Oliver Schmaering wird für sein Stück In dir schläft ein Tier in der Inszenierung des Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin (Regie: Hanna Müller) mit dem Mülheimer KinderStückePreis 2018 ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

 Oliver Schmaering / Foto: Marie-Luise Eberhardt

Wir gratulieren Oliver Schmaering herzlich zum KinderStückePreis 2018!

Die Juror*innen Oliver Bukowski, Silvia Stammen und Martina van Boxen hoben die komplexe Thematik hervor. Das Stück spiele auf faszinierend vielen Ebenen: auf der realistischen, der mystischen sowie der wissenschaftlichen. Die Forschung werde als künstlerischer Prozess beschrieben, der auch Chaos inkludiert und Spaß machen darf. Außerdem verweigere sich das Stück der Eindeutigkeit, was sich in der hohen Varianz der Sprache widerspiegle: „Das Stück ist auf eine sehr intelligente Weise lustig, es ist poetisch, sinnlich, sprachlich großartig.“ Die Auszeichnung wird in einer feierlichen Matinee für alle diesjährigen Mülheimer Preisträger*innen – voraussichtlich am 24. Juni 2018 – an den Autor übergeben.                                                                                                                                                                                                                    

Zum vierten Mal vergab in diesem Jahr auch eine Jugend-Jury ihren eigenen Preis. Die acht Jugendlichen im

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Nach gut zwei Stunden steht der Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Mülheimer KinderStücke-Preises fest: Die Juror*innen entscheiden sich für „In die schläft ein Tier“ von Oliver Schmaering. „Faszinierend“, „großartig“, „eine hohe Varianz an Sprache“, begründen sie ihr Urteil. Das fällt diesmal einstimmig aus und ist zum Ende der Diskussion auch wenig überraschend. Ein entgeistertes Raunen ging viel früher durchs Publikum, und zwar schon nach der ersten Entscheidungsrunde.

Da wählt jede*r Juror*in drei Stücke aus, die er*sie nicht in der engeren Auswahl sieht. Oliver Bukowski will eigentlich gar nicht anfangen, seine Auswahl zu offenbaren. Er hält es für eine strukturelle Ungerechtigkeit, da die Stücke „Dinge sind, die nicht vergleichbar“ seien, somit bleibe die Entscheidung immer ungerecht. Dennoch muss eine Wahl getroffen werden. Zwei Juror*innen waren sich in allen drei Stücken einig, ein Stück flog nur mit einer Zweidrittelmehrheit raus. Keine Chance mehr auf den Preis haben „Anfall und Ente“ von Sigrid Behrens, „Wie man die Zeit vertreibt“ von Simon Windisch und Ensemble und: Thilo Refferts „Mr. Handicap“. Die Jugend-Jury ist fassungslos. „Mr. Handicap“ hatten sie noch wenige Minuten zuvor als bestes Stück geehrt.

Inklusion der Mohrrüben

Neben der Erwachsenenjury vergibt auch die Jugend-Jury einen Preis, mittlerweile zum vierten Mal. In der Jury sitzen acht Mädchen und Jungen zwischen 12 und 17 Jahren. Vor dem Festival lernten sie in Workshops, ihr „Analysevermögen weiterzuentwickeln“, wie Festivalleiterin Stephanie Steinberg erklärt, und wurden somit zu jungen Expert*innen. Aber der Nachwuchsjury ist die Entscheidung nicht leichtgefallen. Für Thilo Refferts „Mr. Handicap“ spreche vor allem die thematische Relevanz, das Thema Inklusion werde „viel zu wenig angesprochen“. Auch konnten die Juror*innen mit den Figuren mitfühlen und finden die zahlreichen Wendungen des Stückes spannend. Insgesamt eine Geschichte, die „sehr

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Die Bühne erinnert an Fausts Studierzimmer: Ein Schreibtisch übersät mit Büchern und Reagenzgläsern, eine Leinwand, die auf den ersten Blick einen malerischen Sternenhimmel erscheinen lässt, auf den zweiten Blick aber die Nahaufnahme einer Zelle zeigt, im Hintergrund Gerätschaften, die den Steuerrädern alter Schiffe ähneln. Es sind große und kleinere Holzräder, an denen glühbirnenförmige Glasgefäße befestigt sind. Die Flüssigkeit darin schwappt leise, wenn sie gedreht werden. Doch all das liegt im Dunkeln, die fünf Personen mit Wolfsmasken über den Gesichtern in der Mitte der Bühne sind kaum zu erkennen. „Ihr Menschen, ach“, schallt dieser maskierte Chor. „Wir sind die Tiere in euren Träumen.“

Forschen nach dem Licht in der Dunkelheit

Die Wölfe sind nur eine der vielen Ebenen, durch die das Stück erzählt wird. Neben ihnen gibt es noch Ultima, „die Letzte“, das einzige kleine Mädchen, das noch nicht an Diphtherie gestorben, jedoch auch schon erkrankt ist. Außerdem sind da die beiden Wissenschaftler, Behring und Ehrlich, die ebenjenes Mädchen um jeden Preis retten wollen. Dafür müssen sie ein Mittel, einen Impfstoff gegen den „Würgeengel der Kinder“, die Diphtherie, finden. Die beiden Figuren hat sich Schmaering der Realität entliehen: Emil von Behring und Paul Ehrlich waren weltbekannte Forscher, die für die Erfindung des Impfstoffs gegen Diphtherie 1901 und 1908 je einen Medizin-Nobelpreis bekamen.

