Preisträger 2015: Carsten Brandau
„Dreier steht Kopf“ - Theaterhaus Ensemble, Frankfurt am Main, Foto: Katrin Schander
Preisträgerin 2017: Tina Müller
„Dickhäuter“ - Theater Fallalpha Zürich, Foto: Tanja Dorendorf
Preisträger 2010: Ulrich Hub
„Nathans Kinder“ - Theater Junge Generation Dresden, Foto: Juliane Mostertz
Preisträger 2012: Jens Raschke
„Schlafen Fische?“ - Theater im Werftpark Kiel, Foto: Olaf Struck
Preisträger 2011: Michael Müller
„Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ - Junges Schauspielhaus Hamburg, Foto: Oliver Fantitsch
Preisträger 2016: Carsten Brandau
„Himmel und Hände“ - Theater Aalen, Foto: Peter Schlipf
Preisträger 2013: Thilo Reffert
„Nina und Paul“ - Landestheater Tübingen, Foto: Christian Ernst
Preisträgerin 2014: Milena Baisch
„Die Prinzessin und der Pjär“ - GRIPS Theater Berlin, Foto: David Baltzer

Dreier steht Kopf

von Carsten Brandau
Theaterhaus Ensemble, Frankfurt am Main

Szenenfoto Dreier steht Kopf Carsten Brandau
EINER und ZWEIER führen ein geordnetes Leben. Die Zwei folgt auf die Eins, die Eins ist IMMER der Erste. Das gibt beiden Sicherheit und Orientierung. Denn die Abläufe sind bekannt und vorhersehbar, nichts bleibt dem Zufall überlassen. Da passiert nichts Unerwartetes, kein Durcheinander. Aber das macht ihr Leben auf Dauer auch ziemlich trist und langweilig. Insgeheim träumen sie immer wieder davon, aus der gegebenen Ordnung auszubrechen. Doch dazu fehlt ihnen der Mut. Zum Glück gibt es da noch DREIER. Der widersetzt sich den Regeln und bringt dadurch etwas in Bewegung. Und plötzlich steht die Welt Kopf. Was nun?
Carsten Brandau beschreibt sehr verdichtet und szenisch reduziert, aber dafür sehr genau, die Mechanismen von festgefügten Ordnungen. Sie unterdrücken, bevormunden, grenzen aus, machen unfrei, sind oft hinderlich und wecken Widerstand. Und sie provozieren Fragen nach Identität: Wer bin ich? Und: Will ich das sein?
Faszinierend ist, wie der Text immer wieder Türen für neue Gedankenspiele und Deutungen öffnet. Indiz für die Vielschichtigkeit des Themas. Brandau erfindet dazu eine höchst originelle Kunstsprache. Diese ist überaus spielerisch, voller Humor und verleiht auch den Figuren eine hohe Plastizität. Da ist der Pedant, der streng auf die Einhaltung der Regeln achtet, der Servile, der sich ängstlich dem Pedanten unterordnet und der Forsche, der schließlich das Ordnungsgefüge ins Wanken bringt.
Ein philosophisches Stück für Klein und Groß in einer kunstvollen, präzisen und kurzweiligen Inszenierung.
Werner Mink
 

Uraufführung am 13.06.2014, Theaterhaus Ensemble, Frankfurt am Main

Mit:
Günther Henne
Uta Nawrath
Oliver Kai Mueller

Regie : Rob Vriens
Dramaturgie: Susanne Freiling

Aufführungsdauer: 40 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Drei Masken Verlag, München

Ab 5 Jahren 

Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

www.theaterhaus-frankfurt.de

 

Inszenierungsfoto Dreier steht Kopf von Carsten Brandau.5
Szene aus Dreier steht Kopf von Katrin Schander

 

 

 


Fotos: Katrin Schander

 

Carsten Brandau

Carsten Brandau / Foto: Silja Ritter
Geboren 1970 in Hamburg
.
Carsten Brandau studierte in Trier, London und Heidelberg Germanistik, Geschichte und Philosophie. Danach arbeitete er als Regieassistent u. a. in Heidelberg, Düsseldorf und Dortmund. Seit 2000 entstanden eigene Regiearbeiten. 2003 zog Brandau zurück nach Hamburg, wo er als Theaterautor und Hörspielmacher mit seiner Familie lebt. 2012 initiierte er die partizipatorische Stadtteilperformance Altona macht auf! Sehnsuchtsfenster & Balkontheater, welche er seitdem zusammen mit Tania Lauenburg leitet. Mit Dreier steht Kopf gewann Brandau den Mülheimer KinderStückePreis 2015, mit "Himmel und Hände" den KinderStückePreis 2016.

 


 

Stücke (Auswahl)

Wir sind nicht das Ende UA 30.5.2008, Städtische Bühnen Dortmund, Regie: Manuel Harder
Hier. UA 3.12.2008, monsun theater, Hamburg, Regie: Inka Neubert
Fabelhafte Familie Baader UA 15.9.2011, Neues Theater Halle, Regie: David Czesienski/Robert Hartmann
Palastica Werkstattinszenierung 29.5.2014, Pathos Theater, München, Regie: Barbara Balsei
Dreier steht Kopf UA 13.6.2014, Theaterhaus Ensemble, Frankfurt am Main, Regie: Rob Vriens – Mülheimer KinderStückePreis 2015
In meinen Armen. Ein Stück Seele UA 9.1.2015, Theater Felina-Areal, Mannheim, Regie: Inka Neubert

Himmel und Hände UA 11.10.2015, Theater Aalen, Regie: Winfried Tobias Mülheimer KinderStückePreis 2016
Die Anmaßung UA 21.1.2016, Schauspiel Stuttgart, Regie: Florian von Hoermann
De Dominio Terrae. Eure Zukunft ist mir ungeheuer UA 2016 in Vorbereitung, Theaterfestival Schwindelfrei, Mannheim, Regie: Inka Neubert



Hörspiele

2006 Die Sonne, ein Park geht unter, ORF
2007 unsere Straße, SWR
2007 war der Wahn, BR
2007 Wir sind nicht das Ende, SWR
2008 Hier., SWR
2009 Republik Pizza. Hörspiel von Elefanten und so, MDR 

2010 Palastica, SWR
2011 Kein Morgen, SWR
2011 Das Stocken der Welt Nr.12, BR
2013 Das Stocken der Welt Nr.178d, Abt.XIV, SWR

 

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

 

2001 1. Preis Dramatikerwettbewerb Thalia Theater, Halle
2004 Teilnahme am Forum Junger Autoren Europas – Theaterbiennale Wiesbaden/Frankfurt

2005 1. Kindertheaterpreis der Frankfurter Autorenstiftung

2007 Drama-Köln-Preis
2007 1. Preis WDR-Kurzhörspielwettbewerb
2007 Preis des Leipziger Hörspielsommers/MDR in der Kategorie „Bester Autor“
2007 1. Preis „hoer-spiel“-Wettbewerb der FH St. Pölten/ORF

2009 2. Preis Berliner Hörspielfestival

2011 2. Preis der Hörspielinsel Chemnitz

2013 Niederländisch-Deutscher Autorenpreis für Kinder- und Jugendtheater „Kaas & Kappes"
für Dreier steht Kopf
2015 Mülheimer KinderStückePreis, Werkauftrag des Landes NRW (40 Jahre „Stücke“)

2016 Berliner Kindertheaterpreis „Sonder-Edition“
2016 Mülheimer KinderStückePreis für "Himmel und Hände"


(Stand: Mai 2016)