Arbeitslosengeld II

Wer aufgrund der Corona-Krise die Arbeitsstelle verloren hat, verfügt in der Regel über kein eigenes Erwerbseinkommen mehr. Auf das Arbeitslosengeld I haben Personen Anspruch, die lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Ist das jedoch nicht der Fall, steht einem im Regelfall das Arbeitslosengeld II zu, im Volksmund als „Hartz IV“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Grundsicherung nach dem II. Sozialgesetzbuch.

Diese Grundsicherung kann beantragt werden, wenn das Einkommen zu gering ist, um den Lebensunterhalt des Haushaltes sicherzustellen. Das betrifft also all diejenigen, deren Haushaltseinkommen infolge von Corona unter bestimmte Einkommensgrenzen fallen, sei es weil ein Einkommen ganz wegfällt oder weil jetzt nur noch Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Ob wirklich Anspruch besteht und wie hoch dieser ist, darüber geben die Kolleginnen und Kollegen im Jobcenter Auskunft. Zu berücksichtigen sind nämlich noch weitere Faktoren als nur das Einkommen wie beispielsweise die Haushaltsgröße, die Anzahl der Kinder oder Mehrbedarfe z. B. wegen Schwangerschaft. Eventuell muss auch geprüft werden, ob Anspruch auf andere Leistungen besteht, wie das Wohngeld und Kinderzuschlag.

Es ist nicht möglich, Arbeitslosengeld II und Wohngeld miteinander zu kombinieren. Entweder habt ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder auf Wohngeld und Kinderzuschlag. Das Arbeitslosengeld I hingegen ist ein Einkommen, das auch aufgestockt werden kann, wenn es unter die Bedarfshöhe der Grundsicherung fällt. Was noch möglich ist, ist die Kombination aus NRW-Soforthilfe 2020 und Arbeitslosengeld II, falls ihr selbständig seid. Denn die Soforthilfe dient in erster Linie dem Erhalt des Unternehmens, während Arbeitslosengeld II den Lebensunterhalt sicherstellen soll.

Die Beantragung der Grundsicherung ist zurzeit vereinfacht. Das beduetet jedoch nicht, dass die Antragsstellung vereinfacht wurde. Es müssen nach wie vor dieselben Formulare ausgefüllt und Unterlagen eingereicht werden. Aber: Für sechs Monate wird ein vorhandenes Vermögen nicht geprüft und bei der Berechnung des Bedarfs nicht berücksichtigt, sofern es 60.000 Euro nicht überschreitet. Darüber hinaus wird auch die Miete, egal wie hoch sie ist, für ein halbes Jahr nach Antragstellung weiter gezahlt. Es muss also niemand aufgrund zu hoher Mieten umziehen. Das gilt für alle Neuanträge, die bis zum 30. Juni 2020 gestellt werden.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Jobcenters sowie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Dort gibt es eine umfangreiche FAQ und Erklärvideos zur Grundsicherung.

Für den Publikumsverkehr ist das Jobcenter zurzeit geschlossen. Die Kolleginnen und Kollegen sind daher am besten per Telefon oder E-Mail unter folgenden Kontaktdaten zu erreichen:

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