Common Ground

Foto: Thomas Aurin
1 Stunde 40 Minuten, keine Pause



von Yael Ronen & Ensemble
Theatermacher arbeiten immer häufiger mit den Methoden, mit denen auch Journalisten arbeiten: Sie wühlen sich durch Akten, sie führen Interviews, sie besichtigen Schauplätze. Sie recherchieren. Das Dilemma: Diese sogenannten Rechercheprojekte führen in der Regel weder zu großer Kunst noch zu großem Journalismus. Kunst und Journalismus sind ihnen gleichermaßen überlegen.
„Common Ground“ ist anders. „Common Ground“ ist so direkt und roh und emotional, so dringlich und persönlich, wie es Theaterkunst nur selten hinbekommt (und Journalismus nie). „Common Ground“ steckt voller Kraft und Energie, voller Tränen und derber Späße. „Common Ground“ ist völlig undidaktisch – und eben deshalb lehrt „Common Ground“ uns unsagbar viel über den Balkan-Krieg und seine Folgen.
Die Regisseurin Yael Ronen ist mit sieben Berliner Schauspielern ins ehemalige Jugoslawien gereist, darunter fünf, die dort geboren wurden und die es einst in den Kriegswirren aus Belgrad und Sarajevo, aus Zagreb und Novi Sad nach Deutschland verschlagen hat. Gemeinsam haben sie ein ehemaliges Konzentrationslager besucht, haben mit einer Expertin für Vergewaltigungsopfer gesprochen, haben vor allem und immer wieder miteinander geredet. Es war ein Selbsterfahrungstrip, den sie nun auf der Bühne nachstellen.
„Common Ground“ ist ein Theaterabend mit Schauspielern, die betroffen sind von dem, was sie zeigen. Und ein Theaterabend, der betroffen macht.
Eine theatrale Gruppentherapie.
Tobias Becker
 

Uraufführung: 
am 14.03.2014

Mit: Vernesa Berbo, Mateja Meded, Jasmina Musić, Orit Nahmias, Niels Bormann, Dejan Bućin, Aleksandar Radenković
Regie: Yael Ronen
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Lina Jakelski
Video: Benjamin Krieg, Hanna Slak
Dramaturgie: Irina Szodruch
Musik: Nils Ostendorf

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Video
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