Sukkot im Pott | kgi: büro für nicht-übertragbare angelegenheiten am 27.09.2026

27. September 2026
17:00 bis 22:00
Tanz
findet statt
Sukkot im Pott | kgi: büro für nicht-übertragbare angelegenheiten
Am 27. September 2026, 17:00 bis ca. 22:00 Uhr, verwandelt sich der MüGA - Park, direkt am Ringlokschuppen Ruhr, in einen Ort jüdischer Gegenwartskultur: Zu Sukkot im Pott laden das KGI Kollektiv und das Institut für Neue Soziale Plastik zu einem Abend mit Performance, Live-Musik und Beisammensein in und um eine eigens gebaute Sukkah ein.

Eintritt frei nach Anmeldung über den Webshop (zzgl. 2€ Servicegebühr)

Im Zentrum des Abends steht eine von Matthias Nebel vom Institut für Neue Soziale Plastik entwickelte koschere, zeitgenössische Sukkah – eine futuristische, durchlässige Architektur aus transparenten Materialien und farbigen Spiegelflächen. Sie visualisiert zentrale Bedeutungen des jüdischen Laubhüttenfests Sukkot: die Fragilität von Freiheit, Durchlässigkeit und Offenheit. Man sieht hindurch, man sieht heraus – der Himmel bleibt sichtbar.

Der Abend ist Teil der Reihe House of Diaspora des Instituts für Neue Soziale Plastik. Seit 2024 werden jüdische Feiertage wie Purim, Sukkot oder Chanukka in zeitgenössischen künstlerischen Formaten neu interpretiert und einem breiten Publikum säkular erfahrbar gemacht – bislang an den Münchner Kammerspielen und in Berliner Clubs, nun erstmals in NRW.

Performance I: „Hey Jude, (don’t) be afraid…“
Drei junge jüdische Performer:innen begegnen der aktuellen Welle von Antisemitismus in Europa auf ihre sehr jüdische Weise: Sie erzählen Geschichten. Ein Israeli, ein Russe und eine Deutsch-Amerikanerin treten auf und natürlich ist es völlig unmöglich, dass sie über irgendetwas einer Meinung sind. Dieses neu entwickelte Stück voller schwarzem Humor, satirischer Sketche, Musik und sehr persönlichen Monologen hinterfragt Identitäten, lässt Ängsten Raum und beschäftigt sich mit Zugehörigkeiten. Mal wird das Publikum fast Teil einer Familiendiskussion beim Abendessen, die zu einer Gruppentherapie mutiert oder zu einem Sing-along wird.
Von und mit: Aviran Edri, Lisa Ullrich, Konstantin Frank


Performance II: Translucent Golem
Das KGI Kollektiv zeigt an diesem Abend seine für Sukkot im Pott entwickelte Performance Translucent Golem. Ausgehend vom jüdischen Golem-Mythos und seiner Neuinterpretation durch Marge Piercy verhandelt die Arbeit das Verhältnis von Schutz und Schutzlosigkeit, von Sicherheit und Verletzlichkeit – Fragen, die angesichts der bedrohten Lage jüdischen Lebens in Deutschland und Europa von beklemmender Aktualität sind. Zwei ineinander gespiegelte Golem-Erzählungen, eine historische und eine futuristische, verweben sich mit stummen Momenten, Musik und Klang zu einem offenen, assoziativen Reflexionsraum in und um die Sukkah. Bildhafte, projizierte Elemente ergänzen die Live-Performance und lassen die zentralen Motive der Arbeit – Transformation, verschwimmende Grenzen, Durchlässigkeit – sinnlich erfahrbar werden.
Von und mit: KGI Kollektiv – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten (Maria Vogt, Dominik Meder, Simon Kubisch)


Performance III: Hijaz mit Mandlin
Tayfun Guttstadt und Shlomi Moto Wagner nehmen in diesem neuen Konzert des Instituts für Neue Soziale Plastik ihr Publikum auf eine weite musikalische Reise durch die jüdische Welt: von Spanien und Mitteleuropa durch den Balkan und Anatolien bis in den Nahen Osten und den Jemen. Sie präsentieren Lieder auf Ladino, Jiddisch, Türkisch, Hebräisch, Aramäisch und Arabisch in eigenen, neuen Arrangements mit Gitarre, Ney, Ukulele und Lavta.
Von und mit: Institut für Neue Soziale Plastik mit Tayfun Guttstadt und Shlomi Moto Wagner


Gemeinsames Essen und Trinken
Wie es der Tradition des Laubhüttenfests entspricht, ist der Abend auch ein Fest der Gemeinschaft: In und um die Sukkah wird gemeinsam gegessen und getrunken – eine Einladung an Menschen aus jüdischen Gemeinden und Communities in NRW ebenso wie an ein nichtjüdisches Publikum, sich auf dieses fragile Gemeinschaftsgewebe einzulassen.


Über die Veranstaltenden
Das KGI Kollektiv – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten (Maria Vogt, Dominik Meder, Simon Kubisch) ist seit 2013 mit Mixed-Reality- und XR-Theaterproduktionen aktiv, u. a. Escaping Heldenplatz und Antropka. Das Institut für Neue Soziale Plastik wurde 2015 von einer Gruppe antisemitismuskritischer und jüdischer Künstler*innen gegründet. Als Kulturinstitution ohne festes Haus entwickelt es Performances, Konzerte, Installationen und Ausstellungen zu Themen der jüdischen Gegenwart, zu Erinnerungskultur und Antisemitismus – oft in Kooperation mit anderen Institutionen.

Sukkot im Pott ist eine Kooperation von KGI - Büro für nicht-übertragbare Angelegenheiten, dem Institut für Neue Soziale Plastik und dem Ringlokschuppen Ruhr.
Veranstaltungsort
Am Schloß Broich 38
45479
Mülheim an der Ruhr