Kinderimpfung (5 bis 11 Jahre)

Ab dem 17. Dezember 2021 sind Impfungen für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren gegen Covid-19 möglich. Geimpft wird mit einem speziell für Kinder abgestimmten Impfstoff der Firma BioNTech. 

Dazu hat die Stadt Mülheim eine „Kinder-Impfstelle“ eingerichtet.

Impfung, Spritze, Arzt, Kind, Gesundheit. Quelle/Autor: Bild von Katja Fuhlert auf Pixabay

Die Kinderimpfungen finden an den folgenden Tagen im Technikum Mülheim, auf dem ehemaligen Tengelmann Gelände, 45478 Mülheim an der Ruhr. Bitte die Einfahrt auf der Wissollstraße (gegenüber der Netto Marken-Discount Filiale) statt: 

Samstag, 19. Februar, 10 bis 16 Uhr 

Samstag, 12. März, 10 bis 16 Uhr 

Samstag, 2. April, 10 bis 16 Uhr 

Samstag, 23. April, 10 bis 16 Uhr 

Es werden Erst- und Zweitimpfungen druchgeführt. Boosterimpfungen sind derzeit für Kinder nicht vorgesehen. 

Hinweis: Wir behalten uns vor, die Termine entsprechend der Nachfrage anzupassen, daher empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf diese Seite. 

In der jeweiligen Impfstelle ist immer mindestens ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin anwesend.

Aus Sicherheitsgründen zum Schutz der Kinder und aus organisatorischen Gründen führen wir an diesen Impfstellen ausschließlich Kinderimpfungen durch. Eine Impfung von Erwachsenen und Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr ist hier ausgeschlossen. Dafür können Sie weiter die übrigen Impfstellen - insbesondere die Impfstelle in Saarn - nutzen. 

Da die Impfungen zeitlich verteilt sind, erfolgen die Impfungen ohne Terminvergabe. Dabei können Wartezeiten entstehen, für die wir schon heute um Verständnis bitten.

Dieses Impfangebot für Kinder besteht selbstverständlich neben der Möglichkeit der Impfungen durch die Kinder- und Jugendärzte sowie diverse Haus- und Fachärzte in deren Praxen.

Wir möchten an dieser Stelle auf die aktuelle Empfehlung der Ständige Impfkommission hinweisen:
"In Abwägung aller bisher vorhandenen Daten empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung für Kinder im Alter von  5 bis 11 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen. Zusätzlich wird die Impfung Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können (z. B. Hochbetagte sowie Immunsupprimierte). Darüber hinaus können auch 5- bis 11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen gegen COVID-19 nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden, sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten besteht."

Zudem hat das Mülheimer Gesundheitsamt eine medizinische Empfehlung abgegeben:
"Liebe Eltern, um unsere Kinder zu schützen, steht uns ab dieser Woche endlich der Impfstoff für die 5 bis 11-jährigen Kinder zur Verfügung. Obwohl die meisten Infektionen bei Kindern milde verlaufen, gibt es auch bei ihnen schwere Verläufe, die einen Krankenhausaufenthalt oder in noch selteneren Fällen eine Behandlung auf der Intensivstation nötig machen. Der Impfstoff von Biontech ist inzwischen gut bekannt, die Risiken der Impfung sind gering, bei den bisher 7 Millionen Impfungen in den USA bei den Kindern von 5 bis 11 Jahren ist von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet worden. Normale Impfreaktionen, wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, erhöhte Temperatur oder Kopfschmerzen sind normale Reaktionen auf eine Impfung und nicht besorgniserregend. Spätfolgen der Impfung z. B. nach einem oder mehreren Jahren sind nicht zu erwarten, es kam noch bei keinem Impfstoff zu Impfnebenwirkungen, die später als zwei Monate nach der Impfung auftraten. Eine Infektion mit Corona kann man nicht verhindern, da Corona so ansteckend ist. Die Impfung stellt in unseren Augen ein kleineres Risiko als die Infektion dar. Daher sind wir überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, die Kinder mit der Impfung vor dem Virus zu schützen und freuen uns, eine Impfaktion für die 5-11-jährigen Kinder in Mülheim anbieten zu können, um diesen Schutz möglichst schnell zu ermöglichen. Ihr Gesundheitsamt".

Bei Fragen wird das medizinische Personal vor Ort jederzeit gerne zur Verfügung stehen. 

Bitte bringen Sie ihren Ausweis sowie die ausgefüllten Unterlagen (Einwilligungserklärung, gegebenenfalls Vollmacht, Anamnesebogen, Aufklärungsbogen) zweifach zur Impfung mit. Die Dokumente sind zum Herunterladen beigefügt.

Häufige Fragen (FAQ) zu Impfungen für Kinder und Jugendliche

Antworten gibt Dr. Saskia Bohlen, Kinderärztin im städtischen Gesundheitsamt:

"Gibt es tatsächlich beobachtete Nebenwirkungen beziehungsweise ernstzunehmende Risiken?"
Es kann zu allgemeinen Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder auch Durchfall kommen, dies ist nach der zweiten Impfung wahrscheinlicher als nach der ersten. Gelegentlich treten auch vorübergehende Lymphknotenschwellungen unter der Achsel auf.
Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums in den USA, berichten bei bisher über 5 Millionen Impfungen in der Altersklasse 5 bis 11 (davon über 2,5 Millionen Zweitimpfungen) von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen, insbesondere seien keine Herzmuskelentzündungen gemeldet worden, die die ernstzunehmendste Impfkomplikation bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen darstellen. 

