Die „Wertstadt“ - ein Erfolgsmodell für die Bürgerbeteiligung

Das Konzept „Wertstadt“ wurde entwickelt, um die Innenstadt mit ihren sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zum Mittelpunkt eines Diskussions- und Aktionsforums zu machen. Ursprünglich als Ort gedacht, Planungsvorhaben der Stadt mit den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt in Beteiligungsforen zu erörtern, hat sich die Wertstadt zu einem Ort der Begegnung, der Diskussion, des Experiments sowie als Ausstellungsraum etabliert.

Das konnte nur aufgrund der guten Kombination aus engagierter, neugieriger und informativer Bürger- und Mitarbeiterschaft gelingen. So wurde die Wertstadt, seit 2012 an der Ecke Löhberg/Kohlenkamp beheimatet, zu einer Anlaufstelle, die Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Auskunft und Einsicht über Planungsvorhaben der Stadt gibt, sondern auch ihre Vorschläge und Ideen aufnimmt, um sie dann gemeinsam umzusetzen. Das Charrette-Verfahren zur Neugestaltung der Innenstadt 2014 war sicher eines der Höhepunkte für die Wertstadt. Doch die Bandbreite der Projekte ist vielfältig - eine Auswahl der Aktivitäten, die in der Wertstadt stattfanden: Es gab Ausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern, aber auch von Laien, die ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen wollten oder Präsentationen zu aktuellen Stadtthemen, Verkehrsplanungen oder zur Stadtgeschichte. Vorträge und Diskussionsrunden fanden ebenso statt wie ganz praktische Bürgerbeteiligung. So haben sich zum Beispiel bei „Mülheim mittendrin“, einem verkaufsoffenen Sonntag, über 500 Bürger und Bürgerinnen bei der Auswahl der neuen Bänke für den Rathausmarkt beteiligt. Sie haben durch eigenes Probesitzen über die Anschaffung neuer Bänke direkt mitentschieden.

Viele weitere Projekte entwickelten sich aber auch aus Schulen heraus, die sich mit Themen wie Stadtplanung, Klima, Umwelt, Natur oder Lärm beschäftigten und ihre Ergebnisse in der Wertstadt präsentierten.

Auch der Wunsch elektrische Geräte zu reparieren wurde in der „Reparatur-Wertstadt“ verwirklicht. Nach dem erfolgreichen Start hat das „Repair Cafe“ nun im MedienHaus einmal im Monat seinen festen Platz gefunden.

Eine andere Form der Beteiligung in der wertstadt wird im „Innenstadtbeirat“ gepflegt, der sich aus Vertretenden von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Vertretenden der Innenstadt zusammensetzt, um über aktuelle Vorhaben in der Innenstadt zu informieren und zu beraten. Ob Marktbeschickung, Planungskonzepte oder Radweggestaltung - die Liste der Themen, die das Gremium zu beraten hat, ist immer lang. Dabei soll eine möglichst große Transparenz geschaffen und die Bürgerbeteiligung gewährleistet werden. So können, zum Beispiel mit den Mitteln aus dem „Verfügungsfonds“ Bürger und Bürgerinnen eigene Projekte vorstellen und realisieren, wenn der Innenstadtbeirat dazu grünes Licht gibt.

Die Wertstadt verändert mit jedem Projekt immer wieder ihr Gesicht und bleibt damit der Spiegel einer lebendigen Stadtgesellschaft.


Kontakt

Sabine Noack
Telefon:
(0208) 455-6116
E-Mail:
Sabine.Noack@muelheim-ruhr.de

Veranstaltungen

14. Mai 2017, 13:00
Platz am Kohlenkamp/Löhberg
14. Mai 2017, 13:00
Wertstadt, Löhberg 35/Ecke Kohlenkamp
14. Mai 2017, 11:00
Rathausmarkt