Sie arbeiten und forschen in diesem Studierzimmer, wälzen wortwörtlich Bücher über die Bühne, kippen bunte Flüssigkeiten zusammen, bis es dampft, unternehmen sogar gemeinsam eine Exkursion in den Dschungel und bilden durch ihre so unterschiedlichen Charaktere zwei bilderbuchhafte Gegensätze: Ehrlich entspannt, humorvoll und ausgeglichen, Behring ehrgeizig, verbissen und aufbrausend. Doch beiden setzt die intensive Forschung schließlich zu. Immer müder wirken sie, zerstreuter – wie all die Bücher, die sie fortlaufend kreuz und quer

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Es wird viel gelacht, zwischendurch sogar geschrien. Die Stimmung im Foyer des Theater an der Ruhr ist ausgelassen, aber konzentriert. „Kann man als Monster sehen?“ und „War das schwer, die Arme so zu halten?“ – in den Gesprächen nach den Inszenierungen der KinderStücke tauchen Fragen auf, die Erwachsene wohl kaum für fragenswert hielten. Oder sie würden sich nicht trauen, sie zu stellen. Beim jungen Publikum ist das anders. Dessen Fragen sind konkret, spontan, nah dran am echten Leben, unkompliziert allenfalls auf den ersten Blick.

Ab 2007 liefen Kinderstücke im Rahmenprogramm der Mülheimer Theater. 2010 wurden die „KinderStücke“ ein eigener Wettbewerb, inhaltlich und konzeptionell unterscheidet der sich kaum vom Erwachsenen-Wettbewerb. In diesem Jahr sind fünf Stücke in neun Aufführungen an fünf Tagen im Theater an der Ruhr und im Ringlokschuppen zu sehen. Heute geht es für dieses Jahr mit Oliver Schmaerings „In dir schläft ein Tier“ in die letzte Runde.

Auch während der Inszenierungen ist die Dynamik im Publikum eine ganz andere als im Erwachsenen-Theater. Zeigen die Schauspieler*innen auf einen Punkt außerhalb des Bühnenraums, drehen sich kollektiv die Köpfe. Auf laut gestellte Fragen gibt es laut gerufene Antworten. Schwierig für die Schauspieler*innen? Ganz im Gegenteil, sie kennen das und gehen damit souverän um. Rückmeldung wird entweder gekonnt übergangen oder spontan ins Spiel integriert. Und das wird nicht nur direkt mit Applaus, sondern auch mit lauten Zurufen und Fußstampfen belohnt.

Die Kinder und Jugendlichen sind kaum oder überhaupt nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen eines Theatergangs vertraut. Aber Dank der Workshops mit Theaterpädagogin Lisa Hetzel sind viele besser vorbereitet als so mancher erwachsene Theatergänger. Denn sie kennen bereits das Thema des Stückes und haben sich im Vorfeld

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Als wir den Vorstellungssaal betreten, ist er schon erfüllt von sanften Klavierklängen. Diese Klänge fangen uns auch später wieder auf, als die letzten Verse von Christina Ketterings „Weiß ist keine Farbe“ gesprochen sind und wir Zuschauer*innen erstmal kurz Luft holen müssen. Eigentlich kann man sich dieses Theatererlebnis nur vorstellen, wenn man sich immer wieder eine sehr atmosphärische Musik ins Ohr ruft. Tatsächlich erfahren wir im Nachgespräch von Dramaturgin Maren van Severen, dass Regisseur Markolf Naujoks die Musik des Stücks selbst komponiert und geschrieben hat. Die besondere Musik in seinen Inszenierungen sei seine Handschrift.

Ein zweites Element sollten wir uns vor Augen rufen, um uns die Inszenierung vorstellen zu können, dieses Mal ein Bestandteil aus Marinas Stefans Bühnenbild. Eine große Projektionsfläche thront wie ein rundes Fenster, vielleicht auch wie ein Vollmond über der Bühne. Auf dieser Fläche erscheinen während der meisten Szenen schwarz-weiße Stadtlandschaften. Schwebende Häuserreihen versetzen uns einerseits an den Ort des Geschehens und deuten andererseits eine gewisse Realitätsferne an. Manchmal wird sogar der Kopf eines Tigers projiziert und bereitet uns auf gefährliche Momente vor. Unterhalb dieses Vollmondes sind mehrere Holzpodien in verschiedenen Höhen platziert, links am Bühnenrand steht ein Klavier.

