alter ford escort dunkelblau

von Dirk Laucke

Stücke 2007

Theater Osnabrück

Eigentlich hätte es ein ganz gewöhnlicher Tag werden sollen, Malochen im Getränkelager, Schimpfen auf die miesen Bedingungen der Zeitarbeit und Träumen von einer Zukunft, die hier längst keiner mehr hat. Doch diesmal fährt Schorse an der Firma vorbei, einfach geradeaus, wenn schon nicht über die Route 66, dann doch immerhin nach Legoland in Dänemark. Sein Kumpel Boxer war da schon mal, und Schorse möchte seinem Sohn endlich was Besonderes bieten, auch wenn Karin, seine Ex, strikt dagegen ist. Paul, der Sohn des Chefs und mehr aus Zufall mit von der Partie, protestiert und muss vorübergehend zum Schweigen gebracht werden und auch mit seinem Jungen geht Schorse nicht gerade zimperlich um...
Wie aus dem kleinen Abstecher in die Freiheit beinahe ein Katastrophentrip und dann doch noch für alle die Reise in ein anderes Leben wird, beschreibt der junge Dramatiker Dirk Laucke, Jahrgang 1982 und aufgewachsen in Halle (Saale), mit einer unverblümt authentischen Sprache und einem wachen Blick für das Lebensgefühl von Menschen, die seit einiger Zeit gern pau-schal als Unterschicht abklassifiziert werden. Ohne Sentimentalität und soziale Diffamierung verfolgt er ihre verzweifelten Versuche, einen Rest von Stolz zu bewahren und dem Leben noch einmal eine eigene Richtung zu geben. Ein packendes Roadmovie durch die unbekannten Weiten des deutschen Ostens.

Silvia Stammen

Paul: Daniel Ratthei
Schorse: Jan Schreiber
Boxer: Steffen Gangloff
Karin: Katharina Quast

Regie: Henning Bock
Bühne und Kostüme: Simone Wildt

Uraufführung am 27. Januar 2007 im Theater Osnabrück, emma-theater


Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb, Berlin
Stückabdruck in Theater heute, 5/2007


 

 

 

 

Fotos: Klaus Fröhlich

 

Dirk Laucke

Geboren 1982 in Schkeuditz
Dirk Laucke wuchs in Halle auf und begann 2002 ein Psychologiestudium an der Universität Leipzig, das er abbrach, um von 2004 bis 2008 den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin (UdK) zu absolvieren.
2004 wurde Dirk Laucke als Nachwuchsdramatiker von Tankred Dorst zu den Salzburger Festspielen eingeladen, um sein noch unveröffentlichtes Drama „Symptom“ in einer szenischen Lesung zu präsentieren. In der Spielzeit 2006/07 war er Stipendiat beim Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus. Dirk Laucke arbeitet auch als Regisseur. Er lebt in Berlin.

Stücke
Symptom
aufgeführt als Lesung 2004, Salzburger Festspiele
Hier geblieben! UA 2.5.2005, Grips Theater Berlin, Regie: Christopher Maas
Neustaat Halle UA 10/2005, Thalia Theater Halle in Koproduktion mit der Internationalen Sommerschule Halle-Neustadt, Regie: Dirk Laucke
alter ford escort dunkelblau UA 27.1.2007, Theater Osnabrück, Regie: Henning Bock – „Stücke ´07“
Silberhöhe gibts nich mehr UA 14.3.2008, Thalia Theater Halle, Regie: Dirk Laucke
Stück gegen sich selbst UA 11.4.2008, Schaubühne am Lehniner Platz (Deutschlandsaga Uraufführungswerkstatt)
Wir sind immer oben UA 14.9.2008, Schauspiel Essen, Regie: Henning Bock
Der kalte Kuss von warmem Bier UA 2.5.2009, Theater Heidelberg, Regie: Henning Bock
zu jung zu alt zu deutsch UA 14.5.2009, Theater Osnabrück, Regie: Jens Poth

Ultras. Ein Stück Freiheit für die Kurve UA 18.9.2009, Thalia Theater Halle, Regie: Dirk Laucke
Für alle reicht es nicht UA 31.10.2009, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Sandra Strunz – „Stücke 2010“
Start- und Landebahn UA 16.5.2010 Städtische Bühnen Osnabrück, Regie: Jens Poth
Stress! Der Rest ist Leben UA 11.2.2010, Grips Theater Berlin, Regie: Frank Panhans
Bakunin auf dem Rücksitz UA 8.10.2010, Deutsches Theater Berlin, Regie: Sabine Auf der Heyde
Alles Opfer oder grenzenlose Heiterkeit UA 10.6.2011, Ruhrfestspiele Recklinghausen in Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden, Regie: David Benjamin Brückel
Angst & Abscheu in der BRD UA 21.10.2011, Theater Oberhausen in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Mülheim, Regie: Dirk Laucke
Einigkeit und ... – Ein Rechercheprojekt zu Sinti und Roma in Europa UA 16.6.2012, Theater Heidelberg, Regie: Tobias Rausch
Cargonauten UA 28.9.2012, Stadttheater Bremerhaven, Regie: Jens Poth
Jimi Bowatski hat kein Schamgefühl UA 3.2.2013, Schauspielhaus Bochum, Regie: Christina Pfrötschner
Samurai UA 23.11.2013, Theater Heidelberg, Regie: Jens Poth
Seattle UA 2.2.2014, Theater Freiburg, Regie: Jan Gehler
Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute UA 8.11.2014, Schauspiel Stuttgart, Regie: Jan Gehler – „Stücke 2015“
Kopflohn nach Anna Seghers, UA 4.5.2015, Ruhrfestspiele Recklinghausen in Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz, Regie: K. D. Schmidt
Luft nach oben UA 20.11.2015, Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Enrico Stolzenberg
Karnickel UA 29.9.2016, Schauspiel Köln, Regie: Pinar Karabulut
Vom Gefühl her: Fuck u! UA 13.11.2016, Landestheater Altenburg/Gera, Regie: Andreas Bauer
Bambule im Herbst UA 15.9.2017, Nationaltheater Weimar, Regie: Enrico Stolzenberg
Die größte Gemeinheit der Welt UA 22.4.2018, Junges Schauspiel Düsseldorf, Regie: Christof Seeger-Zurmühlen – „KinderStücke 2019“
Nur die Harten (kommen in den Garten) UA 3.6.2018, Theater Oberhausen, Regie: Florian Fiedler

Drehbuch
2007 Zeit der Fische, Kinofilm, Erstaufführung 31.1.2008

E-Book
2014 alter ford escort dunkelblau, Kiepenheuer Medien, Berlin
2018 Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute, Kiepenheuer Medien, Berlin

Hörspiel
2008 alter ford escort dunkelblau, MDR
2011 Start und Landebahn, MDR
2011 Angst & Abscheu in der BRD – Sendezwang, WDR
2013 Jimi Bowatski hat kein Schamgefühl, WDR
2014 Als wir Krieg spielten, WDR
2015 Der Eismann, WDR
2016 Karnickel, SWR
2017 Ein paar Dinge, die ich loswerden wollte, SWR

Prosa
2015 Mit sozialistischem Grusz, Roman, rororo, Reinbek bei Hamburg

Auszeichnungen und Preise
2006 Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker für „alter ford escort dunkelblau“
2007 Nachwuchsautor des Jahres in der Kritikerumfrage von Theater heute für „alter ford escort dunkelblau“
2009 Zonser Hörspielpreis für „alter ford escort dunkelblau“
2009 Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen
2010 Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft
2011 Georg-Kaiser-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt