Ruhrbania

Im Jahr 2003 startete „Ruhrbania“ als strategisches Stadtentwicklungsprojekt. Es begann im Februar, als Stadtmarketing-Gesellschaft, Wirtschaftsförderung und Stadtverwaltung zu einer öffentlichen Diskussion über die drängendsten Probleme der Stadt und über Maßnahmen zu deren Lösung einluden. Schnell entwickelten sich Ideen – insbesondere die einer neuen Ruhrpromenade und die damit verbundenen weiteren Möglichkeiten und Chancen entlang der Ruhr. Diese Diskussion führte im Juli zu einem Grundsatzbeschluss im Rat der Stadt. Zudem wurde ein städtebaulicher Architekturwettbewerb unter dem Motto „Ruhrpromenade – Stadt ans Wasser“ gestartet. Der Siegerentwurf stammt gemeinschaftlich vom Architekturbüro RKW - Rhode Kellermann Wawrowski und dem Landschaftsarchitekten GTL Gnüchtel-Triebswetter. Das Stadtentwicklungskonzept stand fortan unter dem Slogan „Ruhrbania – Stadt an den Fluss“.

Neben der Promenade umfasst es über 20 Projekte, die folgenden Zielen dienen sollten:

  • Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen durch die Aktivierung von Investitions- und Gewerbeflächen,
  • Revitalisierung der Innenstadt durch attraktiven Wohnraum und eine bessere Verkehrsführung,
  • Ergänzung der „weichen Standortfaktoren“ mit neuen Kultur-, Freizeit- und Touristikangeboten.

Kunst und Kultur

Es entstand eine Museumsmeile, die bekannte Kulturstätten wie das Ledermuseum, das Wassermuseum Aquarius, und das 2006 im alten Wasserturm im MüGa-Park errichtete Museum zur Vorgeschichte des Films verbindet. Im letzteren befindet sich sowohl die weltgrößte begehbare Camera Obscura - nach der das Museum benannt wurde – als auch die einzigartige Sammlung „S“ von KH.W. Stecklings. Zusammen bilden sie ein Besuchermagnet, das selbst internationale Gäste in die Stadt lockt. Die Stadthalle wurde in zwei Stufen zu einem vielseitig genutzten Kultur- und Kongresszentrum umgebaut, das Gäste aus Nah- und Fern anzieht.

Industrie und Gewerbe

Die Industrieflächen der demontierten Freez-Mohn-Anlage an der Pilgerstraße wurden wieder als Industrie- und Gewerbestandort entwickelt. Nach dem Umzug von Siemens in den Mülheimer Hafen, konnte der ehemalige Siemens Technopark an der Mellinghofer Straße mit Unterstützung der Mülheimer Wirtschaftsförderung M&B erfolgreich vermarktet werden.

Der Industriepark Mannesmann und der Gewerbepark Styrum sind ebenfalls Entwicklungsflächen, die zum Teil neuen Nutzungen zugeführt werden konnten. Im Rhein-Ruhr-Hafen wurden Grundstücke erworben, und über einen Wettbewerb wurde ein Planungsentwurf zur Leitlinie der künftigen Entwicklung. Ansiedlungswillige Unternehmen finden hier verfügbare Flächen unterschiedlicher Zuschnitte.

Nicht weit vom Zentrum entfernt und dennoch umgeben von Industrie befindet sich in einem repräsentativen historischen Gebäude an der Wiesenstraße das sogenannte Haus der Wirtschaft. Es ist zugleich Sitz der Mülheimer Wirtschaftsförderung M&B, des erfolgreichen Gründerzentrums für Jungunternehmen und des Gründer- und Unternehmermuseums.

Das Rühl-Gelände in Saarn galt jahrelang als Sorgenkind der Stadtplaner. Im Zusammenhang mit Ruhrbania werden diese Flächen von Aldi zu einem neuen bedeutenden Bürostandort mit mehreren hundert Arbeitsplätzen ausgebaut.

Wohnen in der Innenstadt

Das ehemalige Stadtbad war seit jeher ein städtebaulich wichtiger Markstein innerhalb eines historische Architekturensembles, heute ist es Teil der Ruhrpromenade. Nach jahrelangem Leerstand fand sich mit VIVACON ein auf genau solche Immobilien spezialisierter Partner. Dieser erkannte die wachsende Attraktivität des Wohnens am Wasser und baute das imposante Gebäude zum Palais am Stadtkai um. Mit seiner prominenten Lage am „Stadthafen“, gegenüber dem restaurierten Historischen Rathaus und der Stadthalle, war und ist es ein Eckpfeiler Ruhrbanias.

Die Ruhrpromenade

Dem Ruhrbania-Kernprojekt Ruhrpromenade – Stadt ans Wasser wurde sicher in den letzten Jahren die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Im Zusammenhang mit der Planung und Umsetzung der neuen Ruhrpromenade war die Neukonzeption der Verkehrsführung der Innenstadt eine logische Konsequenz.

Kondor-Wessels startete im September 2010 mit dem ersten Baufeld an der Promenade mit direktem Bauanschluss an das Historische Rathaus. Im Januar 2014 folgte direkt daneben auf dem zweiten Baufeld der Bau des sogenannten RUHRQUARTIERS. In beiden Gebäudekomplexen überwiegt die Wohnbebauung, doch zum Teil findet hier auch Gewerbe statt. So gibt es insbesondere zur Wasserseite hin neue Gastronomieangebote, aber auch Ärzte sind hier beispielsweise zu finden.

Seit 2014 kann nun jeder erleben, wie sich dieser erste Bereich der neuen Ruhrpromenade mit Leben füllt. Ein kleines Stück neues Mülheim - wirklich - an der Ruhr. Der Stadthafen bietet den Freizeitkapitänen von Rhein und Ruhr neue Anlegemöglichkeiten. Für die „Weiße Flotte“ und andere größere Flusskreuzfahrt-/Schiffe steht nun ganzjährig ein sogenannter Steiger am Promenadenufer zur Anlandung zur Verfügung. Die Station heißt natürlich „Ruhrpromenade“ und ist barrierefrei erreichbar. Die Gastronomie wird gut angenommen und lädt zum Verweilen ein. Gelungen ist auch die Wiederherstellung des historischen Leinpfades direkt am Wasser. Auf dem Platz am Hafen finden zunehmend auch Veranstaltungen statt, eine einmalige Location mit grandioser, im Sommer nahezu mediterraner Atmosphäre. Die Promenade wird in den nächsten Jahren weiterentwickelt und der Bereich zwischen der ehemaligen Eisenbahnbrücke, dem zukünftigen Radschnellweg Rheinische Bahn und der Konrad-Adenauer-Brücke wird überplant. Die vielfältigen Veränderungen und Projekte brauchen Zeit, auch um die übergeordneten Ziele des gesamten Stadtentwicklungsprojektes Ruhrbania nicht aus dem Blick zu verlieren.

Die Erfolge zeichnen sich jedoch jetzt schon ab:

Es wurden hohe Investitionen getätigt, Arbeitsplätze, neue Kulturangebote und Wohnräume in der Innenstadt geschaffen, Museen eröffnet und die Infrastruktur verbessert. Die Planungen, Wettbewerbe, der intensive öffentliche Diskurs und die Bürgerbeteiligung tragen somit nun Früchte, die sich positiv auf die gesamte Innenstadt auswirken.


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