"Meine Kinder sind 13, 11, 10 wie sicher ist die Impfung und wenn Sie Kinder haben. Würden Sie impfen?"
Die Impfung ist nach allen bisher bekannten Daten sicher, insbesondere sicherer, als die Infektion. Das Risiko für sehr seltene Nebenwirkungen ist natürlich nicht null, das ist es bei keiner Impfung. Meine Kinder sind geimpft. 

"Wie hoch ist das Risiko bei Kindern? Mein Sohn ist 11 Jahre alt."
Es kann zu allgemeinen Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder auch Durchfall kommen, dies ist nach der zweiten Impfung wahrscheinlicher als nach der zweiten. Enorm seltene Nebenwirkungen, wie sie zum Beispiel in 1/1 Millionen Impfungen auftreten, sind theoretisch denkbar, aber nach den Erfahrungen der Kinder ab 12, die ja auch noch eine höhere Dosis bekommen, überschaubar. Insbesondere ist da die Herzmuskelentzündungen zu nennen, die in den allermeisten Fällen milde verlief und zudem seltener als nach Infektion auftrat. Bei den bisher über 5 Millionen Impfungen in der Altersklasse 5 bis 11 in den USA sind bisher keine Herzmuskelentzündungen laut CDC gemeldet worden.

"Mein Sohn ist 17 Jahre und gilt seit dem 17. September als genesen, wann darf er sich impfen lassen?"
Frühestens drei Wochen nach der Infektion.

"Kind impfen, dass vor 20 Monaten Corona hatte?"
Meiner Meinung nach - ja. Bei Unsicherheit Rücksprache mit der Kinderärztlichen Praxis halten. 

"Wie hoch ist das Impfrisiko für 7-jährige gesunde Mädchen?"
Es kann zu allgemeinen Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder auch Durchfall kommen, dies ist nach der zweiten Impfung wahrscheinlicher als nach der ersten. Die bei Jugendlichen aufgetretenen Herzmuskelentzündungen nach Impfung (deutlich seltener als nach Infektion) waren vorwiegend bei Jungen. 

„Wenn Kinder erst ab 5 dürfen, wie sicher ist es dann für ungeborene (Schwangerschaft)?“ 
Das kann man so nicht vergleichen, da ja das Baby nicht direkt geimpft wird, sondern die Schwangere. Das Immunsystem der Mutter bildet dann Antikörper und nur diese gelangen zum Baby, wie auch viele andere Antikörper gegen andere Krankheiten. Daher macht die Impfung in der Schwangerschaft doppelt Sinn, einmal, weil Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben und somit geschützt werden, und auch, da das Baby dann schon Antikörper hat, wenn es auf die Welt kommt. Daher ab dem zweiten Trimenon und auch in der Stillzeit impfen lassen und auch boostern, die Antikörper können auch über die Muttermilch an das Baby weitergegeben werden und schützen!

„Ist es schlimm, wenn ich meine Kinder nicht impfen will? Hab zu sehr Angst vor Nebenwirkungen.“
Das ist eine persönliche Entscheidung und die kann selbstverständlich auch so gefällt werden. Die Risiken einer Infektion sind höher als die einer Impfung, aber in beiden Fällen niedrig, Omikron bleibt allerdings abzuwarten. Ich würde die Impfung einer Infektion vorziehen, beziehungsweise würde den Erstkontakt mit dem Virus durch Impfung geschützt bevorzugen. Bitte mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin besprechen

„Wann sollen die ab 12 jährigen sich boostern lassen?“
Aktuell gibt es dazu noch keine Empfehlung, dies kann sich aber mit zunehmendem Erkenntnisgewinn noch ändern. 

„Wie lange auf Sport/Schwimmen verzichten?“
Mindestens drei Tage, bei Leistungssport länger.
Bei Leistungssport sind die Empfehlungen nicht ganz einheitlich, manche sagen, wenige Tage, abhängig vom Wohlbefinden, andere empfehlen eine oder sogar zwei Wochen. Am besten mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin besprechen.

„Macht es Sinn, ohne allgemeine STIKO-Empfehlung ein gesundes Kind zu impfen?“
Meiner Meinung nach reichen die vorliegenden Daten, um sich für eine Impfung zu entscheiden. Andere Impfgremien geben auch eine Empfehlung für alle Kinder ab 5 ab. Es ist am Ende eine individuelle Entscheidung.

„Wenn eine leichte Gerinnungsstörung vorliegt, schließt das eine Impfung aus?“
In der Regel nicht, aber gerne nochmal mit dem/der das Kind kennenden Kinderarzt oder Kinderärztin besprechen 
 
„Sollen auch schon gesunde Kinder geimpft werden?“
 Meiner Meinung nach ja.
 
„Haben die Kinder selbst einen direkten „Nutzen“ von der Impfung?“
Ja. Die Erkrankung verläuft meistens mild, es gibt aber auch schwerere Verläufe und selten auch die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung. Zurzeit befinden sich 35 Kinder auf der Intensivstation. In der Altersklasse 5 bis 11 ist PIMS am häufigsten. Über etwaige Folgeschäden der Erkrankung ist bis auf LongCovid noch nichts bekannt, sie sind aber nicht ausgeschlossen, da man das von anderen Viren auch kennt. Bisher unbekannte Folgeschäden der Impfung sind jedoch nicht zu erwarten. Und ein „Fremd“schutz der Großeltern ist ja durchaus auch wünschenswert.

Die Fragen beantwortete Dr. Saskia Bohlen, Kinderärztin im städtischen Gesundheitsamt

Hier finden Sie darüber hinaus weitere Informationen zu den Impfungen und mobilen Impfaktionen in Mülheim sowie häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Impfung.

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