Vor diesem Hintergrund stellen sich zunächst Lynn und Sophie (Mutter und Tochter), dann Anna und Berkay (die Nachbarskinder) vor. Ganz besonders die Stimme der achtjährigen Sophie (Nadja Duesterberg) sticht mit einer verwegenen Rauheit aus der Reihe hervor. Sie öffnet mit einem mysteriösen Prolog die Handlung, einem Prolog, der von Entführung und von Herrn Matheis Hund spricht.

Das Mysterium

Sophie und ihre Mutter Lynn (Davina Donaldson) sind gerade erst in die Siedlung gezogen. Von Beginn an rankt sich ein Mysterium um das Mutter-Tochter-Paar. Wenn die beiden sich unterhalten, geht eine

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„Mein Vater und ich, wir sagen ‚ikebana‘, wenn wir wollen, dass der andere absolut ehrlich ist, ohne Scheiß und Rumalberei“, erklärt Vincent (Kilian Ponert). Sein Vater und er albern häufig herum und sie benutzen „ikebana“ als Wort, um klarzustellen, dass es nun ernst gemeint ist und man die Wahrheit sagen soll. Und genauso wie die beiden verspricht auch dieses Stück, absolut ernst gemeint zu sein. Thilo Refferts „Mr. Handicap“ beschönigt nichts und übertreibt auch nicht.

Inhaltlich geht es in dem Text um Inklusion. Die wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Es wird gezeigt, wie schwierig Inklusion sein kann. Für alle Beteiligten. Da ist die erschöpfte Lehrerin Frau Kripke (Alessa Kordeck), die am Rande des Nervenzusammenbruchs steht. Sie weiß nicht, wie sie ihre ganzen Aufgaben erledigen soll. Dazu kommt die unbekannte Situation mit Vincent, der unter anderem steife Ellenbogengelenke sowie Synkopen hat und als Inklusionskind in eine normale Schule gehen soll. Dafür wurde extra die „I-Klasse“ eingerichtet. I wie Inklusion. Einfach ist das nicht.

Hannes (Jonathan Gyles) würde ihn am liebsten ignorieren, wird aber gezwungen, eine Woche lang sein Pate zu sein. Er beschwert sich über die Bevormundung Vincents, erkennt aber am Ende, dass man jede*n so annehmen sollte, wie er/sie ist und begreift, was es bedeutet, eine Behinderung zu haben. Oder Mary Lou (Maria Perlick), die schon viereinhalb Mal die Patin von Vincent war und ihn eigentlich immer verteidigt. Doch dass sie es nur wegen der „Pluspunkte in Arbeits- und Sozialverhalten“ macht, wird erst am Ende deutlich. Auch die Eltern sind hilflos. Hannes Mutter Nicole (Maëlle Giovanetti) will ihr Kind „sozial“ erziehen, kann ihm aber auch keine Ratschläge zur Inklusion geben und schaut deshalb lieber auf ihr Tablet. Vielleicht findet sich da ja eine Antwort. Vincents Vater Martin (Paul Jumin Hoffmann) liebt seinen Sohn, doch Vincents Wut und Widerwillen bereiten ihm Schweißtreiben. Er

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In Ihrem Stück „Weiß ist keine Farbe“ zieht Sophie mit ihrer Mutter in eine neue Wohnung. Ein Ereignis wirft sie aus der Bahn und sie verhält sich abwesend. Das bemerken auch die Nachbarskinder Anna und Berkay. Sophies Mutter hat außerdem eine andere Hautfarbe als Sophie, die weiß ist. Diese Geheimnisse wollen die beiden erforschen. Es geht um Vorurteile, Gerechtigkeit und die Frage nach der eigenen Identität. Gibt es noch weitere Themen in Ihrem Stück und welche sind für Sie die wichtigsten?

Christina Kettering: Es geht auch um Wut – oder besser gesagt: sehr starke Gefühle – und den Umgang damit. Das ist für mich eines der zentralen Themen.

Wie verändern sich der Zusammenhalt der Kinder und die Erwachsenen-Kind-Beziehung in Ihrem Stück, aber auch in der Gesellschaft?

