Veranstaltung:
Datum und Zeit:
Sonntag, 15. März 2026 - 18:00
Wie ist es, wenn sich die vertraute Welt auflöst — wenn das, was gestern noch normal war, heute nicht mehr gilt? In Sommer 24 fängt Navid Kermani diesen Moment in einem einzigen Sommer ein: Ein Freund, der zuletzt politisch auf Abwege geraten war, hat sich das Leben genommen. Die Kriege rücken näher, die Debatten werden schriller — und auch im Privaten gerät alles ins Rutschen.
Kermani begreift unsere Gegenwart aus ihren Widersprüchen heraus: Er bringt das scheinbar Unversöhnliche ins Gespräch und hält – wichtiger noch – das wirklich Unversöhnliche aus. In dieses Panorama ist auch das Theater an der Ruhr eingewoben: als Erinnerungs- und Resonanzraum, in dem Gegenwart auf eine frühe Erfahrung von Kunst, Zweifel und Gemeinschaft trifft.
Kermani hospitierte nach dem Abitur bei Roberto Ciulli in Mülheim und kehrte später als Regieassistent und Dramaturg zurück. Der Dialog riss nie ab — sichtbar in gemeinsamen Gesprächen oder wenn Roberto Ciulli in S wie Schädel Texte Kermanis auf die Bühne bringt.
Navid Kermani (*1967) ist Schriftsteller, Essayist und habilitierter Orientalist. Er hielt im Deutschen Bundestag die Festrede zur Feierstunde 65 Jahre Grundgesetz, reist als Reporter immer wieder in Kriegs- und Krisengebiete und wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Kleist-Preis, dem Hölderlin-Preis und dem Thomas-Mann-Preis. Bekannt wurde er u. a. mit Dein Name, Ungläubiges Staunen, Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen, Entlang den Gräben oder Das Alphabet bis S.
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und sonst (Verschiedenes)
