Die Prinzessin und der Pjär

Foto von David Baltzer
8+
ca. 60 Minuten, keine Pause



Die Nacht der harten Fragen
Gerade erst zehn Jahre alt und schon auf immer durch Welten getrennt. Wirklich?
Milena Baisch sperrt in ihrem Stück (Berliner Kindertheaterpreis 2013) die Bestschülerin Lisasophie aus vermögendem, gut bildungsbürgerlichem Hause mit Schulversager Pierre - dem pummeligen „Pjär“ – auf der Mädchentoilette zusammen. Pierre ist in Lisasophie verliebt, zumindest sieht es danach aus. Wer so an ihr hängt, sie so hingerissen beobachtet, ja sogar imitiert, der kann nur verliebt sein. Denken wir, denkt Lisasophie – und gemeinsam irren wir uns. Milena Baisch enttäuscht mit Witz und dramaturgischer Raffinesse unsere vorschnellen Erwartungen, denn Pierre mag zwar die erfolgsverwöhnte Klassenkameradin, aber ihm steht weder der Sinn nach der ersten Teenie-Romanze noch nach einem barocken Frühlingserwachen: er kämpft. Um sich. Um seine Zukunft. Gegen die Angst vor ihr. Eine Nacht der harten Fragen – auch für Lisasophie. Ist der Erfolg wirklich ihr eigener, oder hatte er vielleicht doch nur Vater und Mutter? Lisasophie und Pierre sind durch ein Missgeschick auf der Mädchentoilette eingeschlossen. Milena Baisch zeigt uns, dass das nur der geringste Grund ist, nachts nicht schlafen zu können.
Oliver Bukowski

Uraufführung: 
am 6.10.2013

Mit:
Lisasophie: Alessa Kordeck
Pierre: Roland Wolf
Regie: Grete Pagan
Bühne und Kostüme: Lena Hinz
Musik: David Pagan
Dramaturgie: Kirstin Hess
Theaterpädagogik: Laura Klatt