Was hier auf mehreren Ebenen passiert, ist ein Vertrauensverlust. Sophie ist immer wieder Berkay und Anna gegenüber misstrauisch – sie hat das, was man „Ur-Vertrauen“ nennt, verloren. Auch das Vertrauensvolle der Mutter-Kind-Beziehung hat Brüche erhalten. Zugleich findet eine Polarisierung statt, Sophie radikalisiert sich. Die Erwachsenen in dem Stück verlieren schlagartig ihre Autorität. Ein eigentlich normaler Vorgang: Irgendwann erlebt das Kind seine Eltern „schwach“ – also menschlich, es merkt, dass sie keine unfehlbaren Helden sind und manchmal sogar, dass sie ihre Kinder nicht vor allem beschützen können. Sophie erfährt das in einer besonders drastischen Form, was bei ihr Hilflosigkeit und Wut auslöst. Außerdem fehlen beiden (noch) die Worte, darüber zu sprechen, das entfernt sie weiter voneinander. Da gibt es sicher gesellschaftliche Parallelen, es wird ja viel über den in den letzten Jahren stattgefundenen Vertrauensverlust gesprochen (in den Staat, die Politik, alte Sicherheiten, Medien, aber auch auf freundschaftlicher oder familiärer Ebene). Die Debatten haben eine starke Polarisierung erfahren, eine

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Es ist dunkel im Zuschauerraum, auf der Bühne spendet eine einzelne Glühbirne schwaches Licht. Es gibt aber auch nicht viel zu sehen. Nur grauen Teppichboden, eine graue Teppichwand und davor Claudia (Constanze Rückert), in ihrem gestreiften Lieblingsschlafanzug, die uns erklärt, weshalb sie dort wartet. „Hallo“, beginnt sie. „Ich bin Claudia 8. Also ich bin 8 Jahre alt“, was das junge Publikum direkt als Lüge enttarnt.

Doch die jungen Zuschauer*innen sind nicht nachtragend. Im Gegenteil – das Ensemble vom Theater an der Rott schafft es unter Regieführung des Autors Simon Windisch, die Kinder bereits zu Beginn abzuholen und entlockt ihnen bis zum Ende viele Lacher, gut gemeinte Ratschläge an die Figuren, Schreie und immer wieder aufmerksame Stille. Das Stück „Wie man die Zeit vertreibt“ handelt vom Kampf gegen die Langeweile, wenn man warten muss, und dieser Kampf wird hier ganz klar gewonnen.

Ein Loch in der Wand

Es ist 8.45 Uhr, wie die große erleuchtete Uhr verkündet. Aus dem Off der Küche sind Mama, Papa und Oma zu hören, doch erst um 9.00 Uhr darf Claudia zu ihnen herein. Sie weiß nicht warum, aber bitten hilft nicht. Und die Zeit will einfach nicht vergehen. Schließlich starrt das Mädchen so konzentriert an die Wand, dass dort eine Öffnung auftaucht und sich schnell als Portal entpuppt. Daraus hervor kommen drei weitere Claudias im gestreiften Lieblingsschlafanzug. Plötzlich ist Claudia blond (Johanna Martin), hat einen dunklen Bart (Max Gnant) und gleichzeitig einen blonden Bart (Martin Puhl). Es herrscht einige Verwirrung, wer denn nun Claudia ist. Und wo befindet sich Claudia überhaupt? In einem Zeitloch, einer Zeitschlaufe oder doch in einer Zeitbrezel?

Schnell erkennen sich die vier als verschiedene Charakterzüge derselben Claudia und amüsieren sich köstlich miteinander. Ein paar Bälle reichen, um zu zeigen, wie viel mehr Spaß gemeinsames Spielen macht. Trotz banaler Ausdrucksweise wirkt die dynamische

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Endlich sitzen alle mit für die Lehrer*innen vertretbarer Ruhe auf ihren Plätzen im Mülheimer Theater an der Ruhr und blicken gespannt nach vorn. Ein hoher Bogen aus blauem Wellblech, eine kaputte Schallplatte, Auto- und Fahrrradreifen: Die Bühne von Marie Labsch steht für ein Kinderparadies, in dem nichts teuer sein muss, nichts neu, nichts ganz. Wir sehen das Kinderparadies, das genau so im Kopf von Ente (Jana Alexia Rödiger) und Anfall (Sebastian Haase) existiert.

Ente ist schreckhaft, schüchtern, ein bisschen humorlos. Anfall hämmert Wellblech und trägt Schweißerbrille. „Fünfzighunderttrilliardenunendlich“, sagt er und der Saal lacht. Mit ihrer Sprache voller Fantasieworte und Lautmalerei trifft Sigrid Behrens den Nerv der Kinder. Der Inszenierung von Ingo Putz gelingt es, dass sie dieser außergewöhnlichen Sprache ihren Raum lässt, die Lust zur Assoziation eher anregt als unterbindet.

