Nachgeschlagen

Theater, das.

Zwischen Inszenierungen und Interviews, Schreiben, Drehen und Schneiden bleibt manchmal nur wenig, manchmal genug Zeit. Marie Lemser, schaut – Achtung, Nerd-Alarm – gerne mal ins Altgriechisch-Wörterbuch, um sich die Zeit zu vertreiben.

Blättern, blättern, blättern, da:

theatrizo – zum Spott ausstellen

theatrikos (wir kommen der Sache näher) – für’s Theater bestimmt, passend, pompös (oh!)

theatroeidhs – theaterförmig (was??)

und, aha!

theatro – Theater (von theaomai) ; eigentlich der Schauplatz öffentlicher Versammlungen, dann insbesondere 1) die Schaubühne. 2) der Zuschauerkreis, das Theaterpublikum. 3) das Schauspiel (namentlich die Pantomimen in Rom. 4) der ganze Bau der skenischen Theater.

Das alles ist also Theater! Zuallererst der Schauplatz öffentlicher Versammlungen. Wenn ich an Samstag, den Tag der Festivaleröffnung denke, trifft das schon mal zu: Kein Theatergebäude (4) hat hier Theater gemacht, sondern die vielen wartenden Menschen, Sekt und Reden. Natürlich, eine Bühne (1) gab es auch, Schauspiel (3) sowieso – wenn auch keine Pantomime. Und, ja, das Publikum – wir, die wir alle

theaomai – (1) schauen, anschauen, betrachten, bemerken, mustern, rekognoszieren. (2) oft mit dem Nebenbegriff des Bewunderns, daher auch anstaunen, bewundern, einsehen, wahrnehmen.

Der nächste Eintrag ist dann auch schon

thehlatos – von der Gottheit verhängt, geboten, offenbart, für die Gottheit errichtet.

Dass das eigentlich bereits der nächste griechische Wortstamm ist, ignoriere ich mal für den Zeitvertreib.

(aus Benselers Griechisch-Deutsches Wörterbuch)

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