Mensch Karnickel

Foto von Uwe Lewandowski
10+
ca. 1 Stunde 10 Minuten, ohne Pause

 

Ein für das Kindertheater ungewöhnlicher Stoff: Ein halbes Jahr vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Junge Clemens aus der Stadt aufs Land verschickt, wie damals Kinder vor den Bombardierungen der Städte fern gehalten werden sollten. Clemens kommt in ein Kinderheim in Ostpreußen, das bald selbst vor der heranrückenden Front geräumt werden muss. Das dafür bereit stehende Schiff verpasst er, weil er seinem Kaninchen nachläuft. Er landet in den Nachkriegswirren in Kinderheimen im befreiten Polen, während seine Mutter zuhause nicht herausfinden kann, ob ihr Junge überlebt hat und wo er steckt. Als Kriegswitwe heiratet sie einen neuen Mann, der einen Sohn mit in die kleine Familie bringt. Die Mutter wartet weiter – und nach fünf Jahren kehrt Clemens zurück und stellt fest, dass es ein Zuhause, wie er es sich vorstellte, nicht gibt. Zu den Kriegsfolgen gehören solche schwierigen Patchwork-Familien, und das behandelt Herfurtner auf sehr berührende Weise mit Clemens – wie ein flüchtiges Karnickel. Herfurtner schrieb 1990 einen Roman, den er für sein am Theater Osnabrück uraufgeführtes Stück als Stoff benutzte.
Thomas Irmer

Uraufführung: 
am 6.9.2013

Mit:
Clemens Graber / Kaninchen: Sandro Šutalo
Katrin Hofmann / Rotkreuz-Schwester /Frau Koslowski: Manja Haueis
Timo Hofmann / Wahrsager / Polizist: Alexandre Pierre
Regie: Constanze Burger
Bühne/Kostüme: Hella Bünte
Dramaturgie: Maria Schneider und Alexander Wunderlich

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