Dann ist Entes Kuscheltier plötzlich weg, der liebe Hundi, um den sie sich die ganze Zeit gekümmert hat und auf den Anfall schon so argwöhnisch schielte. Nach einem kurzen Hin-und-Her von Anschuldigungen lädt Anfall Ente zu einer Reise ein. Ente hüpft mit angewinkelten Armen sehr entig in die Rakete, wird noch mit einem kaputten Fußball als Hut ausgestattet und los geht’s. Die Grenzen zum Objekttheater lösen sich auf, wenn Ente und ihr Begleiter all die Freunde Anfalls treffen, die – so wird langsam klar – nur in seinem Kopf existieren. Freund Kissenschlacht (eine alte Matratze) schnappt Anfall (der sie steuert), und Ente knabbert an Freund Pfannkuchen (der Sonnenschirm, den sie hält). Das Interessante an dieser Ausstattung ist, dass sie für eine erwachsene Zuschauerin die Kindheit symbolisiert, in der kleine Sachen ausreichen, um einen Nachmittag lang an den Nordpol zu reisen – dann ist der Pinguin ein Kühlschrank mit Megaphon und Freund Trüddelschmopf der Lichtsstrahl einer Taschenlampe oder eine Stimme aus dem Radio – während sie für Kinder gar nichts

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Heute wurden die KinderStücke 2018 mit "Anfall und Ente" von Sigrid Behrens eröffnet. Das Junge Theater Konstanz war mit der Inszenierung zu Gast im Theater an der Ruhr. Bis Freitag folgen noch vier weitere Kinderstücke. Zum Spielplan geht's hier

Publikumsgespräch nach dem Eröffnungsstück "Anfall und Ente" von Sigrid Behrens / Foto: Marie Eberhardt

Lisa Hetzel (Theaterpädagogin KinderStücke), Ingo Putz (Regiesseur), Sigrid Behrens (Autorin) und Stephanie Dreher (Theaterpädagogin Junges Theater Konstanz) im Gespräch mit den Schüler*innen

 

 

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Die diesjährigen KinderStück starten am Montag, dem 14. Mai, mit Anfall und Ente in der Inszenierung des Jungen Theater Konstanz für Zuschauer ab 6 Jahren. Das Werk von Sigrid Behrens ist das erste von insgesamt fünf Stücken, das ins Rennen um den Mülheimer KinderStückePreis geht.

 

Sigrid Behres: Anfall und Ente / Foto: Bjørn Jansen

 

Zum gesamten Spielplan der KinderStücke

Tickets zu den KinderStücken (Extern)

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Die Jury für den Mülheimer KinderStückePreis 2018 bilden Oliver Bukowski, Silvia Stammen und Martina van Boxen. Sie werden im Anschluss an die letzte Vorstellung der „KinderStücke“ am Freitag, dem 18. Mai, ab ca. 12.30 Uhr im Foyer des Theater an der Ruhr über die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises entscheiden. Die Debatte ist auch in diesem Jahr öffentlich - Interessierte sind herzlich willkommen.

Der Spielplan der KinderStücke 2018 steht fest.

Alle Termine und Informationen zu den Stücken und Autor*innen finden Sie hier.

Schulklassen können sich ab Montag, dem 19. März anmelden.
Der Vorverkauf für alle anderen startet am Donnerstag, 22. März.

 

Auf der Pressekonferenz am 20. Februar gaben die beiden Sprecher der Auswahlgremien die Nominierungen der Stücke 2018 und KinderStücke 2018 bekannt.
 

Pressekonferenz der 43. Mülheimer Theatertage NRW / Foto: Marie Eberhardt

Von links nach rechts: Oliver Bukowski, Sprecher des Auswahlgremiums der KinderStücke 2018 / Jürgen Berger, Sprecher des Auswahlgremiums der Stücke 2018 / Stephanie Steinberg, Festivalleiterin

Hier geht's zur Bildergalerie der Pressekonferenz.

Wir gratulieren allen eigeladenen Autor*innen und Theatern!

 

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Am Donnerstag, dem 7. Dezember, liest Thilo Reffert aus seinem neuesten Kinderbuch um 13.30 in der Stadtbibliothek: In „Fünf Gramm Glück“ geht der KinderStückePreisträger dem geheimen Leben unserer Brotdosen auf den Grund.

Thilo Reffert / Foto: gezett

Für Kinder ab 7 Jahren.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: klothen@stuecke.de

Zu den ZwischenStücken

 

Die ZwischenStücke gehen ins dritte Jahr: Von November 2017 bis April 2018 verkürzt die Veranstaltungsreihe mit Theatergastspielen und Autorenlesungen die Wartezeit bis zur Festivaleröffnung der „Stücke“ am 12. Mai 2018. Erstmals im Programm sind Lesungen für Kinder und Jugendliche.
Los geht es am Dienstag, dem 14. November, um 11.00 Uhr mit einer szenischen Lesung für Jugendliche ab 13 Jahren. Petra Wüllenweber liest zusammen mit zwei Schauspielern aus ihrem Theaterstück "Und morgen?".
Zum gesamten Programm der ZwischenStücke 2017/18

Das unmöglich mögliche Haus / Foto: Christian Brachwitz

 

Die KinderStücke 2018 finden vom 14. bis zum 18. Mai 2018 statt. Die Stücke 2018 starten am 12. Mai und enden am 2. Juni 2018.

Wir freuen uns bereits jetzt auf das kommende Festival!

