Ronny von Welt

Reffert: Ronny von Welt / Foto: Martin Sigmund
10+
Junges Landestheater Tübingen

1 Stunde 10 Minuten, keine Pause

„Eine übertrieben wahre Lügengeschichte“, untertitelt Thilo Reffert sein Stück. Schamlos übertrieben sind die Abenteuer des legendären Münchhausen, schwierig wahr hingegen ist, dass Familien hin und wieder in eine andere Stadt ziehen und ihre Kinder neue Freunde finden müssen. Eine neue Schule, neue Gesichter – was sage ich? Wie stelle ich mich vor? Was muss ich tun, um nicht nur beachtet, sondern auch geachtet und vielleicht sogar bestaunt zu werden?
Ronny ahnt die Chance, sich neu zu erfinden. Ein bisschen. Ein Fahrrad will er haben, schneller als ein Auto. Und, ja wirklich, er könne Kontakt zu Außerirdischen aufnehmen. Anfangs erregt er damit Aufsehen, aber schon bald nimmt ihm das keiner mehr ab. Ronny, der Lügner, der Angeber?
In dieser peinlichen Situation fallen ihm die Geschichten Münchhausens in die Hände …
Wo neun Zehntel aller Bearbeitungen angestrengt konstruieren und flickschustern, gelingt es Thilo Reffert verblüffend leicht, den Klassiker der Weltliteratur für die Gegenwart zu beleben. Sein Ronny bläst den Staub aus dem antiquarischen Buch, weil er es braucht. Nicht für eine Note, sondern wirklich: auf dem Schulhof. Ein Stück, „total gelogen, wirklich wahr!“

Oliver Bukowski

Entstanden mit Unterstützung des Stipendiums zum Deutschen Kindertheaterpreis 2014.
Gefördert vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main, mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Uraufführung: 
am 18. April 2015, Junges Landestheater Tübingen

Mit: Dimetrio-Giovanni Rupp


Regie:  Michael Miensopust
Bühne und Kostüm: Vesna Hiltmann
Dramaturgie: Susanne Schmitt