Psychologische Aspekte der Maskenpflicht

Auch eine Maske zaubert in Coronazeiten ein Lächeln ins Gesicht. Foto: Sabine Meier

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie muss in vielen Bereichen des täglichen Lebens eine Maske getragen werden. Je nach Maskenvariante wird eine höhere oder niedrigere Schutzwirkung erzielt; dazu sind im Internet bereits zahlreiche Informationsmaterialien verfügbar.

Mit diesem Merkblatt möchten wir nun ergänzend einige Hinweise geben, die vor allem aus psychologischer Sicht von Bedeutung sind.

Unbehagen
Einschränkung der Kommunikation
Verlust eigener Individualität
Angst
Falsche Sicherheit

 

Unbehagen: 
Viele Menschen fühlen sich mit einer Maske grundsätzlich nicht wohl; das Tragen einer Maske bereitet schlichtweg Unbehagen. Es fühlt sich irgendwie seltsam an, die Brille beschlägt, oder man hat ständig den Eindruck, dass die Maske verrutscht…
Haben Sie Geduld, bis Sie sich an das Tragen einer Maske gewöhnt haben. Es verhält sich ähnlich wie beim Tragen einer neuen Brille oder beim Einlaufen neuer Schuhe: Es braucht einfach etwas Zeit.

Einschränkung der Kommunikation:
Tatsächlich wird das Kommunikationsverhalten durch das Tragen einer Maske verändert; in einem Teilbereich zweifellos auch eingeschränkt. 50 bis 70 % der zwischenmenschlichen Kommunikation resultieren daraus, dass man die Mimik eines Gegenübers wahrnimmt und interpretiert. Wenn das Gesicht aber weitgehend bedeckt ist, funktioniert genau dies nicht mehr wie gewohnt.
Achten Sie verstärkt auf Gesten und die Augen eines Gesprächspartners. Setzen Sie in Ihrer Kommunikation auch selbst verstärkt Gesten ein, um eine Aussage zu unterstützen. Haben Sie Verständnis dafür, wenn Sie einmal nicht sofort verstanden werden und fragen Sie Ihrerseits nach, wenn Sie jemanden, der eine Maske trägt, nicht verstehen können. Nehmen Sie es anderen Menschen auch nicht übel, sollte jemand Sie nicht sofort erkennen. Nehmen Sie solche Situationen mit Humor. Bei hörgeschädigten Menschen, die darauf angewiesen sind, von Ihren Lippen abzulesen, kann die Kommunikation besonders stark beeinträchtigt sein. Hier sollten wichtige Informationen gegebenenfalls aufgeschrieben und zum Lesen gegeben werden.

Verlust eigener Individualität:
Manche Menschen fürchten, durch das Tragen einer Maske einen Teil der eigenen Individualität zu verlieren, weil sie mit Maske kaum noch zu erkennen sind. Mit einer einfachen StandardMaske sehen alle Träger tatsächlich ähnlich aus und sind voneinander kaum noch zu unterscheiden. Suchen Sie sich gezielt eine Maske aus, die zu Ihnen passt. Sie können inzwischen auf die unterschiedlichsten Formen, Farben, Stoffe und Bedruckungen zurückgreifen, wobei die Preise alle auf einem relativ gleichen Niveau liegen. Nutzen Sie Ihre Maske, um gerade durch sie Ihre Individualität zum Ausdruck zu bringen.

Angst:
Einigen Menschen bereitet das Tragen einer Maske oder der Anblick von maskierten Menschen Angst. Das kann mit früher erlebten, unangenehmen Situationen wie z. B. einer Krankenhausbehandlung zusammenhängen, aber auch mit der Vorstellung, dass maskierte Menschen womöglich etwas Böses im Schilde führen.
Solchen Ängsten kann entgegengewirkt werden, indem man sich ganz gezielt und möglichst sachlich die Schutzwirkung der Masken vor Augen führt. Vor allem Kinder sollten mit einfachen, leicht verständlichen Worten darüber informiert werden, warum das Tragen von Masken im Moment so wichtig ist.

Falsche Sicherheit:
Das Tragen einer Maske ist eine Schutzmaßnahme von mehreren, andere Schutzmaßnahmen werden dadurch nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Auch wenn man eine Maske trägt, muss auf ausreichenden Abstand zum Nächsten geachtet werden.
Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit. Halten Sie bitte auch mit einer Maske die vorgeschriebenen Mindestabstände zu anderen Menschen ein.

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