Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute

von Dirk Laucke
Schauspiel Stuttgart

Die Schauplätze sind z.B. Halle, Regensburg oder die Uckermark. Die Szenen spielen in der S-Bahn, auf dem Schulhof oder in einer Buchhandlung: Dirk Laucke verknüpft in seinem neuen Stück Situationen, die er selbst erlebt, von denen er gehört oder über die er gelesen hat, zu einer beunruhigenden Bestandsaufnahme. Seine „Szenen aus Deutschland“ dokumentieren Alltagsrassismus, faschistische Tendenzen und kriminelle Übergriffe.
Schon im Titel bringt er die Szenencollage in Verbindung zu Bertolt Brechts „Furcht und Elend im Dritten Reich“ und Franz Xaver Kroetz’ „Furcht und Hoffnung der BRD“. Dabei geht es Laucke nicht um Anklage oder Parteinahme. Er hört neugierig hin und gibt sorgfältig wieder. Er verdichtet, ohne zu werten und legt damit eine Spur zu gesellschaftlichen Strukturen und dem Umgang mit einer ideologischen Gesinnung, die im Alltag fußt und hinter der die Angst und die Ratlosigkeit seiner Figuren sichtbar werden.
Das Stuttgarter Ensemble präsentiert diese Szenen fast nüchtern, bebildert sie nicht, zieht keine vorschnellen Schlüsse. Es folgt dem vermeintlich unspektakulären Ton des Stückes und zeigt gerade dadurch die Brisanz von Lauckes Perspektive auf die Gegenwart – und das Theater.
Dagmar Walser

 

Uraufführung am 08.11.2014, Schauspiel Stuttgart

 

Mit: Caroline Junghanns, Rahel Ohm, Hanna Plaß, Robert Kuchenbuch, Florian Rummel, Michael Stiller

Regie: Jan Gehler
Bühne: Sami Bill
Kostüme: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Carmen Wolfram


Aufführungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, Berlin

Stückabdruck in Theater heute, Heft 11/2014
Dirk Laucke im Theater heute- Interview über sein Stück
 


www.schauspiel-stuttgart.de












 



 

 

Dirk Laucke

Geboren 1982 in Schkeuditz
Dirk Laucke wuchs in Halle auf und begann 2002 ein Psychologiestudium an der Universität Leipzig, das er abbrach, um von 2004 bis 2008 den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin (UdK) zu absolvieren.
2004 wurde Dirk Laucke als Nachwuchsdramatiker von Tankred Dorst zu den Salzburger Festspielen eingeladen, um sein noch unveröffentlichtes Drama „Symptom“ in einer szenischen Lesung zu präsentieren. In der Spielzeit 2006/07 war er Stipendiat beim Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus. Dirk Laucke arbeitet auch als Regisseur. Er lebt in Berlin.

Stücke
Symptom
aufgeführt als Lesung 2004, Salzburger Festspiele
Hier geblieben! UA 2.5.2005, Grips Theater Berlin, Regie: Christopher Maas
Neustaat Halle UA 10/2005, Thalia Theater Halle in Koproduktion mit der Internationalen Sommerschule Halle-Neustadt, Regie: Dirk Laucke
alter ford escort dunkelblau UA 27.1.2007, Theater Osnabrück, Regie: Henning Bock – „Stücke ´07“
Silberhöhe gibts nich mehr UA 14.3.2008, Thalia Theater Halle, Regie: Dirk Laucke
Stück gegen sich selbst UA 11.4.2008, Schaubühne am Lehniner Platz (Deutschlandsaga Uraufführungswerkstatt)
Wir sind immer oben UA 14.9.2008, Schauspiel Essen, Regie: Henning Bock
Der kalte Kuss von warmem Bier UA 2.5.2009, Theater Heidelberg, Regie: Henning Bock
zu jung zu alt zu deutsch UA 14.5.2009, Theater Osnabrück, Regie: Jens Poth

Ultras. Ein Stück Freiheit für die Kurve UA 18.9.2009, Thalia Theater Halle, Regie: Dirk Laucke
Für alle reicht es nicht UA 31.10.2009, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Sandra Strunz – „Stücke 2010“
Start- und Landebahn UA 16.5.2010 Städtische Bühnen Osnabrück, Regie: Jens Poth
Stress! Der Rest ist Leben UA 11.2.2010, Grips Theater Berlin, Regie: Frank Panhans
Bakunin auf dem Rücksitz UA 8.10.2010, Deutsches Theater Berlin, Regie: Sabine Auf der Heyde
Alles Opfer oder grenzenlose Heiterkeit UA 10.6.2011, Ruhrfestspiele Recklinghausen in Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden, Regie: David Benjamin Brückel
Angst & Abscheu in der BRD UA 21.10.2011, Theater Oberhausen in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Mülheim, Regie: Dirk Laucke
Einigkeit und ... – Ein Rechercheprojekt zu Sinti und Roma in Europa UA 16.6.2012, Theater Heidelberg, Regie: Tobias Rausch
Cargonauten UA 28.9.2012, Stadttheater Bremerhaven, Regie: Jens Poth
Jimi Bowatski hat kein Schamgefühl UA 3.2.2013, Schauspielhaus Bochum, Regie: Christina Pfrötschner
Samurai UA 23.11.2013, Theater Heidelberg, Regie: Jens Poth
Seattle UA 2.2.2014, Theater Freiburg, Regie: Jan Gehler
Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute UA 8.11.2014, Schauspiel Stuttgart, Regie: Jan Gehler – „Stücke 2015“
Kopflohn nach Anna Seghers, UA 4.5.2015, Ruhrfestspiele Recklinghausen in Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz, Regie: K. D. Schmidt
Luft nach oben UA 20.11.2015, Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Enrico Stolzenberg
Karnickel UA 29.9.2016, Schauspiel Köln, Regie: Pinar Karabulut
Vom Gefühl her: Fuck u! UA 13.11.2016, Landestheater Altenburg/Gera, Regie: Andreas Bauer
Bambule im Herbst UA 15.9.2017, Nationaltheater Weimar, Regie: Enrico Stolzenberg
Die größte Gemeinheit der Welt UA 22.4.2018, Junges Schauspiel Düsseldorf, Regie: Christof Seeger-Zurmühlen – „KinderStücke 2019“
Nur die Harten (kommen in den Garten) UA 3.6.2018, Theater Oberhausen, Regie: Florian Fiedler

Drehbuch
2007 Zeit der Fische, Kinofilm, Erstaufführung 31.1.2008

E-Book
2014 alter ford escort dunkelblau, Kiepenheuer Medien, Berlin
2018 Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute, Kiepenheuer Medien, Berlin

Hörspiel
2008 alter ford escort dunkelblau, MDR
2011 Start und Landebahn, MDR
2011 Angst & Abscheu in der BRD – Sendezwang, WDR
2013 Jimi Bowatski hat kein Schamgefühl, WDR
2014 Als wir Krieg spielten, WDR
2015 Der Eismann, WDR
2016 Karnickel, SWR
2017 Ein paar Dinge, die ich loswerden wollte, SWR

Prosa
2015 Mit sozialistischem Grusz, Roman, rororo, Reinbek bei Hamburg

Auszeichnungen und Preise
2006 Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker für „alter ford escort dunkelblau“
2007 Nachwuchsautor des Jahres in der Kritikerumfrage von Theater heute für „alter ford escort dunkelblau“
2009 Zonser Hörspielpreis für „alter ford escort dunkelblau“
2009 Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen
2010 Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft
2011 Georg-Kaiser-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt