
Um die Wartezeit bis zur nächsten Festivalausgabe im Mai 2027 zu verkürzen, präsentieren die Mülheimer Theatertage in der Reihe ZwischenStücke auch unterjährig ausgewählte Gastspiele und Lesungen von Autor*innen aus dem Theaterkontext. Jetzt steht das Programm 2026/27 fest: Von einer energiegeladenen HipHop-Literatur-Performance, über mehrsprachige Inszenierungen und Klassiker-Neuinterpretation bis zu Lesungen preisgekrönter Prosa und Debütromanen – die ZwischenStücke können mehr, als die Wartezeit zwischen den Festivalausgaben zu versüßen!
Mittwoch, 7.10.26, 19.30 Uhr im Theater an der Ruhr
Rap-Literatur-Performance von und mit Béla Rothenbühler feat. Stefan Schönholzer
„Polyphon Pervers“
Der Schweizer Autor und Theatermachern Béla Rothenbühler belebt mit seinem zweiten Roman „Polyphon Pervers“ die Tradition des Schelmenromans neu: seine satirische Reise durch Kultur, Unterhaltung und Geld ist nicht nur clever, sondern selbst ein Meisterwerk der Unterhaltung und wurde mit dem Schweizer Buchpreis 2024 ausgezeichnet Für die ZwischenStücke machen der Autor und sein rappender Partner Stefan Schönholzer aus einer Lesung eine energiegeladene Performance mit Live-Musik: polyphon polyglott – eine deutsche Erstaufführung!
Freitag, 23.10.26, 19.30 Uhr im Theater an der Ruhr
Gastspiel Theaterhaus Jena nach dem Film „La Haine“ von Mathieu Kassovitz
„Hass / Μίσος / Ură“
Die internationale Kooperation nimmt den Film „La Haine“ (1995) als Ausgangspunkt, um gegenwärtige Formen des Lebens am Rand der Gesellschaft zu untersuchen. Neu geschriebene Texte übertragen Motive, Figuren und Konflikte in die heutige Realität der Jenaer Peripherie. Es entstehen Szenen von Jugendlichen zwischen Herkunft und Herkunftslosigkeit, zwischen Plattenbau und globalen Bilderströmen, zwischen gesellschaftlicher Unzufriedenheit und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Denkweisen. Ein Gastspiel des Theaterhaus Jena.
Donnerstag, 3.12.26, 19 Uhr in der Stadtbibliothek Mülheim
Lesung mit Clara Leinemann
„Gelbe Monster“
In ihrem Debüt-Roman „Gelbe Monster“ erzählt Clara Leinemann mit Leichtigkeit und Witz von einer Beziehung, die perfekt zu sein scheint – bis sie es nicht mehr ist, von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit. Ein mitreißender Roman, deren Antiheldin so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte. Clara Leinemann erhielt für „Gelbe Monster“ den lit.COLOGNE Debütpreis 2026. Mit ihrem Stück „Buddeln“ war sie in diesem Jahr zu den „KinderStücken“ eingeladen.
Donnerstag, 21.1.27, 19.30 Uhr im Theater an der Ruhr
Gastspiel Hessisches Landestheater Marburg
„Fischer Fritz“ von Raphaela Bardutzky
Raphaela Bardutzky, 2025 eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen, wirft in ihrem mehrfach ausgezeichneten Stück „Fischer Fritz“ einen sprachlich virtuosen und spielerischen Blick auf das Thema Pflege und Care-Arbeit und befragt dabei den gesellschaftlichen Umgang mit Alter und den oft schwierigen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, denen Pflegekräfte aus dem Ausland unterworfen sind. Das Team des HLT Marburg hat in der Regie von Angelika Zacek eine ukrainisch-deutsche Version erarbeitet.
Donnerstag, 18.2.27, 19 Uhr in der Stadtbibliothek Mülheim
Lesung mit Peggy Mädler
„Selbstregulierung des Herzens“
In ihrem Roman „Selbstregulierung des Herzens“ entfaltet Autorin und Theatermacherin Peggy Mädler ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und dem frisch wieder vereinigten Deutschland und landet damit auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026. Ein bestechendes Porträt von der Kraft und Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen, dem Enthusiasmus des Neuanfangs und dem Verlust von Illusionen.
Mittwoch, 14.4.27, 19.30 Uhr im Theater an der Ruhr
Gastspiel Theater Heidelberg
„Die Odyssee (XS)“ von Felix Krakau / Homer
Felix Krakau, Regisseur und Autor, hat schon vielfach klassische Theatertexte überschrieben. Jetzt bringt er die vielleicht größte Erzählung der Welt in ein kompaktes Format: Nach Krieg und Irrfahrt kündigen zwei Herolde aus Odysseus’ Gefolge die Rückkehr des großen Helden an. Doch dieser lässt auf sich warten, und so kommen die beiden selbst ins Erzählen: über Zyklopen, Sirenen und die Unterwelt – humorvoll, berührend und immer wieder überraschend. Aus Erinnerungen fügen sie die Geschichte neu zusammen.
Die ZwischenStücke sind eine Veranstaltungsreihe der Mülheimer Theatertage in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mülheim und dem Theater an der Ruhr.
Akazienallee 61, 45478 Mülheim an der Ruhr
Stadtbibliothek im Medienhaus
Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr


