Information des Gesundheitsamtes

Krankes Mädchen in ein Taschentuch schniefend und auf dem Bett liegend. Foto: Canva

Einheitliches Vorgehen zum Umgang mit Krankheitssymptomen, Corona-Fällen und Kontaktpersonen in Gemeinschaftseinrichtungen und Schulen

Seit August befinden sich die Schulen und Kindertagesstätten (Kita) in Mülheim an der Ruhr wieder im Regelbetrieb. In Bezug auf das Auftreten von Krankheitssymptomen und den Umgang mit Corona-(Verdachts-)Fällen sowie der Nachverfolgung von Kontaktpersonen und der damit verbundenen Quarantäneregelung kommen immer wieder Fragen auf. Dies ist in einigen Schulgemeinden – verständlicherweise – mit Unsicherheiten, Ängsten und Sorgen verbunden, denen wir mit dieser Fachinformation begegnen möchten.

In Abstimmung mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts gelten die folgenden 10 Regeln:

  1. Kinder mit Krankheitssymptomen gehören grundsätzlich nicht in eine Gemeinschaftseinrichtung. Treten Krankheitssymptome auf, während sich das Kind in der Einrichtung befindet, ist es sofort von einer Betreuungsperson abzuholen.
  2. Nach einer kurzen (1-3 Tage) Krankheitsepisode, wenn also die Krankheitssymptome rasch wieder abgeklungen sind, können Kinder in ihre Gemeinschaftseinrichtung zurückkehren. Hierfür benötigen sie auch kein negatives Testergebnis oder ärztliches Attest. Schwere akute respiratorische Symptome mit Fieber sind hiervon ausgenommen.
  3. Kinder mit Schnupfen sollen 24 Stunden zu Hause bleiben. Falls in dieser Zeit keine weiteren Symptome auftreten, kann die Gemeinschaftseinrichtung ebenfalls wieder besucht werden.
  4. Über eine Testung auf das Virus SARS-COV-2 entscheidet die Kinderärztin/der Kinderarzt in Abhängigkeit der Art und Schwere der Symptomatik. Eltern sollten zur genauen Abklärung daher immer den Kontakt zur Kinderärztin/zum Kinderarzt suchen.
  5. Geschwisterkinder eines erkrankten Kindes dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung grundsätzlich weiter besuchen, auch wenn bei dem kranken Kind eine Testung zur Ausschlussdiagnostik auf COVID-19 erfolgt ist und das Ergebnis noch nicht vorliegt. Die endgültige Entscheidung darüber obliegt aber der Kinderärztin/dem Kinderarzt.
  6. Kinder sowie Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter, die positiv auf das SARS-COV-2-Virus getestet wurden, müssen für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Dies wird vom Gesundheitsamt angeordnet. Nach zehn Tagen und mindestens zweitägiger Symptomfreiheit kann die Quarantäne durch das Gesundheitsamt beendet werden. Eine erneute Testung ist dann nicht erforderlich.
  7. Wenn Kinder oder Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter Kontaktpersonen zu einem positiven COVID-19-Fall außerhalb der Gemeinschaftseinrichtung sind, wird für die betroffene Person eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. Die Gemeinschaftseinrichtung darf erst nach Ablauf der Quarantäne und Symptomfreiheit wieder besucht werden. Für die Einrichtung ergeben sich keine weiteren Konsequenzen.
  8. Wenn Kinder oder Mitarbeitende innerhalb eines Kindergartens positiv getestet worden sind, wird für enge Kontaktpersonen außerhalb der Einrichtung eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Da in Kindergärten keine Abstandsregelungen gelten und deshalb alle Gruppenmitglieder als Kontaktpersonen betrachtet werden müssen, wird für die gesamte Gruppe beziehungsweise in Kitas mit offenen Konzepten auch für mehrere Gruppen eine fünftägige Quarantäne angeordnet. Eine Testung erfolgt dann am Ende der Quarantänezeit. Alle Kinder mit negativem Testergebnis dürfen die Einrichtung wieder besuchen.
  9. Wenn Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter innerhalb einer Grundschule oder weiterführenden Schule positiv getestet worden sind, ist bei Einhaltung der Hygieneregeln (Abstand und/oder Mundschutz) in der Regel keine Quarantäne für andere Betroffene notwendig. Eine individuelle Kontaktpersonenermittlung findet durch das Gesundheitsamt statt.
  10. Wenn ein Kind in einer Schulklasse positiv getestet worden ist, wird die Einhaltung der Hygieneregeln durch das Gesundheitsamt geprüft und beurteilt. Für enge Kontaktpersonen außerhalb des Schulumfeldes wird eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Da keine Mundschutzpflicht mehr besteht, wird außerdem für die gesamte Klasse eine fünftägige Quarantäne angeordnet. Eine Testung erfolgt dann am Ende der Quarantänezeit. Alle Kinder mit negativem Testergebnis dürfen wieder die Schule besuchen.

Da es sich um ein dynamisches Geschehen handelt, können sich Änderungen bei den Vorgehensweisen ergeben. Hierüber wird seitens des Gesundheitsamtes informiert.

(Stand: 8. September 2020)

Ergänzender Hinweis: Als „Kontaktperson“ im Sinne dieser Fachempfehlung gilt, wer mindestens 15 Minuten Kontakt unterhalb von 1,5 Metern zu einer nachweislich positiv getesteten Person hatte.

Aktuelle Fallzahlen

28. September 2020
Bestätigte Fälle
628
davon
aktuell infiziert
36
geheilt
578
verstorben
14
Quarantäne
371
Entnommene Proben
13404