Diebe

Foto: Arno Declair
3 1/2 Stunden, eine Pause



Zwölf Menschen, die nichts zusammenhält. Zwölf Leben, die nicht durch eine Geschichte verbunden sind. Und doch sind diese Zwölf miteinander verknüpft: Sie sind nämlich alle überflüssig. Die Welt kommt ohne sie klar. Kompromisslos lässt Dea Loher in „Diebe“ ihre Figuren aus einem deprimierenden Bereich des zeitgenössischen Daseins emporwachsen.
Die Situationen sind banal, es sind Episoden der Seinserschöpfung. Daraus wird hier ein existentielles Sozialdrama.
Loher hat „Diebe“ in einer offenen Dramaturgie geschrieben. Die Episoden des erschöpften Seins sind nur lose verknüpft, das wirkt so zufällig wie diese Leben sind. Und so erscheint dieses Drama manchmal tastend, manchmal aber ist es auch zugespitzt bis zur Pointe.
Dea Loher hat ihren Vorsatz tatsächlich ein Stück weit wahr gemacht: Sie hat eine Komödie geschrieben. Eine Komödie, deren Lachen dort beginnt, wo die Erkenntnis der Überflüssigkeit einsetzt.
Loher-Regisseur Andreas Kriegenburg hat für „Diebe“ wieder eines der monumentalen Bühnenbilder in das Deutsche Theater gesetzt, mit denen er uns seit einiger Zeit von der traurigen Leichtigkeit des Daseins überzeugt. Ein gewaltiges Mühlrad schaufelt und spült die zwölf Figuren wie die Tropfen des rauschenden Bachs auf die Bühne, eine unwiderstehliche Gewalt, mit einem schönen Hauch heiteren Boulevards und einem guten Schuss bitterer Melancholie.
Peter Michalzik

Uraufführung: 
am 15. Januar 2010

Mit: Jörg Pose, Judith Hofmann, Markwart Müller-Elmau, Daniel Hoevels, Barbara Heynen, Bernd Moss, Katrin Klein, Helmut Mooshammer, Olivia Gräser, Susanne Wolff, Bernd Stempel, Heidrun Perdelwitz
Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg
Kostüme: Barbara Drosihn
Dramaturgie: Claus Caesar, Juliane Koepp