Mein ziemlich seltsamer Freund Walter

Szenenfoto aus der Inszenierung Mein ziemlich bester Freund Walter Consol Theater
9+
65 Minuten, keine Pause



Lisa ist neun - und sehr einsam. Ihre Eltern haben sich zu Hause in ihre eigene Welt zurückgezogen, hören Musik und sind kaum zu sehen, abgehängt im sozialen Wettbewerb. In der Schule läuft es auch nicht so toll. Dort ist sie allein, niemand möchte mit ihr zu tun haben, sie wird sogar gemobbt. Da erscheint Walter, gelandet auf der Waldwiese hinterm Haus. Ein menschlicher und etwas altklug-neugieriger Außerirdischer mit der Gabe, Lisas Probleme zu verstehen, und der durchaus komischen Verwunderung über all die Verhältnisse, die Lisa zum einsamen Kind machen. Walter wird zum aufmerksamen Gefährten, der die Probleme Lisas zwar erkennt, aber wohl doch nicht ganz lösen kann, weil er eben nicht ganz von dieser Welt ist.
Sibylle Berg behandelt mit ihrem ersten Stück für Kinder sehr intensiv, und dabei auch mit viel Humor, das Thema der Einsamkeit. Lisas Wunsch nach einem echten Gefährten rührt von daher und wird auf widersprüchliche Weise erfüllt. Walter ist gewiss ein großartiger Helfer, ändern kann er allerdings nichts an der Situation der Eltern oder in der Schule. Er bleibt ein seltsamer Freund für all die Schwierigkeiten.
Die Uraufführung am Consol Theater Gelsenkirchen in der Regie von Andrea Kramer nimmt die Figur der Lisa ganz bei ihren Problemen und der dafür nötigen sozialen Grundierung. Diese Ernsthaftigkeit im Ton des Sibylle-Berg-Humors ist großartig und zugleich innovativ auf dem Feld des Kinder- und Jugendtheaters.
Thomas Irmer

Uraufführung: 
am 09.11.2014

Mit:
Moritz Fleiter
Jennifer Münch
Charis Nass
Fabian Sattler
Regie: Andrea Kramer
Kostüm: Sabine Kreiter
Bühnenbild: Tilo Steffens
Dramaturgie: Sylvie Ebelt

Auftragswerk der Kunststiftung NRW für das Consol Theater Gelsenkirchen