Ohne Moos nix los

von Jörg Isermeyer
In einer Fassung des GRIPS Theaters Berlin

Ohne Moos nix los

„Die 11-jährige Jule lebt mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder in ökonomisch schwierigen Verhältnissen. Die Mutter schafft es gerade so, die Familie über die Runden zu bringen. Aber für die Kinder bleibt keine Zeit und schon gar kein Geld für gemeinsame Unternehmungen. Der Mangel ist Programm und führt dazu, dass Jule auch von ihren Mitschülern ausgegrenzt wird und keine Freunde hat. So zieht sie alleine durch die Stadt und denkt sich immer wieder Geschichten für vorbeieilende Passanten aus, die sie dann stundenlang beschattet. Dabei lernt sie zufällig Lukas kennen, der aus einem behüteten Elternhaus kommt. Die beiden freunden sich an und gehen nun gemeinsam auf 'Verfolgungsjagd'. Dabei kommen sie zufällig einer Bande von Fahrraddieben auf die Spur.

Jörg Isermeyer fächert hier sehr differenziert die Folgen von Kinderarmut und prekären Lebenssituationen auf. Und er zeigt, dass es, neben dem Mangel an materiellen Dingen, vor allem an Zuwendung und Fürsorge fehlt. Es ist ihm auf beeindruckende Weise gelungen, die Komplexität des Themas in einer spannenden Geschichte und mit einem sicheren Gespür für Situationskomik zu verdichten. Und das, ohne allzu simple Lösungen anbieten zu wollen. Die Vielschichtigkeit mancher Figuren ist sicherlich auch ein Verdienst von Yüksel Yolcu (Regie), der gekonnt die Amplituden der Figuren auslotet. So entstehen ungewohnte Momente höchster Aggressivität oder atemloser Stille.“
Werner Mink

Uraufführung am 27.10.2010, GRIPS Theater Berlin

Mit:
Sebastian Achilles, Christian Giese, Katja Hiller, Regine Seidler, Roland Wolf, Necati T. Şeren (Gitarre)

Regie: Yüksel Yolcu
Musik: Paul Brody und Necati T. Şeren
Choreografie: Ricardo De-Paula
Bühne: Ulv Jakobsen
Kostüme: Gabriella Ausonio

Aufführungsdauer: 2 Stunden, eine Pause
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin

Ab 9 Jahren

http://grips-theater.de

Fotos: David Baltzer/Bildbühne

Jörg Isermeyer

Jörg_IsermeyerGeboren 1968 in Bad Segeberg.
Zog vor seinem Studium der Psychologie, Soziologie und Pädagogik als Straßenmusiker durch Europa.
Nach dem Abschluss folgte ein Lehrauftrag für Improvisations- und Straßentheater an der Georg-August-Universität Göttingen.
Heute lebt er als freischaffender Künstler in Berlin und arbeitet als Autor, Theaterpädagoge, Regisseur, Schauspieler, Musiker und Komponist. Dabei betreut er unter anderem Theatergruppen im Strafvollzug und gibt Straßentheater-Workshops im  In- und Ausland. Als einziger Europäer nahm er am Forum on Arts and Culture während des UNCCD- Kongresses (United Nation Convention to Combat Desertification) 2003 in Havanna auf Einladung der UNESCO teil und beteiligte sich an der Publikation „Versprochen ist versprochen...! “, einem gemeinsamen Projekt von GRIPS-Theater, UN-Millenniumkampagne und Deutschem Entwicklungsdienst.

 

Theaterstücke

Ohne Moos nix los UA: 27.10.2010, Grips Theater Berlin, Regie: Yüksel Yolcu
Schnickschnack und Schnuck auf der Jagd nach der Liebe

 

Preise, Auszeichnungen

2009 Berliner Kindertheaterpreis für sein Stück OHNE MOOS NIX LOS

 

Stand: Mai 2011