Die ersten zwei Laudationes der Preisverleihung können Sie bereits online nachlesen oder auch in der Bildergalerie stöbern.

Zur Laudatio von Jan Hein auf Anne Lepper

Zur Laudatio von Paul Brodowsky auf Tina Müller

Zur Bildergalerie

In einer feierlichen Matinee wurden die Preisträger*innen der 42. Mülheimer Theatertage NRW geehrt. Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr, überreichte die Auszeichnungen an Konstanin Küspert, Tina Müller und Anne Lepper. 

Die Preisträger der 42. Mülheimer Theatertage NRW und Oberbürgermeister Ulrich Scholten / Foto: Sebastian Hoppe
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Die Preisverleihung für die diesjährigen Mülheimer Preisträger*innen findet am Sonntag, dem 18. Juni, um 12.00 Uhr in der Stadthalle Mülheim statt.
Im Rahmen einer feierlichen Matinee werden Anne Lepper, Konstantin Küspert und Tina Müller geehrt. Die Preise werden von Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr, überreicht.
 

 

Preisträger 2017 / Fotos: privat, Sebastian Hoppe, Kai Meyer

 

 

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die Preisträger*innen 2017 zu feiern.
Der Eintritt ist frei.

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Die KinderStücke 2017 sind vergangenen Freitag zu Ende gegangen. Festivalfotograf Sebastian Hoppe begleitete die fünf eingeladenen Stücke, das Publikum sowie die Jurydebatte die gesamte Woche über.

Hier geht's zu den Bildergalerien der KinderStücke 2017

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Zu Beginn ein Blick hinter die Kulissen: Waren Frauen bei den diesjährigen „KinderStücken“ ähnlich präsent wie bei den „Stücken“? Bei den Nominierungen gibt es ein 50/50-Verhältnis: zwei Stücke von Frauen, darunter das Gewinnerstück von Tina Müller, zwei Stücke von Männern und die gemeinsame Produktion von Nadja Sieger und Georg Piller. Das Auswahlgremium hingegen war es in diesem Jahr rein männlich. Auch die Jury bestand aus zwei Männern und nur einer Frau, der Übersetzerin Iwana Nowacka. Insofern stehen die KinderStücke zahlenmäßig im Kontrast zu ihrem großen Festival-Bruder. Eine bessere Quote gibt es bei der Regie: Mit Brigitta Soraperra („Dickhäuter“), Andrea Kramer („Die Biene im Kopf“) und Nadja Sieger („Aus die Maus“) sind drei von den fünf eingeladenen Stücken von Regisseurinnen inszeniert.

Keine Jelinek

Auch die verhältnismäßig kurze Geschichte der KinderStücke hat nicht gerade viele Frauen zu bieten. Zusätzlich zu der diesjährigen Gewinnerin Tina Müller gibt es nur eine weitere Preisträgerin: Milena Baisch, die 2014 für ihr Stück „Die Prinzessin und der Pjär“ ausgezeichnet wurde. Wenn man von Elfriede Jelinek einmal absieht, sieht die Gewinnerinnen-Quote bei den großen „Stücken“ allerdings auch relativ erbärmlich aus. Ohne Jelinek sind in 41 Jahren Festivalgeschichte nur noch die zwei Siege von Dea Loher und ein Sieg von Katja Brunner zu verzeichnen. Die Jelinek der „KinderStücke“ muss eben noch mit dem Schreiben anfangen (oder Jelinek selbst mit dem Schreiben von Kinderstücken – das würde sicherlich für die von der Jury erwünschten Sprachexperimente sorgen).

Bei den Nominierungen für den „KinderStücke“-Preis dominieren die Männer den historischen Querschnitt auch. Eine große Ausnahme bilden die ersten KinderStücke im Jahr

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Tina Müller wird für ihr Stück Dickhäuter in der Inszenierung des Theater Fallalpha, Zürich (Regie: Brigitta Soraperra) mit dem mit 10.000 Euro dotierten Mülheimer KinderStückePreis 2017 ausgezeichnet.

Preisträgerin Tina Müller / Foto: Sebastian Hoppe

 

Die Juror*innen Florian Fiedler, Thomas Irmer und Iwona Nowacka zeigten sich weitgehend einig in ihrer Bewertung der fünf nominierten Kinderstücke. In der Finalrunde gab es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen „Dickhäuter“ und Roland Schimmelpfennigs Stück „Die Biene im Kopf“ ein einstimmiges Votum für Tina Müllers Stück für Kinder ab 7 Jahren.
Die Auszeichnung wird in einer feierlichen Matinee für alle diesjährigen Mülheimer Preisträger – voraussichtlich am Sonntag, dem 18. Juni 2017 – an die Autorin übergeben.

Die Jugend-Jury zeichnete Roland Schimmelpfennigs „Die Biene im Kopf" aus.

