„Mädchen in Not“ von Anne Lepper
Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
„Wut“ von Elfriede Jelinek
Münchner Kammerspiele, Foto: Thomas Aurin
„der thermale widerstand“ von Ferdinand Schmalz
Schauspielhaus Zürich, Foto: Raphael Hadad
„Empire“ von Milo Rau
IIPM, Foto: Marc Stephan
„Vereinte Nationen“ von Clemens J. Setz
Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
„europa verteidigen“ von Konstantin Küspert
ETA Hoffmann Theater Bamberg, Foto: Martin Kaufhold
„Die Vernichtung“ von Olga Bach
Konzert Theater Bern, Foto: Birgit Hupfeld

der thermale widerstand

von Ferdinand Schmalz
Schauspielhaus Zürich

Freitag, 26. Mai, 19.30 Uhr + Samstag, 27. Mai, 18.00 Uhr und 20.30 Uhr, Ringlokschuppen

Ferdinand Schmalz: der thermale widerstand / Foto: Raphael Hadad

 

Ferdinand Schmalz hat für sein neues Stück ein Thermalbad mit Sanierungsstau als Dampfzelle der politischen Ökonomie gewählt. Wellness hat Konjunktur. Schließlich müssen die ausgebrannten Arbeitnehmerkörper möglichst rasch wieder funktionabel in Schuss gebracht werden. Der überschaubare Ort hat Platz für die ganze Marktwirtschaft und ihre Zielkonflikte. Kurverwalterin Roswitha möchte mit Investorenmillionen in die Luxusliga der Wellnessbranche aufsteigen, und hat leider übersehen, dass solche Körpertempel später von jüngerem Personal geführt werden.
Der neue Bademeister Hannes will zwar auch ein neues Bad, träumt aber von einer sozialen Utopie: Er will nicht nur Burnout-Opfer wieder für das konkurrenzwirtschaftliche Existenzdrama fit päppeln, sondern versteht das Thermalbad als neue Polis eines „zweckfreien, nicht funktionierenden körpers“, der eben nicht an der dauernden Optimierung arbeitet, sondern im Gegenteil den körperlichen Ungehorsam pflegt: „wir fordern eine neue faulheit.“ Allerdings hat der Badetheoretiker seinen Thermal-Aufstand ohne die erforderlichen revolutionären Massen geplant. Ausgerechnet die „kureutinnen und kureuten“ zeigen am Ende keine Lust auf eine kommende Gemeinschaft im „diskursbad“ und schon gar nicht auf den „feuchten traum von einem bademeister“. So endet Hannes nach kurzem Handgemenge, erdrosselt mit einem Badetuch.

Franz Wille

Uraufführung am 17. September 2016, Schauspielhaus Zürich, Pfauen/Kammer

Mit: Klaus Brömmelmeier, Fritz Fenne, Dagna Litzenberger Vinet, Lena Schwarz, Siggi Schwientek, Jirka Zett
Regie: Barbara Falter
Bühne: Dominik Freynschlag
Kostüme: Noelle Brühwiler
Musik: Sandro Corbat
Licht: Daniel Leuenberger
Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger

Aufführungsdauer: 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Stückabdruck in Theater heute 11/2016


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Tickets für den 27. Mai, 20.30 Uhr online kaufen


www.schauspielhaus.ch
 

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