Archiv des Unvollständigen

Foto von Andreas J. Etter
Foto von Andreas J. Etter
Foto von Andreas J. Etter
1 Stunde 35 Minuten, keine Pause<br />Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag, Reinbek bei Hamburg

Ein Sprachmusik-Abend von Thom Luz und Laura de Weck

Stücke 2014

Oldenburgisches Staatstheater in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Das Archiv ist ein klassischer Ort der Moderne, ein Ort zwischen Museum und Staatssicherheit, Vergangenheitsspeicher und Klaustrophobie, Verheißung und Beklemmung. Archive wurden geöffnet, Ausstellungen wurden zu Archiven erklärt, nun wird auch das Theater zum Archiv umgedeutet. Ein sehr spezielles Archiv allerdings, denn es wird ein Ort für das, was man nicht archivieren kann: für das Unvollständige, das Fragmentarische, das Angedeutete und Ungesagte. Es ist eine wunderschöne Idee von Laura de Weck und Thom Luz, die Bühne als Versammlungsraum dessen zu begreifen, was man nur ahnt, was nicht ist und nicht sein kann.

Das Theater umspielt hier das Ungesagte und Unsagbare und versucht es doch beim Wort zu nehmen. Laura de Weck schreibt kleine Szenen, die vorsichtig an das All und das Nichts rühren, wo der Raum zwischen den Zeilen oder das Schweigen nach den Worten mindestens so wichtig ist wie das Gesagte. Diese Bruchstücke werden dann in einer schönen Aufführung zu einem neuen Theaterkosmos zusammengefügt. Und dieser Kosmos besteht zur einen Hälfte aus diesen kleinen Sprach- und Spielszenen, zur anderen Hälfte aber aus Klängen und Anklängen, aus meist melancholisch tröpfelnder Musik. Es ist ein federleichter Klang- und Sprachraum, der so in Oldenburg ersteht, eine Mischung aus schweizerischer Skurrilität und vorsichtig liedhaftem Antippen, eine Mischung, die Theaterfans an Christoph Marthaler denken lässt, die aber weder den Vergleich zu scheuen braucht noch epigonal wirkt.

Peter Michalzik

Uraufführung: 
am 19.05.2013, Ruhrfestspiele Recklinghausen
Premiere: 
am Oldenburgischen Staatstheater: 21.09.2013
Mit:
Sarah Bauerett, Hanna Franck, Caroline Nagel, Eike Jon Ahrens, Vincent Doddema

Regie: Thom Luz
Dramaturgie: Jörg Vorhaben
Musik: Mathias Weibel
Licht: Arne Waldl
Ausstattung: Lisa Maline Busse


Ein Sprachmusik-Abend von Thom Luz und Laura de Weck

Stücke 2014

Oldenburgisches Staatstheater in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Das Archiv ist ein klassischer Ort der Moderne, ein Ort zwischen Museum und Staatssicherheit, Vergangenheitsspeicher und Klaustrophobie, Verheißung und Beklemmung. Archive wurden geöffnet, Ausstellungen wurden zu Archiven erklärt, nun wird auch das Theater zum Archiv umgedeutet. Ein sehr spezielles Archiv allerdings, denn es wird ein Ort für das, was man nicht archivieren kann: für das Unvollständige, das Fragmentarische, das Angedeutete und Ungesagte. Es ist eine wunderschöne Idee von Laura de Weck und Thom Luz, die Bühne als Versammlungsraum dessen zu begreifen, was man nur ahnt, was nicht ist und nicht sein kann.

Das Theater umspielt hier das Ungesagte und Unsagbare und versucht es doch beim Wort zu nehmen. Laura de Weck schreibt kleine Szenen, die vorsichtig an das All und das Nichts rühren, wo der Raum zwischen den Zeilen oder das Schweigen nach den Worten mindestens so wichtig ist wie das Gesagte. Diese Bruchstücke werden dann in einer schönen Aufführung zu einem neuen Theaterkosmos zusammengefügt. Und dieser Kosmos besteht zur einen Hälfte aus diesen kleinen Sprach- und Spielszenen, zur anderen Hälfte aber aus Klängen und Anklängen, aus meist melancholisch tröpfelnder Musik. Es ist ein federleichter Klang- und Sprachraum, der so in Oldenburg ersteht, eine Mischung aus schweizerischer Skurrilität und vorsichtig liedhaftem Antippen, eine Mischung, die Theaterfans an Christoph Marthaler denken lässt, die aber weder den Vergleich zu scheuen braucht noch epigonal wirkt.

Peter Michalzik

Uraufführung am 19.05.2013, Ruhrfestspiele Recklinghausen
Premiere am Oldenburgischen Staatstheater: 21.09.2013

Mit:
Sarah Bauerett, Hanna Franck, Caroline Nagel, Eike Jon Ahrens, Vincent Doddema

Regie: Thom Luz
Dramaturgie: Jörg Vorhaben
Musik: Mathias Weibel
Licht: Arne Waldl
Ausstattung: Lisa Maline Busse

Aufführungsdauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag, Reinbek bei Hamburg

www.staatstheater.de
www.ruhrfestspiele.de

 

 

  

 

Laura de Weck über "Archiv des Unvollständigen"
"Sätze verlieren ihren Wert"
 

 

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