Anja Hilling

Geboren 1975 in Lingen.
Anja Hilling ist derzeit Studentin des Studiengangs "Szenisches Schreiben" an der Universität der Künste, Berlin. Hier entstand auch ihr erstes Theaterstück „Sterne“, mit dem sie zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2003 eingeladen und dort mit dem Preis der Dresdner Bank für junge Dramatik ausgezeichnet wurde.
Im Sommer 2003 nahm Anja Hilling an der "International Residency" am Royal Court Theatre in London teil.
Zur Zeit studiert, schreibt, kellnert und lebt Anja Hilling in Berlin.
(Stand: 2005)

 

Stücke

Sterne, UA 28.1.06, Theater Bielefeld
Mein junges idiotisches Herz, UA 3.3.2005, Theaterhaus Jena, Regie: Markus Heinzelmann
Monsun, UA 27.9.05, Bühnen der Stadt Köln
 

Mein junges idiotisches Herz

von Anja Hilling

Stücke 2005

Münchner Kammerspiele

Ein Tag im Leben eines Mietshauses. Frau Schlüter hat beschlossen, dass es ihr letzter sein wird: „Um drei und zwar pünktlich bin ich eine tragische Frau.“ Miroslaw, der Fruchtsaftlieferant, den sie kurz zuvor bestellt hat, soll sie finden, als schöne Leiche im roten Kleid. Doch dann beginnt eine Kettenreaktion unvorhergesehener Ereignisse: Hausmeister Zarter kommt vorbei, um das Waschbecken zu reparieren. Der Postbote will ein Paket abgeben für Herrn Sandmann vom dritten Stock. Der entdeckt in Zarters Wohnung die Baseballjacke einer Frau, die ihn schon lange in seinen Träumen verfolgt. Währenddessen begegnet Frau Lachmär vom Vierten, die seit 69 Tagen kein Wort mehr gesprochen hat, Miroslaw im Treppenhaus und lädt ihn zum Gulasch ein. Zum Schluss ist Frau Schlüter noch am Leben, während Herr Hase der Postbote, tot in der Waschküche liegt.
Aus dem Kaleidoskop von abgekapselten Wohnzellenexistenzen setzt sich allmählich so etwas wie ein buntes Panoptikum moderner Stadtneurotiker zusammen. Verknüpfungen stellen sich her. Aus Monologen werden Gespräche und über allem schwebt ein altes Lied von Doris Day „My young and foolish heart“.
Mit ihrem zweiten Stück (nach „Sterne“, das beim Stückemarkt des Berliner Theater-treffens 2003 gelesen wurde) hat Anja Hilling, die derzeit noch an der Universität der Künste in Berlin Szenisches Schreiben studiert, einen Text vorgelegt, der das Theater durch genaue Beobachtung, subtile Seelenforschung und einen multiperspektivischen Blick herausfordert.

Silvia Stammen


Regie: Daniela Kranz
Bühne: Frauke Löffel
Kostüme: Nadine Grellinger

Mit
Katharina Schubert
Robert Dölle
Matthias Bundschuh
Wolfgang Pregler
Anna Böger
Michael Tregor

Uraufführung am 03. März 2005 im Theaterhaus Jena

Premiere in den Münchner Kammerspielen am 14. November 2004

Aufführungsrechte: Felix Bloch Verlag für Bühne, Film und Funk KG, Berlin

Fotos: Andreas Pohlmann

 

 

 

 

 

 

 

Hilling, Anja