Über Lang oder Kurz

© Klaus Gigga
8+
ca. 70 Minuten, keine Pause



Doris ist dick, Martin kurz und Lulatsch, wie der Name schon sagt, zu lang. Sie haben die Schnauze voll, sind verspottet worden und wollen ihren Frieden: „Alleine komme ich besser klar“, sagt Martin. Und Lulatsch sieht es so: „Immer wird es gleich nicht mehr so schön, wenn die Anderen dazu kommen. Warum ist das so?“ In "Weck", einem Ort von Beckettscher Abstraktion und scheinbar paradiesischer Ruhe, begegnen sie sich: drei Typen, die sich in ihrer Einsamkeit eingerichtet haben. Denn Doris etwa, fühlt sich pudelwohl, wenn sie, alleine und hinter dem Wandschirm versteckt, essen kann, was sie will, bis sie aus allen Nähten platzt. Ingeborg von Zadow erzählt mit musikalischer Sprache, leichtfüßigen Sprachspielen von drei Menschen, die bei der ersten Begegnung nur beißenden Spott füreinander haben und schließlich Freunde werden. Doris, Martin und Lulatsch überwinden ihre eigene Scham, lernen sich und einander zu akzeptieren. Und sie werden dabei so selbstbewusst, dass eine Rückkehr nach "Da" möglich scheint. Allerdings meldet sich da "Die Stimme", dieses geheimnisvolle Organ, das sich immer wieder eingemischt hat ins Spiel. Und die möchte das verhindern.
„Über Lang oder Kurz“ schlägt einen wunderbaren Tonfall an, der auf den Punkt erzählt, Humor und eine spielerische Leichtigkeit entwickelt aus dieser abstrakten und existenziellen Situation.
Nina Peters

Uraufführung: 
am 11.12.2010

Mit: Marja Hofmann, Manuel Krstanović, Annika Ullmann, Ulrich Wenzke, Bernd Sikora (Musik)
Regie: Gerald Gluth
Bühne und Kostüm: Georg Burger
Musikalische Leitung: Bernd Sikora

Der Text entstand im Rahmen des Projektes „Nah dran!“ des KJTZ der Bundesrepublik Deutschland, gefördert durch den Deutschen Literaturfonds.