Wir gratulieren Tina Müller herzlich zum Mülheimer KinderStückePreis 2017!

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Viel Debatte gibt es nicht in diesem Jahr. Jurymitglied Florian Fiedler musste wegen einer „absoluten Notsituation in der Familie“ leider vorzeitig abreisen. Stattdessen liest Festivalleiterin Stephanie Steinberg seine eingeschickten Statements an den entsprechenden Stellen vor. Aber auch sein schriftliches Votum weicht wenig von den Meinungen des Journalisten und Auswahlgremiumssprechers Thomas Irmer und der Übersetzerin Iwona Nowacka ab.

Das Urteil der Jugendjury

Doch bevor die Juroren überhaupt die Bühne betreten, verkünden ihre jugendlichen Kollegen das Urteil der Jugendjury. Den zweiten Platz belegt hier Georg Pillers und Nadja Siegers „Aus die Maus“ für die Thematisierung des Verhältnisses von Schauspiel und Realität. Gewinner der Jugendjury ist Roland Schimmelpfennigs „poetisches“ Stück „Die Biene im Kopf“, weil es viele „Szenen, aus denen Kinder etwas lernen können“ beinhalte.

Gesucht: Sprachliche Innovation

Mehr Rede- und Erklärungszeit erhalten die Erwachsenen. Als Kriterien für den Juryentscheid nennt Nowacka Innovation, Spielbarkeit, Sprache, Form, Poesie, Dramaturgie und Botschaft. Hohe Ansprüche, an denen – wie sich sehr schnell herausstellt – einige Stücke scheitern. Insgesamt äußern sowohl Irmer als auch Nowacka für die Zukunft den Wunsch nach mehr Sprachexperimenten. Dennoch betont die Jury, dass alle Stücke zu Recht eingeladen wurden. Nowacka würde in ihrer Tätigkeit als Übersetzerin gerne alle Stücke nach Polen zu bringen. Nur ins Finale können nicht alle Stücke kommen. Das gibt auch die Form der Jurydebatte vor: In einer ersten Diskussionsrunde müssen drei von fünf Stücken ausgeschlossen werden. Und am Ende darf nur ein alleiniger Sieger gekürt, der Preis nicht geteilt werden.

Man beginnt mit dem ersten Autor im Alphabet: Marc Becker und sein Stück „Die Glücksforscher“. Irmer fasst

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Sarah, Anna, Maike, Sandra Maria, Luca und Luisa haben sich entschieden. Leicht ist es für sie nicht gewesen, denn alle KinderStücke 2017 haben ihnen gefallen. Deswegen hat auch jedes Stück eine kurze Besprechung und eine selbst gebastelte Medaille erhalten.

Warum „Aus die Maus“ von Georg Piller und Nadja Sieger den zweiten Platz erhielt und „Die Biene im Kopf“ von Roland Schimmelpfennig ihr Gewinner ist, kann in den beiden Lobreden der Jugend-Jury nachgelesen werden:

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Video: Natalie Broschat und Alexander Viktorin

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Ein kleiner Junge, der seine Mutter verloren hat. Eine etwas zu pummelig geratene Sternschnuppe. Ein vorlauter Plüschhamster, der nicht davor zurückschreckt, eine Entführung zu fingieren. In Julia Penners Kinderstück „Der dicke Sternschnuppe“ vermischt sich die Geschichte vom Verlust eines Elternteils und der damit verbundenen Trauer mit fantastischen Elementen. Dabei schafft es den Spagat, sich einerseits dem Thema ernsthaft zu nähern, andererseits dabei aber auch nicht an Komik zu sparen.

Ein kurioses Trio

Im Zentrum der Geschichte steht der achtjährige Rudy, dem beim nächtlichen Versuch, seine verstorbene Mutter per Sternschnuppenwunsch wieder zurückzugewinnen, gleich zweierlei Kurioses widerfährt. Im einen Moment beginnt plötzlich sein Kuscheltier namens Hamster zu sprechen. Im nächsten kracht unvermittelt eine sich erfolglos am Verglühen versuchende Sternschnuppe in die Runde, welche sich als Schnuppy vorstellt und das soeben zwischen Rudy und Hamster gebildete Zweiergespann zum Trio ergänzt. Auf einem verlassenen Spielplatz arbeiten die drei nun daran, Schnuppy fit für den nächsten Verglühflug zu machen, wobei sich Rudy davon die Einlösung seines Wunsches nach der Mutter verspricht. Gemeinsam erleben sie dabei kleine Abenteuer, lustige und nachdenkliche Momente sowie Situationen, in denen Streit, Zweifel und Eifersucht zu ernsten Belastungsproben ihrer Freundschaft werden. Am Ende steht zwar nicht die Erfüllung von Rudys Wunsch, dafür aber die Erkenntnis, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein, und dass gemeinsames Traurigsein auch Trost spenden kann.

