und Geländewagenfahrer. Deutsche Bürokratie versus „Eierstock-Lotterie“.
Was die Münchner Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud aus dieser Grundkonstellation macht, ist eine rasante Büro- und Klassismussatire. Der witzigste, bissigste Beitrag zur gesellschaftlichen Verteilungsdebatte. Vier Figuren – zwei verbohrte Sachbearbeiter, zwei verarmte Antragstellerinnen – liefern sich einen fetzigen, pointensprühenden Schlagabtausch. Wobei der Text zwischen Rückblenden, Dialogen, Erzähl- und Erklärpassagen hin- und herspringt. Das ist so intelligent wie hochnotkomisch und explosiv.
Nora Abdel-Maksoud ist zum ersten Mal in Mülheim dabei. Kennenzulernen gilt es eine Komödienkönnerin in schreibender wie in inszenatorischer Hinsicht. Ein echtes Turbotalent. 
Christine Dössel

Uraufführung: 
21.11.2021, Münchner Kammerspiele

Mit: Eva Bay, Gro Swantje Kohlhof, Stefan Merki, Vincent Redetzki

Regie: Nora Abdel-Maksoud
Bühne & Kostüme: Katharina Faltner
Musik: Enik
Dramaturgie: Olivia Ebert, Nora Haakh

Ein Auftragswerk für die Münchner Kammerspiele

Der Stücktext: