Das Nest

von Franz Xaver Kroetz

Stücke 1976

...„Das Nest“ schließlich, 1974 geschrieben, 1975 in München uraufgeführt, verarbeitet These (Beschreibung) und Antithese (Kommentar) unauffälliger, darin auch: überzeugender. „Das Nest“ knüpft direkt an „Oberösterreich“ an. Wieder ein Kraftfahrer (Kurt) und seine Frau (Martha), wieder also ein junges Ehepaar, das ein Kind erwartet. Nur: die finanziellen Voraussetzungen für das Kind sind gegeben. Die potentielle Katastrophe aber – und hierin besteht die Dialektik – ergibt sich gerade aus der Sicherheit, aus den ausreichenden finanziellen Voraussetzungen. Kurt verdient genug, weil er bedingungslos die Aufträge seines Arbeitgebers annimmt. Einer dieser Aufträge kostet, und das merkt der „fleißige“ Kraftfahrer zu spät, die Gesundheit seines eigenen Kindes. Jetzt erst wird Kurt wach, jetzt erst sieht er, was er tut, jetzt erst besinnt er sich auf seine wirklichen Interessen: er verklagt den Auftraggeber, er versichert sich, unsicher noch, der Unterstützung der Gewerkschaft.
„Das Nest“ zeigt Kroetz in einer neuen Situation. Er hat es aufgegeben, bundesrepublikanische Zustände nur zu beschreiben. Und er hat es sehr schnell aufgegeben, diese Zustände nur agitatorisch zu attackieren. Er hat die Agitation in die Beschreibung integriert, also: er hat der Beschreibung eine Perspektive gegeben.

 
Gerd Jäger, 1976

 

Theater am Neumarkt Zürich
Direktion: Luis Bolliger

Kurt: Mathias Gnädinger
Martha: Rosalinde Renn
im Video: Hildegard Pintgen und Urs Bihler

Inszenierung: Jochen Fölster
Bühne und Kostüme: Hans Georg Schäfer

Uraufführung im Modernen Theater München

Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag, Wien


 


von Franz Xaver Kroetz

Stücke 1976

...„Das Nest“ schließlich, 1974 geschrieben, 1975 in München uraufgeführt, verarbeitet These (Beschreibung) und Antithese (Kommentar) unauffälliger, darin auch: überzeugender. „Das Nest“ knüpft direkt an „Oberösterreich“ an. Wieder ein Kraftfahrer (Kurt) und seine Frau (Martha), wieder also ein junges Ehepaar, das ein Kind erwartet. Nur: die finanziellen Voraussetzungen für das Kind sind gegeben. Die potentielle Katastrophe aber – und hierin besteht die Dialektik – ergibt sich gerade aus der Sicherheit, aus den ausreichenden finanziellen Voraussetzungen. Kurt verdient genug, weil er bedingungslos die Aufträge seines Arbeitgebers annimmt. Einer dieser Aufträge kostet, und das merkt der „fleißige“ Kraftfahrer zu spät, die Gesundheit seines eigenen Kindes. Jetzt erst wird Kurt wach, jetzt erst sieht er, was er tut, jetzt erst besinnt er sich auf seine wirklichen Interessen: er verklagt den Auftraggeber, er versichert sich, unsicher noch, der Unterstützung der Gewerkschaft.
„Das Nest“ zeigt Kroetz in einer neuen Situation. Er hat es aufgegeben, bundesrepublikanische Zustände nur zu beschreiben. Und er hat es sehr schnell aufgegeben, diese Zustände nur agitatorisch zu attackieren. Er hat die Agitation in die Beschreibung integriert, also: er hat der Beschreibung eine Perspektive gegeben.

 
Gerd Jäger, 1976

 

Theater am Neumarkt Zürich
Direktion: Luis Bolliger

Kurt: Mathias Gnädinger
Martha: Rosalinde Renn
im Video: Hildegard Pintgen und Urs Bihler

Inszenierung: Jochen Fölster
Bühne und Kostüme: Hans Georg Schäfer

Uraufführung im Modernen Theater München

Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag, Wien