Die Blogger haben gewählt

Der StückeBlog

Ein Team aus 7 Blogger*innen begleitet auch in diesem Jahr das Festival von der ersten Inszenierung bis zur letzten Jurydebatte mit täglich neuen Beiträgen.


Die Blogger*innen von A bis Z

Wolfram Höll schafft es, jeder einzelnen Silbe seines Textes große Bedeutung und Tiefgründigkeit zuzuschreiben. Seine Art des Sprachgebrauchs ist unglaublich präzise, lässt aber zugleich Raum für individuelle Interpretationen. Ein wahrer Genuss!

 

In "dosenfleisch" gelingt es Ferdinand Schmalz, den Pulsschlag einer Autobahn(raststätte) in eine eigenwillige Sprachkomposition zu gießen und von der nagenden Identitätslosigkeit eines Ortes zu erzählen, den wir alle kennen.

 

Ich vertraue auf mein Gefühl und wähle das Stück, das mich am meisten berührt hat. Berührt wegen seines Muts, seiner Ehrlichkeit, seiner lachenden Stärke, seines Humors und seiner mehrköpfigen Autorschaft.

 

Kein anderes Stück hat mir eine Handlung gezeigt, die so gut nachempfindbar ist. Ohne artifizielles Heckmeck werden berührende Situationen aus verschiedenen Perspektiven geschaffen.

 

Bergs Text ist pointiert und herrlich deprimierend. Die Inszenierung verkleidet das Ganze – auf der Oberfläche – in gefällig wirkende, doch brillante Komik und Choreografie.

 

Der Unfall ist der große Traum. Der Unfall, der mich zwingt, mein Leben neu zu beginnen. Und wie sehr wünsche ich mir solche Poesie für meinen Neuanfang. Ein Leben als Sprachkunstwerk.

 

Der Rausch des modernen Lebens, aufs Genialste verhandelt an einem Durchgangsort. Schmalz' Tankstellen-Vision ist inhaltlich einzigartig, sprachgewaltig, tiefsinnig, komisch.

 

Weil es traurig und lustig auf einmal war. Man konnte lachen und weinen, zusammen mit den Schauspielerinnen. Wenn ich mitfühlen und darüber viel reflektieren kann, dann hat es bei mir geklappt.

 

Keiner der Stücktexte ist so dicht wie dieser. Wolfram Hölls außergewöhnliche Sprache findet im paradoxen Spannungsfeld von Präzision, Fragmentcharakter und offener Form einen ganz eigenen Modus des Erzählens.

 

"Bilder von uns" ist eine berührende zeitgenössische und zeitlose Tragödie. Sie beleuchtet Missbrauchsfolgen und blickt kritisch auf die heutige Männerrolle.

 

Die unterschiedlichen Elemente haben einen großen Eindruck auf mich gemacht.  Die Bühne und aller Sound waren interessant und rhythmisch. Der Rhythmus des Schlagzeugs und die Emotionen der Charaktere hatten eine stimulierende Beziehung. Auch das Thema war neu und schwierig zu fassen.

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