Spiel auf zwei Ebenen

Uraufgeführt am Theater Osnabrück im September des vergangenen Jahres, war die Inszenierung von Regisseur Philipp Moschitz nun in Mülheim zu sehen. Im reduziert gestalteten Bühnenraum (Elisabeth Benning, auch fürs Kostüm verantwortlich) entspinnt sich die Handlung

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Im Grunde folgt Schimmelpfennig einer altbekannten Konvention der Kinderliteratur: Ein reales Problem wird auf eine imaginäre Ebene übertragen. In diesem Fall handelt es sich um ein Kind von Alkoholikern – der Info-Text des Consol Theaters spricht von einem Jungen, Schimmelpfennigs Vorlage lässt dies jedoch offen –, welches sich durch einen eigentlich ganz normalen Schultag kämpfen muss. Dafür stellt es sich vor, in einem Computerspiel zu leben, in dem die Herausforderungen des schwierigen Alltags wie „Levels“ bewältigt werden müssen. Ab und an verwandelt sich das Kind im Spiel in die titelgebende Biene – ein Tier, das für Fleiß und Arbeit steht, zwar einen Stachel hat, aber gerade dadurch auch verletzlich ist. Schimmelpfennig hat eine kluge Methode gewählt, die Komplexität des Themas kindgerecht darzustellen.

Erfrischend wirkt dieses Stück jedoch vor allem, weil Schimmelpfennig den Tagesablauf ohne Beschönigungen, aber auch ohne Mitleid schildert. Man hätte keine Bedenken, ein Kind mit ähnlichem Hintergrund in dieses Stück zu setzen. Dies gelingt auch deshalb, weil Schimmelpfennig mit drei namenlosen Figuren (#1, #2 und #3) arbeitet, die die Gedankenströme des Kindes unter sich aufteilen und wie in einem Dialog „besprechen“. Sie adressieren einander immer als „du“ oder sprechen über ein „wir“. Eine Strategie, die eine reine Innenperspektive ermöglicht und eine große Identifikationsfläche bietet, dabei aber gleichzeitig mehrere Perspektiven eröffnet. Die Vielzahl von Stimmen schafft Raum für unterschiedliche Interpretationen. Was macht nun Andrea Kramers Inszenierung damit?

Text und Tanz

Vor einem spärlichen Bühnenbild wird schnell klar, dass Kramer vor allem auf die Kraft von Text und Choreographie setzt. Das geht auf. Die Tanzeinlagen sind zunächst überraschend, schenken der Inszenierung aber eine andere Reflexionsebene und bringen auch humorvolle Elemente mit

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Hinten, links und rechts auf der Bühne (Bühnenbild: Sandra Münchow) stehen Kreidetafeln. Auf ihnen ein Durcheinander von Wörtern und Notizen zum Thema Glück: Banane + Wurst, Bananenwurst, Tante Rosi, Giraffen. Als das Blog-Team verspätet (Schuld war der Bus!) den Saal betritt, wird gerade gemeinsam mit dem Publikum über Schnitzeleis diskutiert und nach anderen Ergänzungen für die Tafel gesucht. In der Mitte der Bühne befindet sich ein Turm aus Regalbrettern und Schubladen – sie tragen Aufschriften wie Himmel, Monsterpommes, Kostüm – davor ein Tisch. Wir sind in der Zentrale für Glücksforschung, zusammen mit den Forschern Didi und Franzi. Denn im Stück „Die Glücksforscher“ des Autors und Regisseurs Marc Becker, das in der Inszenierung vom Oldenburgischen Staatstheater bei den KinderStücken zu Gast ist, geht es darum, herauszufinden, was genau eigentlich glücklich macht.

Einige Ideen haben Didi und Franzi schon gesammelt. Mehrmals scheinen sie sogar eine endgültige Glücksformel gefunden zu haben. „Dies, das, Ananas“ - so lautet die Antwort des Glückskekses. Doch jedes Mal, wenn die Musik ertönt und die Kinder schon zurück in die Schule geschickt werden sollen (die ersten stehen schon), kommen wieder Zweifel auf. Ist das „weiße flauschi flauschi Handtuch“, das Didi Franzi schenkt, wirklich so toll, dass Franzi jetzt für immer glücklich ist? Oder muss man sich in Wahrheit nicht ganz schön anstrengen, um sich darüber zu freuen? Und wie lange hält das Glück nach einem Geschenk überhaupt an? Franzi gibt schließlich zu, das nächste Mal lieber „100 Millionen Euro“ bekommen zu wollen. Aber wenn man sich alles kaufen kann, kann man sich dann noch über irgendetwas richtig freuen? Und gibt es Dinge, die man nicht für Geld haben kann? Als Franzi sich Freunde kaufen möchte, melden sich immerhin eine ganze Reihe Kinder im Publikum. Doch ihr alter Lieblingsteddy, merkt sie, hat trotzdem einen immateriellen Wert.

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