Preisträger 2012: Peter Handke
„Immer noch Sturm“ - Thalia Theater Hamburg/Salzburger Festspiele, Foto: Armin Smailovic
Preisträger 2005: Lukas Bärfuss
„Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträger 2004: Elfriede Jelinek
 „Das Werk“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Christian Brachwitz
Preisträger 2003: Fritz Kater
 „zeit zu lieben zeit zu sterben“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträgerin 2017: Anne Lepper
„Mädchen in Not“ - Nationaltheater Mannheim, Foto: Christian Kleiner
Preisträger 2014: Wolfram Höll
„Und dann“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Preisträger 2002: Elfriede Jelinek
„Macht Nichts“ - Schauspielhaus Zürich, Foto: Leonard Zubler
Preisträger 2010: Roland Schimmelpfennig
„Der goldene Drache“ - Burgtheater Wien, Foto: Reinhard Werner
Preisträgerin 2008: Dea Loher
„Das letzte Feuer“ - Thalia Theater Hamburg, Foto: Arno Declair
Preisträgerin 2013: Katja Brunner
„Von den Beinen zu kurz“ - Schauspiel Hannover, Foto: Katrin Ribbe
Preisträgerin 2011: Elfriede Jelinek
„Winterreise“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Julian Röder
Preisträger 2006: René Pollesch
„Cappuccetto Rosso“ - Volksbühne Berlin/Salzburger Festspiele, Foto: Thomas Aurin
Preisträger 2007: Helgard Haug & Daniel Wetzel, Rimini Protokoll
„Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ - Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Sebastian Hoppe
Preisträger 2015: Ewald Palmetshofer
„die unverheiratete“ - Burgtheater im Akademietheater, Wien, Foto: Georg Soulek
Preisträgerin 2009: Elfriede Jelinek
„Rechnitz (Der Würgeengel)“ - Münchner Kammerspiele, Foto: Arno Declair
Preisträger 2016: Wolfram Höll
„Drei sind wir“ - Schauspiel Leipzig, Foto: Rolf Arnold
Speisekarte II

Die Obstschale

Zu Festivalbeginn wohnten die Blogger*innen alle zusammen in Mülheim. Im Gemeinschaftsraum stand eine gigantische weiße Schale. Sie wurde bis oben mit Obst gefüllt. One apple a day ... und zwei Birnen, eine Banane, ein Stück Mango, Ananas und noch ein bisschen Wassermelone ... Dies inspirierte Cornelius Stiegemann zu folgender Szene:

Antwerpen um 1600. Haus der Familie Rubens.

Sie (ruft): Peter Paul, warst du einkaufen?
Er (gedämpft, aus seinem Atelier): Ja, war ich.
Sie: Und wo sind die Äpfel? Und der Rhabarber? Ich wollte doch heute Kuchen backen!
Er: Hab ich gekauft.
Sie: Und wo ist das Obst? Ich sehe kein-
Er: Halt! Stop! Es ist Obst im Haus! (Pause) Nur eben nicht in der Küche … Bringst du bitte die Silberschale ins Atelier?
Sie (zu sich selbst): Und Mutter sagt noch: Kind, überlege es dir gut, dieser Rubens ist Künstler!
(Isabella Rubens betritt mit einer großen Schale das Atelier ihres Mannes.)
Sie: Was willst du denn hier mit dem Obst? Im Vorratskeller ist es doch viel kühler.
Er: Ah, gut, dass du kommst. Stell die Schale bitte dorthin auf den Tisch und tu ein paar Äpfel hinein. Lass den Rest und die Weintrauben einfach liegen. Das Licht ist gerade so gut.
Sie: Du malst OBST?!
Er: Ja, ist mir gerade eingefallen. Klasse Idee, meinst du nicht auch?
Sie: Aber du hast ja Äpfel geschält! Und die Orange aufgeschnitten! Das hält sich keinen Tag lang!
Er: Aber so wirkt das realistischer. Als ob hier jemand am Tisch gesessen und Früchte gegessen hat. Dann ist er plötzlich aufgestanden. Und so präsentiert sich die Szene komplett bewegungslos, ganz still, quasi leblos.
Sie: Und das soll jemand kaufen? Einen gemalten Obstteller?
Er (sie ignorierend): Ich nenne es: Stillleben. Das ist neu. Das ist verrückt. Darauf werden die Leute total abfahren. Ein vergänglicher Augenblick, eingefangen für die Ewigkeit.
Sie (spöttisch): Dann fang mal besser an zu malen. Dafür brauchst du schließlich immer eine Ewigkeit! Bevor du fertig bist, sind die Äpfel braun und die Avocados matschig. Guck mal, da kommt schon die erste Fliege angesurrt.
Er: Ach was, die mal ich einfach mit! Halt still, du Insekt! Du wirst jetzt Kunst!
Sie: Sag Bescheid, wenn du fertig bist. Dann mache ich Obstsalat.

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