Über die Grenze ist es nur ein Schritt

Über die Grenze ist es nur ein Schritt / Foto: Oliver Fantitsch
10+
Junges Schauspielhaus Hamburg

70 Minuten, keine Pause



"Glauben ist wichtig, sage ich euch, der Glauben macht die Welt schöner als das Wissen um sie."  Dede, der das sagt, weiß, wovon der spricht. Er ist ein Jugendlicher, der in Hamburg lebt. Allerdings hat er mit seiner Mutter und seiner geliebten Schwester Benedicta bereits einen weiten Weg zurück gelegt. Die leben in der Illegalität und mit der Angst, entdeckt zu werden. Wie führt man ein Leben mit Schule, Freunden und in einer neuen Heimat, die permanent signalisiert: „Zutritt verboten.“  
Die Geschichte der Eltern kennt Dede nur aus Erzählungen. Über 7000 Kilometer sind sie durch die Wüste von Ghana nach Algerien geflüchtet. „Ich verspreche dir, in nicht allzu ferner Zeit sitzen wir mit unseren Kindern vor einer kleinen Hütte und der Alptraum unserer Flucht ist nur Narbe auf unseren Seelen, die langsam verblassen wird“, das sagt Ossam zu seiner Frau. Aber der Vater wird nie nach Deutschland gelangen. Seine Kinder geben den Glauben nicht auf, dass Ossam eines Tages nachkommt.
Dede und seine Freundin Melle spielen die Situation der Eltern nach, und man lernt sie selbst und ihre Freundschaft kennen. „Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ von Michael Müller erzählt in Alltagssprache, direkter und erzählter Rede, schnellen Szenen- und Rollenwechseln von zwei Menschen, die früh erwachsen werden mussten. Eines Tages kommt Dedes Mutter ins Krankenhaus, und plötzlich ist Benedicta weg...
Nina Peters

Uraufführung: 
14.1.2011

Mit: Patrick Abozen, Janna Lena Koch

Regie: Johan Heß
Ausstattung: Anja Wendler
Dramaturgie: Michael Müller

In Kooperation mit der Hamburger Verkehrsverbund GmbH und der Pinneberger Verkehrsgesellschaft
Gefördert durch die SAGA GWG Stiftung »Nachbarschaft Hamburg«