Preisträger 2015: Ewald Palmetshofer
„die unverheiratete“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Georg Soulek
Preisträgerin 2017: Anne Lepper
„Mädchen in Not“ - Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
Preisträger 2003: Fritz Kater
 „zeit zu lieben zeit zu sterben“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2010: Roland Schimmelpfennig
„Der goldene Drache“ - Burgtheater Wien, Foto: Reinhard Werner
Preisträger 2014: Wolfram Höll
„Und dann“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträgerin 2009: Elfriede Jelinek
„Rechnitz (Der Würgeengel)“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Arno Declair
Preisträger 2016: Wolfram Höll
„Drei sind wir“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträger 2002: Elfriede Jelinek
„Macht Nichts“ - Schauspielhaus Zürich, Foto: Leonard Zubler
Preisträgerin 2008: Dea Loher
„Das letzte Feuer“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträgerin 2013: Katja Brunner
„Von den Beinen zu kurz“ - Schauspiel Hannover, Foto: Katrin Ribbe
Preisträger 2005: Lukas Bärfuss
„Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträgerin 2011: Elfriede Jelinek
„Winterreise“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Julian Röder
Preisträger 2006: René Pollesch
„Cappuccetto Rosso“ - Volksbühne Berlin/Salzburger Festspiele, Foto: Thomas Aurin
Preisträger 2012: Peter Handke
„Immer noch Sturm“ - Thalia Theater Hamburg/Salzburger Festspiele, Foto: Armin Smailovic
Preisträger 2007: Helgard Haug & Daniel Wetzel, Rimini Protokoll
„Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ - Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Sebastian Hoppe
Preisträger 2004: Elfriede Jelinek
 „Das Werk“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Christian Brachwitz

Der goldene Drache

von Roland Schimmelpfennig

Stücke 2010

Burgtheater Wien, Akademietheater

Ein Stück über die dunklen Seiten unserer globalisierten Welt. Es spielt in einem asiatischen Schnellrestaurant und in den Wohnungen darüber. Am Hauptschauplatz, in der Küche, leidet ein junger Chinese unter fürchterlichen Zahnschmerzen. Er kann nicht zum Arzt, er hat keine Papiere. Also ziehen ihm seine asiatischen Kollegen den Zahn mit der Rohrzange. Das geht nicht gut. Der Chinese verblutet und wird im Fluss entsorgt – das ist die Haupthandlung. Dazwischen geschaltet: Szenen aus dem Haus. Große Dramen im Kleinen. Ein Mädchen wird ungewollt schwanger, ein Mann von seiner Frau verlassen, eine Stewardess findet den Zahn des Chinesen in ihrer Thaisuppe... Und dann gibt es da noch eine dritte Erzählebene: Auf der spielt die Fabel von der Grille und der Ameise, die nach und nach brutale menschliche Züge annimmt.
Roland Schimmelpfennig hat mit „Der goldene Drache“ eine bitterkomische, rabenschwarze Sozialparabel geschrieben, in der er mit gewohnter Shortcut-Lakonie, aber auch mit eisgekühlter sprachlicher Poesie lockere Bezugsfäden zwischen den einzelnen Szenen und Menschen spinnt. Fünf grandiose Schauspieler übernehmen im fliegenden Wechsel mehr als zwanzig Rollen, spielen permanent gegen ihre Alters- und Geschlechtszugehörigkeit an – und machen so aus dieser traurigen kleinen Alltags- und Migrantengeschichte eine rasende, schmerzende Horrorkomödie. Regie hat Schimmelpfennig selber geführt, ganz im Stil und im Sinne seines Freundes, des verstorbenen Regiemeisters Jürgen Gosch. Demnach gilt hier: höchste Intensität bei äußerster Schlichtheit der Mittel.
Christine Dössel



Uraufführung am 5. September 2009 im Akademietheater

Regie: Roland Schimmelpfennig
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Amely Joana Haag

Mit
Philipp Hauß
Barbara Petritsch
Christiane von Poelnitz
Johann Adam Oest
Falk Rockstroh

Aufführungsdauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag THEATER & MEDIEN, Frankfurt am Main